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Legosteine lernen krabbeln und sehen

16.08.2000 - (idw) Fachhochschule Gelsenkirchen

An der Fachhochschulabteilung in Bocholt trainieren Studenten aus Maschinenbau und Mechatronik für einen Wettbewerb des Spielzeugherstellers Lego. Die Teilnehmer des Bocholter Hochschulteams kommen aus Bocholt, Borken, Heiden, Südlohn und Raesfeld. Dem Sieger-Team winkt eine Reise in die USA.


Oliver Schad ist einer der Bocholter Studenten, der am Lego-Wettbewerb teilnehmen will. Im Sommersemester hat er mitgeholfen, einen Krabbel-Roboter zu bauen. Foto: FHG/AB, Abdruck honorarfrei Bocholt. Lego kennt jeder, aus seiner Kindheit, als wir aus Legosteinen Häuser, Tankstellen und Brücken zusammengesetzt haben. Doch weil die Technik auch vor Bauklötzen nicht Halt macht, hat der dänische Spielzeughersteller sein Sortiment inzwischen längst um High-Tech-Bausteine erweitert: Mikroprozessoren machen das Spiel programmierbar und die fertigen Objekte beweglich. Der neueste Trend bei Lego ist eine kleine, digitale Kamera, mit der ab Herbst die Legosteine das Sehen lernen sollen. Weil aber ein Trend so richtig trendy nur wird, wenn alle ihn kennen und leben, will Lego mit einem Hochschul-Wettbewerb auf die neue Kamera mit Namen "Vision Command" aufmerksam machen. Dem Sieger-Team winkt eine Reise an das in Fachkreisen berühmte "Massachusetts Institute of Technology", abgekürzt MIT, in Boston/USA. Dort können sich die Gewinner über neueste Trends im Roboterbau informieren.
Den Studenten in Maschinenbau und Mechatronik der Fachhochschulabteilung Bocholt kam das gerade recht. Bereits während des Sommersemesters haben sie sich unter Anleitung von Prof. Dr. Udo Ossendoth mit Lego beschäftigt. Nein, nicht mit Tankstellen und Häusern, sondern damit, einer Legofigur das Krabbeln beizubringen. Ossendoth ist vom didaktischen Wert des Spielzeugs überzeugt: "Die moderne Spielart von Lego eignet sich prima, um Teenager an Robotik heranzuführen. Unsere Studierenden sind natürlich schon einen Schritt weiter: Einem Spielzeug-LKW beizubringen, einer Leuchtspur zu folgen, oder eine mehrgliedrige gekuppelte Raupe zu bauen, die über nahezu jedes Hindernis hinweg krabbeln kann, das sind schon anspruchsvolle Aufgaben aus Mechatronik und Automatisierung." Da wird aus Spiel dann doch ernstes Studieren und die Vorbereitung auf den Beruf. Ossendoth: "Ein mögliches Berufsfeld für unsere Absolventen ist das Konstruieren und Programmieren von Service-Robotern." Als selbstständiger Staubsauger oder Rasenmäher nehmen solche Service-Roboter in naher Zukunft dem Menschen die Maschinenhandhabung ab. Sensoren für Berührungs- und Sehsinn lassen die kleinen Kerle durch unsere Wohnungen und Gärten flitzen, ohne dass sie an Schränke stoßen oder Rosenstöcke umsäbeln. Auch der Bocholter Hochschulfördergesellschaft leuchtete das didaktische Konzept ein. Sie hat die Anschaffung von Lego-Modulen für's Studium gesponsert.
Das Training aus dem Sommersemester hat den Studierenden und ihrem Professor Mut gemacht, ein Team zum Lego-Wettbewerb anzumelden. Das Team besteht aus den Bocholtern Ashraf Al-Ramahi und Oliver Schad, Nils Becker aus Borken, Johannes Gesing aus Heiden, Guido Niehues aus Südlohn und als Ersatzmann Dirk Fasselt aus Raesfeld. Jetzt flatterte dem Bocholter-Borkener-Team die Teilnahmezusage ins Haus. Anfang Oktober wird das Bocholter Studententeam gegen zahlreiche andere Teams von technischen Hochschulen aus Deutschland und der Schweiz antreten, um abgeschlossen von der Welt drei Tage lang einen Roboter zu bauen, der sieht, was er tut. Die genaue Aufgabenstellung ist natürlich noch geheim. Sobald im September aber die Lego-Kamera-Bausteine lieferbar sind, wird das Bocholter Team mit dem Aufbau-Training beginnen. Noch einmal Prof. Ossendoth: "Dann bauen wir einen Roboter, der Bälle einsammeln kann." Wer also kleine Bälle zu verschenken hat, kann sie an der Hochschul-Pforte schon mal als Trainingsbälle abgeben: Tennisbälle, Tischtennisbälle, Squashbälle, Golfbälle...

Ihr Ansprechpartner für weitere Informationen:

Prof. Dr. Udo Ossendoth, Bocholter Fachbereich Maschinenbau der Fachhochschule Gelsenkirchen, Telefon (02871) 2155-928 oder 2155-902 (Dekanatssekretariat), Telefax (02871) 2155-900, E-Mail: ossendoth@bocholt.fh-gelsenkirchen.de

Unter www-mb.bocholt.fh-gelsenkirchen.de ist der Krabbelroboter auch im Video zu sehen: Unter "Gedankenstürme mit Lego" bitte "Erfahrungsberich-te" wählen, am Ende der Seite "Download Video" anklicken.
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