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Astrophysiker mit ausgezeichneten Chancen auf dem Arbeitsmarkt

21.08.2000 - (idw) Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

"Astrophysik muß ein fester Bestandteil des Physikunterrichts an den Schulen werden", so Dr. Gerhard Hensler, Professor für Astrophysik an der Christian-Albrechts-Unversität zu Kiel, anläßlich des Vorbereitungstreffens zu einer Tagung über die Galaxienforschung, die von der Kieler Universität im Jahr 2002 ausgerichtet wird.

Die Astronomie sei nicht nur das älteste naturwissenschaftliche Fachgebiet, sondern ein Paradebeispiel für Interdisziplinarität: "Von jeher hat astronomische Forschung nicht isoliert von anderen naturwissenschaftlichen Disziplinen erfolgen können, andererseits hat sie viele Fachgebiete und technologische Entwicklungen vorangetrieben." Heute bezeichnet man die Disziplin sinnvollerweise als "Astrophysik", sind doch physikalische Theorien und Methoden zur Interpretation astronomischer Beobachtungen unabdingbar. Als Fach der Grundlagenforschung greift die Astrophysik auch in die Spektroskopie sowie die Atom- und Molekülphysik über und erfordert detaillierte Kenntnisse der Ionisation sowie plasmaphysikalischer Prozesse.

Gerhard Hensler widmet sich mit seiner Kieler Arbeitsgruppe der Frage, wie Galaxien entstehen. Das Verständnis des "Ökosystems" Galaxie - zusammengesetzt aus Sternen, Gas und Nebel - erfordert aufwendige Simulationen, in denen die detaillierte "Mikrophysik" grundlegender Vorgänge wie Sternentstehung oder Sterntod sowie die Dynamik von Gas- und Sternsystemen berücksichtigt werden. Die in der Kieler Gruppe entwickelten Methoden gelten heute weltweit als Pionierleistung auf diesem Forschungsgebiet. Mit anderen Instituten in Deutschland ist die Kieler Astrophysik an der Nutzung der Südsternwarte im Hochland der chilenischen Anden (ESO) sowie an zahlreichen Satellitenmissionen beteiligt.

Die für Kiel gewonnene Tagung im Jahr 2002 folgt auf zwei Vorgängerveranstaltungen, die ebenfalls von Prof. Hensler mitgetragen werden und in Granada (Spanien) bereits im Frühsommer dieses Jahres abliefen bzw. auf Réunion (Frankreich) stattfinden werden. Die drei Tagungen sind speziellen Themen gewidmet. So wurde auf der Tagung in Granada das Gewicht auf Beobachtungen von Galaxien gelegt. Im nächsten Jahr konzentriert sich die französische Tagung auf die innerhalb der Galaxie ablaufenden Prozesse. Die Kieler Konferenz wird sich dann zum Abschluß mit Modellen und Computer-Simulationen der globalen Entwicklung dieser komplexen Systeme von den Frühphasen des Universums bis heute beschäftigen.

Hensler zu den Berufsperspektiven der professionellen "Sterngucker": "Für Außenstehende mag das erst mal erstaunlich klingen - aber wenn man sich vorstellt, wie breit das Spektrum an Fragestellungen in unserer Disziplin ist, dann leuchtet ein, daß die Absolventen der Astrophysik für den naturwissenschaftlichen Arbeitsmarkt optimal vorbereitet sind. Die meisten und leider oft auch die Besten übernehmen inzwischen derart schnell lukrative Herausforderungen in der Wirtschaft, daß sie gar nicht mehr zur Promotion an der Uni bleiben." Als Beitrag zum laufenden "Jahr der Physik" könne die Einbindung der Astrophysik in den Stundenplan der Oberstufen dazu beitragen, die naturwissenschaftliche Qualifizierung der Schüler zu verbessern und mehr Interesse an naturwissenschaftlichen Fächern zu wecken.
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