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henry van de velde: ein vergessenes projekt

21.06.2000 - (idw) Fachhochschule Potsdam

Am 22. Juli 2000 wird in der Weimarer Villa Haus Hohe Pappeln die Ausstellung "ihr kinderlein kommet... - Henry van de Velde: ein vergessenes Projekt für Friedrich Nietzsche" eröffnet.

Bis zum 01. Oktober 2000 sind die Türen in der Belvederer Allee 58 in 99425 Weimar von Dienstag - Sonntag von 10-18 Uhr geöffnet.

Hundert Jahre nach dem Tod Friedrich Nietzsches beleuchtet eine studentische Projektgruppe der Fachhochschule Potsdam (Studiengang Kulturarbeit) in Zusammenarbeit mit den Kunstsammlungen zu Weimar und dem Verein der Freunde des Hauses Hohe Pappeln e.V. erstmals die um die Jahrhundertwende entstandene Idee, dem Philosophen ein monumentales Denkmal zu errichten. Eine internationalen Kulturelite um den Kulturförderer Harry Graf Kessler und die Schwester des Philosophen Elisabeth Förster-Nietzsche verfolgte engagiert und kontinuierlich ihr Ziel, auf einer Anhöhe vor Weimar dem Philosophen zu Ehren ein Stadion und einen Tempel errichten zu lassen.

Mit der architektonischen Umsetzung des Projektes betraut wurde der belgische Designer Henry van de Velde - damals wohnhaft in dem von ihm selbst entworfenen Haus Hohe Pappeln in Weimar. 1902/3 hatte er dem neu gegründeten Nietzsche Archiv die künstlerisch überzeugende Form gegeben und außerdem Jubiläumsausgaben der Werke "ecce homo" und "Also sprach Zarathustra" von Friedrich Nietzsche gestaltet. Die Initiatoren wünschten das Stadion nach griechischen Vorbild: Das geistige Vorbild Friedrich Nietzsches sollte sich hier verewigen und darüber hinaus die Idee des "Neuen Menschen" transportieren bzw. dem Volk und insbesondere der Jugend greifbar machen und zu einer breiten Völkerverständigung
beitragen.
Bis zum Jahre 1914 entwickelte Henry van de Velde in diesem Sinne unterschiedlichste Entwürfe, konnte seine Arbeit aber trotz des nachhaltigen Zuspruches und Engagements namhafter Förderer aus dem In- und Ausland am Vorabend des 1. Weltkrieges nicht vollenden: Politische, inhaltliche und finanzielle, nicht zuletzt aber völkische Diskrepanzen bedingten das Scheitern dieses für die Provinzstadt Weimar letztlich rahmensprengenden Vorhabens.

Die Ausstellungskonzeption verbindet gezielt etablierte und junge Kulturarbeit: traditionelle Elemente wie z.B. Originalpläne und zeitgenössische Dokumente treffen auf experimentelle, multimediale Darstellungen. So eröffnet sich für die Besucher der Ausstellung "ihr kindelein kommet... - Henry van de Velde: ein vergessenes Projekt für Friedrich Nietzsche" erstmalig ein innovatives Forum für die Auseinandersetzung mit einem Thema, das bis heute zwar in Vergessenheit geraten war, seine Aktualität in Anbetracht der Philosophien Friedrich Nietzsches aber nie verloren hat.

Hinweis für Redaktionen:
Für eine ausführliche inhaltliche Darstellung und/oder Bildmaterialien bzw. Fragen wenden Sie sich bitte an:
Vera Opitz, Fon: 0177-713 73 37 oder Marie-Louise Moltmann Fon: 0175-831 36 26
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