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Mitbegründer der "Komplexen Analysis"

19.06.2000 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

Das Forschungsgebiet "Komplexe Analysis" kann am Mathematischen Institut der Universität Münster auf eine lange und sehr erfolgreiche Tradition zurückblicken. Einer der Mitbegründer dieser Theorie, Prof. Dr. Dr. h.c. Reinhold Remmert, vollendet am 22. Juni 2000 sein 70. Lebensjahr.

Die großen Verdienste von Prof. Remmert, sein Einsatz für die Wissenschaft wie auch für den Fachbereich Mathematik der Universität Münster, sollen in einem Festkolloquium gewürdigt werden. Dieses findet im Rahmen des traditionellen Heinrich Behnke-Kolloquiums am 1. Juli um 10.15 Uhr im Hörsaalgebäude des Mathematischen Instituts, Einsteinstraße 62, statt. Referent ist Prof. Dr. Eberhard Freitag (Heidelberg) mit einem Vortrag zum Thema "Unendliche Produkte in der Funktionentheorie mehrerer Veränderlichen". Die Laudatio wird Prof. Dr. Alan Huckleberry aus Bochum halten.

Das von Prof. Remmert bearbeitete Gebiet der Komplexen Analysis ist in der Mathematischen Fachwelt bestens bekannt. Es handelt sich bei seinen Arbeiten überwiegend um geometrische Überlegungen, oft gepaart mit Methoden aus der Algebra. Weltberühmt ist der Remmertsche Abbildungssatz aus dem Jahre 1956. Daneben gibt es eine ganze Reihe weiterer fundamentaler Resultate, die auf Remmert zurückgehen, teilweise in Zusammenarbeit mit seinen Kollegen Karl Stein und Hans Grauert. Als Grundlage dienen dabei stets die von Carl Friedrich Gauß im letzten Jahrhundert erfundenen komplexen Zahlen, die auch heute noch bei vielen technischen Berechnungen eine tragende Rolle spielen.

Reinhold Remmert, geboren in Osnabrück, hat in den Jahren 1949 bis 1954 Mathematik, mathematische Logik und Physik in Münster studiert. Hier lernte er durch den Einfluss seines Mentors Heinrich Behnke erstmalig die Funktionstheorie und damit die Anfänge der Komplexen Analysis kennen. Eer wurde 1954 in Münster promoviert und habilitierte sich 1957, nach einigen Wanderjahren, ebenfalls in Münster. Einem ersten Ruf folgte er 1960 an die Universität Erlangen. Über Göttingen kam er schließlich wieder nach Münster zurück, wo er 1967 den Lehrstuhl seines Lehrers Heinrich Behnke übernahm. Prof. Remmert war mehrfach Gast an bedeutenden Forschungsinstituten, unter anderem am Institute for Advanced Study in Princeton/USA, wo einst auch Albert Einstein wirkte, sowie am Instiut des Hautes Etudes Scientifiques in Bures-sur- Yvette/Frankreich. Er lehrte und forschte als Gastprofessor an berühmten amerikanischen Universitäten und erhielt auch Rufe von dort, die er allerdings ablehnte.

Bis heute kann Prof. Remmert, der Mitglied der Rheinisch- Westfälischen Akademie der Wissenschaften sowie der Bayerischen Akademie der Wissenschaften ist, auf eine sehr erfolgreiche Forschungs- und Lehrtätigkeit auf dem Gebiet der Komplexen Analysis zurückblicken, die sich in mannigfachen Publikationen sowie in der Ausbildung zahlreicher Schüler niedergeschlagen hat. Hinzu kommt seine langjährige richtungweisende Arbeit als Herausgeber mathematischer Fachjournale und Fachbuchreihen, darunter der "Inventiones Mathematicae", die unter seinem Einfluss eine internationale Spitzenstellung errungen hat.

Seit seiner Emeritierung im Jahr 1995 hat sich Prof. Remmert in besonderem Maße für die Förderung des Mathematischen Forschungsinstitutes Oberwolfach eingesetzt. An diesem in der Nähe von Freiburg im Schwarzwald gelegenen Institut finden in permanenter Folge mathematische Fachtagungen mit hochkarätigen Gästen aus dem In- und Ausland statt.
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