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DFG fördert neue Schwerpunktprogramme an der RUB

19.06.2000 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

21 neue Schwerpunktprogramme wählte kürzlich die DFG aus 54 vorgelegten Projekten für die Förderung aus, zwei davon an der RUB: Das Programm "Exekutive Funktionen", an dem die Fakultät für Psychologie (Prof. Irene Daum, Lehrstuhl für Klinische Neuropsychologie) beteiligt ist, widmet sich der Erforschung von Steuerung, Koordination und Kontrolle kognitiver Verarbeitung. Das Projekt "Anorganische Materialien durch Gasphasensynthese: Interdisziplinäre Ansätze zu Entwicklung, Verständnis und Kontrolle von CVD-Verfahren" unter Leitung von Prof. Roland A. Fischer (Lehrstuhl für Anorganische Chemie, Fakultät für Chemie) begibt sich auf die Suche nach maßgeschneiderten Prozessen und Materialien für den Maschinenbau, die Informationsverarbeitung, die Nanotechnologie und die Energietechnik.

Bochum, 19.06.2000
Nr. 166

DFG fördert neue Schwerpunktprogramme an der RUB
Steuerung kognitiver Verarbeitungsprozesse
Gezielte Herstellung maßgeschneiderter Materialien


21 neue Schwerpunktprogramme wählte kürzlich die DFG aus 54 vorgelegten Projekten für die Förderung aus, zwei davon an der RUB: Das Programm "Exekutive Funktionen", an dem die Fakultät für Psychologie (Prof. Irene Daum, Lehrstuhl für Klinische Neuropsychologie) beteiligt ist, widmet sich der Erforschung von Steuerung, Koordination und Kontrolle kognitiver Verarbeitung. Das Projekt "Anorganische Materialien durch Gasphasensynthese: Interdisziplinäre Ansätze zu Entwicklung, Verständnis und Kontrolle von CVD-Verfahren" unter Leitung von Prof. Roland A. Fischer (Lehrstuhl für Anorganische Chemie, Fakultät für Chemie) begibt sich auf die Suche nach maßgeschneiderten Prozessen und Materialien für den Maschinenbau, die Informationsverarbeitung, die Nanotechnologie und die Energietechnik. Die 21 Projekte werden mit insgesamt ca. 104 Mio. DM sechs Jahre lang gefördert.

Erst die Planung, dann die Ausführung

Das Thema "Exekutive Funktionen" ist seit Beginn des 20. Jahrhunderts weitgehend vernachlässigt worden. Die Forscher untersuchen hierbei nicht Prozesse, die zwischen der Registrierung von Reizen und der Ausführung einer darauf bezogenen Reaktion stattfinden, sondern Prozesse, die entweder vor der Reizenkodierung passieren um das Gehirn auf die Verarbeitung vorzubereiten, oder die zusätzlich zur Verarbeitung ablaufen und diese steuern und kontrollieren. Während der letzten zehn Jahre hat es auf diesem Feld zwar einzelne theoretische und experimentelle Ansätze gegeben - etwa zur Erforschung des Arbeitsgedächtnisses, der Koordination von Mehrfachtätigkeiten oder des Abbaus kognitiver Leistungen im Alter - wegen der Vielfalt der Interessen ist aber nicht zu integrativen Ansätzen gekommen. Hier setzt das Schwerpunktprogramm an. Es will diesem Defizit durch die Verfolgung dreier Ziele begegnen: Thematisch wollen sich die Wissenschaftler eng auf Funktionen der Steuerung, Kontrolle und Koordination beschränken. Der disziplinäre und methodische Zuschnitt soll dabei sehr offen sein, um die Ergebnisse auf eine möglichst breite Datenbasis zu stellen. Eine internationale Verankerung sichert die Sichtbarkeit und den Einfluss der Ergebnisse.

Damit sie wissen, was sie tun

Für eine Fülle von neuen Anwendungen in Maschinenbau, Nanotechnologie, Informationsverarbeitung und Energietechnik werden Materialien mit maßgeschneiderten Eigenschaften gebraucht. Sie können mit Hilfe verschiedener Verfahren hergestellt werden, etwa der Chemischen Dampfabscheidung (Chemical Vapor Deposition, CVD) oder der Chemischen Dampfsynthese (Chemical Vapor Synthesis, CVS). Dabei reagieren Vorläufersubstanzen in einer Kaskade von Elementarschritten Schichten und Strukturen (CVD) oder zu Partikeln und Pulvern (CVS). Diese Verfahren werden zwar in der Industrie gern und häufig eingesetzt; an wissenschaftlichem Verständnis dieser Abläufe mangelt es aber noch - man probiert so lange aus, bis sie die gewünschte Eigenschaft ergeben. Der interdisziplinäre Ansatz des Projekts soll hier Abhilfe schaffen und die Prozesse berechenbarer und somit erzielbar machen. Ingenieure und Chemiker werden zusammen arbeiten und CVD- und CVS-Prozesse als Gesamtsysteme betrachten und untersuchen. Molekülchemie, mikroskopische Erfassung von Reaktionsabläufen in Gasphase und Oberfläche durch spektroskopisch-analytische Methoden, verfahrenstechnisch optimierte Prozessführung und Online-Kontrolle, funktionelle Charakterisierung der Produkte sowie die Bereitstellung computergestützter Modelle und Rechenmethoden sollen ineinander greifen und zum besseren Verständnis der Verfahren verhelfen.

Weitere Informationen

Prof. Irene Daum, Fakultät für Psychologie der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-22674, Fax: 0234/23-14-622, Email: irene.daum@ruhr-uni-bochum.de

Prof. Roland Fischer, Fakultät für Chemie der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-24174, Fax: 0234/32-14-174, Email: rfischer@aci.ruhr-uni-bochum.de

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