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Neue Umweltstrategien im Bodenschutz

22.06.2000 - (idw) Umweltbundesamt (UBA)

Unter dem Motto "Böden nachhaltig schützen - Altlasten erfolgreich sanieren!" fordert Prof. Dr. Fritz Vahrenholt am Montag, den 10. Juli 2000, in Berlin eine umweltpolitische Neubestimmung der Bodenschutz- und Altlastenpolitik. Vahrenholt präsentiert die umweltpolitischen Thesen der Bundesvereinigung Boden und Altlasten (BVBA), deren Präsident er ist.

Eine nachhaltige Bodennutzung ist noch nicht erreicht. Sie ist dringend nötig: Gesunde Nahrungsmittel erfordern den Erhalt ökologisch intakter Böden, sauberes Trink- und Grundwasser entsteht nur mit schadstofffreien Böden, Kinder sollen ohne Angst vor Schadstoffen in Böden unserer Städte spielen können. Aber: Täglich werden naturnahe Böden zu Siedlungsfläche umgewidmet, fortwährend überlasten Einträge von Schadstoffen den Boden, werden Böden überdüngt und geht fruchtbares Bodenmaterial durch Erosion, Verdichtung und andere unsachgemäße Verwendung verloren. Die Sanierung von kontaminierten Böden und Altlasten kommt nicht voran. Erst kürzlich hat das Bundesverfassungsgericht festgestellt, dass die Kosten einer Altlastensanierung, die ein privater Eigentümer tragen muss, den Verkehrswert des betroffenen Grundstückes nicht überschreiten dürfen. Das bedeutet, dass sich in Zukunft die Sanierung nicht in erster Linie an ökologischen oder auch nur an volkswirtschaftlichen Erfordernissen orientiert, sondern auf rein marktwirtschaftliche Gegebenheiten ausrichten muss. Die Auswirkung dieses Beschlusses konterkariert den hohen Standard der Sanierungstechnik, der in Deutschland erreicht ist; Eigentum und privates Vermögen werden vor Umweltforderungen bei der Sanierung geschützt. Nach wie vor warten über 300.000 Altlastverdachtsflächen auf eine angemessene Gefahrenprüfung und erforderlichenfalls eine Sanierung. Die Umweltpolitik ist gefordert, hierauf mit neuen Initiativen zu reagieren.
Die Bundesvereinigung Boden und Altlasten schlägt eine umfangreiche Reihe von Maßnahmen und Initiativen zur Verbesserung der Vorsorge und zu einer konsequenten Sanierungspolitik vor. Als Strategie dieser Maßnahmen und Initiativen sieht die BVBA in erster Linie die Stärkung der gesellschaftlichen Verantwortung für den vorsorgenden Schutz der Böden und für die Wiedernutzung kontaminierter Flächen. Ferner geht es der BVBA um die Verbesserung umweltrechtlicher Vorschriften, die Stärkung der Eigeninitiative der Bodennutzer und -eigentümer und die Anwendung moderner technologischer Standards.
Im Politischen Forum wird Frau Simone Probst, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, auf diese Forderungen reagieren. Sie wird die umweltpolitischen Schwerpunkte der Bundesregierung zum Bodenschutz und zur Altlastensanierung vortragen. Anschließend wird ein Forums-Gespräch unter Leitung von Dr. Fritz Holzwarth, im BMU für Wasser- und Bodenpolitik zuständig, stattfinden. Die Mitgliedsverbände der BVBA und die Teilnehmer des Forums haben Gelegenheit zur Meinungsäußerung.
Die Bundesvereinigung Boden und Altlasten e.V. (BVBA) ist 1999 vom Bundesverband Boden e.V. (BVB), dem Ingenieurtechnischen Verband Altlasten e.V. (ITVA) und dem Altlastenforum Baden-Württemberg e.V. gegründet worden. Ziel der BVBA ist es, die Umweltpolitik im Bereich Bodenschutz und Altlastensanierung aktiv voranzutreiben, die Gruppierungen der Vertreter des vor- und nachsorgenden Bodenschutzes in einer Dachorganisation zusammenzuführen und damit die Lobbyarbeit für den Bodenschutz zu verstärken.

Das Politische Forum "Boden - Altlasten - Umweltstrategien" findet statt

am: Montag, den 10. Juli 2000

von: 12.00 Uhr bis 14.00 Uhr
im: Evangelischen Bildungswerk Berlin, Haus der Kirche, Goethestr. 26 - 30, 10625 Berlin.


Kontakt:
Bundesvereinigung Boden und Altlasten e.V. Geschäftsführerin:
Pestalozzistr. 5 - 8 Dipl.-Geogr. Sabine Gier
D-13187 Berlin
Tel.: 030/48 63 - 82 80
Fax: 030/48 63 - 87 46
e-mail: itva@snafu.de
http://home.snafu.de/itva

Die "Zehn Thesen der BVBA zum Bodenschutz: Böden nachhltig schützen - Altlasten erfolgreich sanieren" sind im Internet verfügbar unter http://home.snafu.de/itva/dachverband.html
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