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Neue Maßstäbe im Gesundheitswesen

11.07.2000 - (idw) Technische Universität Berlin

Ziel: Zukunftssichere Versorgungsstrukturen

Wirkungsvolle Evaluationsstandards verbessern nachhaltig die Akzeptanz integrierter Versorgungsmodelle in der ärztlichen Praxis, für die Patienten und in der Gesundheitspolitik. Zu diesem Urteil kamen die internationalen Teilnehmer eines gemeinsamen Symposions des Berliner Zentrums Public Health (BZPH) und der DKV Deutsche Krankenversicherung AG, einem Unternehmen der ERGO Versicherungsgruppe.

Das von DKV und BZPH initiierte Symposion vom 6. bis 8. Juli in Berlin gab über 60 Evaluationsexperten aus dem In- und Ausland Gelegenheit, neueste Erfahrungen über integrierte Versorgungsmodelle auszutauschen und gemeinsam an neuen Evaluationsstandards zu arbeiten.

Nach übereinstimmender Meinung der Teilnehmer des Symposions gibt es drei wichtige Kriterien für Evaluationsansätze von Modellvorhaben, die zukünftig stärker berücksichtigt werden sollen:
- Relevanz, d.h. nur die wichtigen Daten sollen erhoben werden,
- Wissenschaftlichkeit, d.h. Daten müssen nach anerkannten Grundsätzen und nachvollziehbar erhoben werden,
- Machbarkeit, d.h. die Evaluation muß so einfach wie möglich durchgeführt werden.

Der Bedarf für wirkungsvolle Evaluationsstandards ist hoch: Die Gesundheitssysteme in Europa befinden sich im Umbruch. Bei der Suche nach zukunftssicheren Versorgungsstrukturen finden integrierte Versorgungsformen besondere Beachtung. Im Mittelpunkt der über 100 deutschen Modellversuche stehen die Optimierung der medizinischen Versorgung und die Verbesserung der Wirtschaftlichkeit. Insbesondere für chronisch Kranke und Patienten mit einer Vielzahl gleichzeitiger Erkrankungen sollen damit eine bessere Koordination der Behandlung und kürzere Genesungszeiten erreicht werden.
Bislang sind aber nicht nur Steuerungsinstrumente und Organisationsansätze vielfältig, sondern auch die Kriterien, nach denen Effizienz und Effektivität gemessen werden. Entscheidend für den Erfolg neuer Versorgungsstrukturen ist die Entwicklung objektiver Bewertungsmaßstäbe.

Professor Karl Lauterbach vom Institut für Gesundheitsökonomie und klinische Epidemiologie, faßte die Anforderungen an diese Maßstäbe zusammen: "Ein universales Beobachtungs- und Evaluationskonzept ist unbedingt notwendig, damit Modellversuche tatsächlich zu einer Verbesserung der Versorgungsqualität führen. Es ist darüber hinaus notwendig, die Einzelinformationen aus den laufenden Projekten zusammenzuführen, damit in der Öffentlichkeit Vertrauen für Politikentscheidungen im Bereich der integrierten Versorgung geschaffen wird und die Versicherten eine vernünftige Grundlage für ihre eigenen Wahlentscheidungen haben."

Auf dem Berliner Symposion konnten bestehende Kontakte der Wissenschaftler vertieft und neue geknüpft werden, so daß die Diskussion im Bereich Evaluation zukünftig weiter intensiviert und internationalisiert wird. Ergebnisse aus einzelnen Projekten können dadurch stärker als bisher ausgetauscht werden.

Die DKV arbeitet als Internationaler Gesundheitsmanager im In- und Ausland bereits mit Ärztenetzwerken zusammen und kooperiert mit wissenschaftlichen Instituten bei der Entwicklung medizinischer Leitlinien. Im Bereich des Case-Managements optimiert die DKV gegenwärtig Versorgungsstrukturen im Krankenhaus, um den Transfer der Patienten in der medizinischen Behandlungskette zu verbessern.

Am Berliner Zentrum Public Health arbeiten Wissenschaftler an der Entwicklung eines Evaluationsverfahrens, das es erlaubt, neue Versorgungsformen systematisch zu bewerten und zu vergleichen. Das BZPH bietet Interessenten aus dem Gesundheitssektor Forschung, Beratung, Begutachtung und Fortbildung an.

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