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Grenzüberschreitende Persönlichkeit geehrt

13.07.2000 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Herbert Oelschläger erhält heute Ehrendoktorwürde der Universität Jena

Jena (13.07.00) Eine außergewöhnliche Persönlichkeit wird heute an der Friedrich-Schiller-Universität Jena ausgezeichnet: Die Biologisch-Pharmazeutische Fakultät verleiht in Anwesenheit des Thüringer Ministerpräsidenten Dr. Bernhard Vogel die Ehrendoktorwürde an Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Herbert Oelschläger.

Mit der Auszeichnung von Prof. Oelschläger, der bereits Ehrendoktor der Universitäten in Budapest, Regensburg und Bratislava ist, würdigt die Universität zum einen das wissenschaftliche Lebenswerk des vitalen 79-Jährigen. "Herbert Oelschläger ist der Nestor der Pharmazie in Deutschland", fasst Biologie-Dekan Prof. Dr. Martin S. Fischer die Leistungen zusammen. "Er hat die Gabe, durch Neugier Grenzen zu überschreiten", zeigt Fischer außerdem einen Charakterzug auf, der für den Menschen Herbert Oelschläger ebenso gilt wie für den Forscher.

Der gebürtige Bremer erhielt nach einem - durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochenen - Studium der Pharmazie 1949 die Approbation als Apotheker, promovierte 1952 an der Uni Hamburg und habilitierte sich dort 1957 für die Fächer Pharmazeutische Chemie und Pharmazeutische Technologie. Sein wissenschaftlicher Schwerpunkt lag zunächst auf der Arzneistoffentwicklung mit dem Ziel, Pharmaka mit immer besseren Eigenschaften zu finden. 1961-62, in der Hochzeit des Kalten Krieges, ging Herbert Oelschläger zu einem Forschungsaufenthalt in das Labor des Nobelpreisträgers Heyrovsky nach Prag. Neben dem "Studium der Elektrochemie" legt er dort die Wurzeln für seine bis heute bestehende humanistische Grundhaltung: Zur Wissenschaft gehört auch der grenzüberschreitende Dialog mit anderen Menschen. Dass er diesen Anspruch ausfüllt, beweisen u. a. die zahlreichen Ehrungen aus Ägypten, Griechenland, Polen, Spanien, Tschechien, der Slowakei und Ungarn sowie die Verleihung des Großen Verdienstkreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, die ihn zum derzeit höchstdekorierten Thüringer Wissenschaftler sowie der deutschen Pharmazeuten macht.

Aus den Prager Studien wurde eine bald vier Jahrzehnte andauernde Beschäftigung mit der Elektrochemie und deren Nutzbarmachung für die Arzneistoffanalytik und -synthese. Darüber hinaus führte er zahlreiche pharmakokinetische Untersuchungen durch, die grundlegende Impulse für Arzneistoffentwicklungen lieferten. Immens entwickelt hat sich auch die Zahl von Oelschlägers Schülern: 114 Dissertationen und 13 Habilitationen hat er betreut, seit er 1957 Privatdozent an der Universität Hamburg, 1963 Extraordinarius und 1965 Ordinarius für Pharmazeutische Chemie an der Universität Frankfurt am Main wurde.

Neben dem Wissenschaftler ehrt die Universität Jena auch Herbert Oelschlägers überragendes Engagement in der unmittelbaren Zeit nach der Wende. Statt in den Ruhestand ging er 1990 nach Thüringen, wo ihn der damalige Ministerpräsident mit der Generalvollmacht zum Wiederaufbau der Pharmazie ausstattete. Seit 1992 ist er Honorarprofessor in Jena, und seinem Engagement hat es die Universität wesentlich zu verdanken, dass ihr Institut für Pharmazie, dessen in Forschung, Lehre und Administration aktiver Direktor Herbert Oelschläger ist, einen solchen Aufschwung genommen hat. Krönender Abschluss seiner Jenaer Jahre soll der Instituts-Neubau sein, der immer mit dem Namen Herbert Oelschläger verbunden sein wird.


Friedrich-Schiller-Universität
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