Gift aus Schimmelpilzen schädigt die Nieren28.06.2000 - (idw) Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Für seine Arbeiten über die nierenschädigende Wirkung eines Schimmelpilzgiftes hat Prof. Dr. Michael Gekle von der Universität Würzburg den Brigitte Gedek-Wissenschaftspreis für Mykotoxinforschung erhalten.
Diese Auszeichnung ist mit 10.000 Euro, also mit rund 20.000 Mark dotiert und wurde Prof. Gekle Anfang Juni bei einer Tagung der Gesellschaft für Mykotoxinforschung in Bonn verliehen. Der Preis, gesponsert von der Professorin Brigitte Gedek (Ismaning), wurde erstmals vergeben und soll künftig alle zwei Jahre ausgeschrieben werden. Prof. Gekle und seine Arbeitsgruppe befassen sich am Physiologischen Institut der Universität Würzburg mit dem Schimmelpilzgift Ochratoxin A (OTA), das in unsachgemäß gelagerten Nahrungs- und Futtermitteln häufig vorkommt. Seit 1974 ist bekannt, dass OTA eine Nierenerkrankung bei Schweinen verursacht. Es gebe zudem Studien, so Prof. Gekle, die erhöhte Konzentrationen des Pilzgiftes in Nahrungsmitteln sowie in Blut und Urin mit bestimmten Nierenerkrankungen des Menschen in Zusammenhang bringen.Doch seien frühere Untersuchungen mit so hohen OTA-Konzentrationen durchgeführt worden, wie sie praktisch nicht vorkommen. Die Würzburger Physiologen dagegen haben in einem toxikologisch relevanten Konzentrationsbereich die Wirkung von Ochratoxin A auf Kulturen von menschlichen Nierenzellen untersucht. Ergebnis: Das Gift der Schimmelpilze beeinflusst Regulationsmechanismen und ruft dadurch spezifische Veränderungen in Bau und Funktion der Zellen hervor - es hat also eine hormonähnliche Wirkung. Letzten Endes könnte dies die Nierenfunktion und damit das Gleichgewicht des gesamten Organismus verändern. Weitere Informationen: Prof. Dr. Michael Gekle, T (0931) 31-2739, Fax (0931) 31-2741, E-Mail: michael.gekle@mail.uni-wuerzburg.de
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