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Warum denn erst so spät Mutter?

31.07.2000 - (idw) Universität Hannover

Hannover, 31.07.2000
lis/71/00

Warum denn erst so spät Mutter?
DFG fördert aktuelles Forschungsprojekt "Späte erste Mutterschaft"
an der Universität Hannover

Madonna bekam ihr erstes Kind mit 38, Demi Moore mit 36 und Birgit Schrowange bekommt ihrs mit 42!

12 Prozent aller Frauen bekommen heute ihr erstes Kind mit über 35 Jahren und die Zahl steigt: Seit Mitte der 80er Jahren hat sich dieser Anteil vervierfacht.
"So sehr dieses Thema in den Medien beachtet wird, so wenig ist es bislang Gegenstand sozialwissenschaftlicher Analysen. Dieser Herausforderung wollen wir uns stellen", meinen Frau Prof. Dr. Ingrid Herlyn und Frau Dr. Dorothea Krüger, Leiterinnen des Forschungsprojektes "Späte erste Mutterschaft: ein neues biogra-fisches Muster?".
Zwei Jahre lang bearbeiten Prof. Dr. Ingrid Herlyn, Dr. Dorothea Krüger und Dipl. Sozialwissenschaftlerin Claudia Heinzelmann dieses Projekt am Fachbereich Erziehungswissenschaften, Abtei-lung Soziologie der Universität Hannover. Die Studie wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Die DFG bietet auf Antrag Forschungsprojekten, die Grundlagenforschung betreiben und den hohen wissenschaftlichen Standards der DFG entsprechen, finanzielle Unterstützung. Erstmalig beschäftigt sich ein Forschungsprojekt umfassend mit der Frage nach den Grün-den und den Lebensformen später Mütter aus West - und Ost-deutschland. "Ob es eine Ursache dafür gibt, oder viele unter-schiedliche Faktoren hier eine Rolle spielen, ist die Frage", meint Frau Prof. Dr. Herlyn. Faktoren für eine späte erste Mutterschaft könnten sein: Partnerprobleme, eine unfreiwillige späte Familien-gründung, die erst durch reproduktionsmedizinische Hilfe möglich wurde, neue berufliche Entwicklungsmöglichkeiten... Oder es ist vielleicht sogar Ausdruck einer bewussten neuen weiblichen Lebensplanung. "Familie oder Karriere?" ist nicht mehr die Frage, "Familie und Karriere" heißt die Forderung. Doppelte Lebensfüh-rung ist hier das neue Stichwort, so die Hypothese der Studie.
"Neben der Frage nach den Gründen interessieren uns auch die Folgen solcher späten Mutterschaften. Sind späte Mütter übervor-sichtig, fallen sie in die traditionelle Mutterrolle zurück oder leben sie ihr früheres Leben weiter - mit Kind?", fragen die Forscherin-nen.
Der sekundären Auswertung von Statistiken u.a. des statistischen Bundesamtes, des Bundesinstitutes für Bevölkerungsforschung und des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung sowie einer Literaturanalyse folgen Interviews mit "Experten", die beruflich mit späten Müttern befasst sind, z.B. Gynäkologen, Betriebsleiter und Erzieherinnen. Im Zentrum stehen Interviews mit 60 späten Müttern aus Hannover und Leipzig, deren Kinder bereits zwischen 3 und 6 Jahre alt sind. Mit einem biografischen Leitfaden fragen die Wissenschaftlerinnen Verheiratete, Ledige, Mütter mit oder ohne Partner u.a. nach ihren unterschiedlichen beruflichen Qualifikationen, ihrer Erwerbstätigkeit, ihren Zielen vor und nach der Schwangerschaft. So wollen sie mögliche Strukturen der spä-ten ersten Mutterschaft aufdecken.
Gesucht werden noch Mütter, die an der Studie mitwirken wollen.

Hinweis an die Redaktion

Institut für Psychologie und Soziologie in den Erziehungswissenschaften
Ansprechpartnerinnen:
Frau Prof. Dr. Ingrid Herlyn Tel. 0511/ 762 - 8529
Frau Dr. Dorothea Krüger Tel. 0511/ 762 - 8389
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