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Falsche Kuh lockt geistig behinderte Schüler aus der Reserve

19.07.2000 - (idw) Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Eine Kuhattrappe kann bewirken, dass geistig behinderte Kinder sich stärker verbal einbringen. Das ist nur eine Erkenntnis, die der Aktionstag "Tiere verbinden Menschen" gebracht hat: Unter diesem Motto hatte der Lehrstuhl für Didaktik der Geographie der Universität Würzburg Anfang Juli 80 Förderschüler und 20 Zöglinge aus Hauptschulklassen in den Wildpark Sommerhausen (Landkreis Würzburg) eingeladen.

Für den Aktionstag hatten Studierende der Sonderpädagogik und der Geographie mehrere Bausteine vorbereitet, die von den eingeladenen Schulklassen nach einem festgelegten Zeitplan besucht werden konnten. Handlungsorientierung, entdeckendes Lernen, Veranschaulichung und Schülerorientierung waren die wichtigsten Prinzipien, die Anwendung finden sollten.

Ein Baustein befasste sich zum Beispiel mit der artgerechten Tierhaltung: Eine lebensgroße Kuhattrappe - ihre Stimme verdankte sie einem Menschen in ihrem Inneren - beklagte sich bei den Schülern, dass sie schlecht behandelt werde und kein gutes Futter bekomme. Die Schüler hatten dann die Möglichkeit, dem Tier aus verschiedenen Futterangeboten das Beste auszusuchen und es damit zu füttern.

"Mit diesem Spiel haben wir erreicht, dass sich die Kommunikationsfreudigkeit der Schüler verbesserte", sagt Dr. Helmer Vogel von der Geographie-Didaktik. Die Kinder seien dazu gebracht worden, sich mit dem Thema qualifiziert auseinanderzusetzen. Anschließend habe man die Kuhattrappe hinter sich gelassen und die ganze Situation in einem echten Stall mit wirklichen Tieren wiederholt.

Der Aktionstag ist aus dem interdisziplinären Seminar "Umwelterkundung und -erfahrung für Menschen mit geistiger Behinderung" hervorgegangen. Dieses Seminar wurde im Sommersemester von Dr. Vogel in Zusammenarbeit mit dem Sonderschulkonrektor und Diplompädagogen Harald Ebert an der Universität Würzburg angeboten.

Weitere Informationen: Dr. Helmer Vogel, T (0931) 888-4805 oder 888-4807, Fax (0931) 888-4808, E-Mail:
helmer.vogel@mail.uni-wuerzburg.de
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