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Asthma-Management per Mausklick

24.08.2000 - (idw) GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG

Fünfzig Kinder und Jugendliche werden künftig ihren persönlichen Asthma-Trainer zu Hause haben. Zwar nicht aus Fleisch und Blut, dafür virtuell im Internet zu jeder Tages- und Nachtzeit. Das erste deutsche Internet-Schulungsprogramm, mit dem Kinder und Jugendliche mit Asthma nach einer persönlichen Schulung durch einen Arzt ihr Wissen wiederholen und vertiefen können, wurde heute auf der EXPO in Hannover vorgestellt.

Unter der Webadresse "www.forum-telemedizin.de" erwartet die jungen Patienten ein Schulungsprogramm, das auf ihre Krankengeschichte zugeschnitten ist. Das Programm wurde vom Asthmazentrum Berchtesgaden, der Barmer Ersatzkasse und Glaxo Wellcome gemeinsam entwickelt und wird momentan in einer Pilotphase bis Anfang nächsten Jahres getestet. Verläuft der Testlauf erfolgreich, soll das Projekt Schritt für Schritt ausgebaut werden, so dass interessierte Arztpraxen, Kliniken und Ambulanzen in ganz Deutschland dieses Programm zur Nachschulung ihrer Patienten nutzen können. Zum ersten Mal setzt damit eine Krankenkasse das Internet aktiv in ihrem Versorgungsmanagement ein.

Das Programm baut auf den Erkenntnissen der modernen Kinder- und Jugendmedizin auf. Asthmakranke Kinder und Jugendliche können spielerisch lernen, ihr Wissen auffrischen, sich mit anderen Betroffenen und dem behandelnden Arzt in Gesprächsforen und E-Mails austauschen. "Es soll und kann die persönliche Schulung und Beratung durch den behandelnden Arzt nicht ersetzen, sondern soll Gelerntes wiederholen und damit langfristig verankern," so Dr. Josef Lecheler, Ärztlicher Direktor des Asthmazentrums Berchtesgaden, der das Projekt in Hannover vorstellte. Dass langfristig nicht nur der asthmakranke Patient durch seltenere Krankenhausaufenthalte und Schul-/ bzw. Arbeitsausfall von einem Verhaltens-training profitiert, sondern auch die Allgemeinheit bei der Versorgung Kosten spart, belegen wissenschaftliche Studien.

Dr. Rüdiger Meierjürgen, Leiter der Abteilung Prävention der Barmer Ersatzkasse: "Mit der Beteiligung an dem Projekt 'Asthma-Management per Mausklick' wollen wir Erfahrungen sammeln, ob sich das Internet als Medium zur Schulung, Beratung und Betreuung eignet". Die Barmer Ersatzkasse engagiert sich seit mehreren Jahren dafür, Patienten aktiv und partnerschaftlich in den Behandlungsprozess einzubinden. Initiativen, wie z. B. Modellprojekte zur Diabetiker-Versorgung, die Einrichtung von Telefon-Hotlines zu Fragen von Behandlungsfehlern gehören genauso dazu wie Feriencamp-Schulungen für asthmakranke Kinder und Jugendliche in Berchtesgaden oder zusammen mit Glaxo Wellcome die Schulung asthmakranker Erwachsener. Dr. Kay Möller, der bei Glaxo Wellcome das Segment Patientenschulung betreut, betonte den Stellenwert der Patientenschulung: "Asthma ohne Schulung ist wie Fahren ohne Führerschein. Nur wer weiß, wie und warum man Medikamente zur langfristigen Kontrolle des Asthmas einnehmen soll, wird mit dem Arzt bei der Therapie zusammenarbeiten." Deshalb baut Glaxo Wellcome seit drei Jahren kontinuierlich ein Netz zur Schulung asthmakranker Erwachsener aus.

Das "Forum Telemedizin" basiert auf einem bereits seit zehn Jahren erfolgreich eingesetzten Asthmaverhaltenstrainings, das in Berchtesgaden mit Hilfe des Zentrums für Rehabilitationsforschung der Universität Bremen entwickelt wurde. Im Vordergrund des Verhaltenstrainings stehen praktische Übungen und Rollenspiele, die gesundheitsförderliches Verhalten in wichtigen Alltagssituationen einüben.

Gemäß Schätzungen (Weißbuch Lunge 2000) leiden bis zu fünf Prozent der Erwachsenen und zehn Prozent der Kinder in Deutschland unter Asthma. Bei Kindern ist es die häufigste chronische Erkrankung. Im Jahre 1997 starben 4683 Menschen in Deutschland an Asthma. Im internationalen Vergleich schneidet Deutschland damit sehr schlecht ab. Weltweit ist ein Trend zur Zunahme des Asthma bronchiale zu beobachten. Die Ursachen für diese Entwicklung sind nicht endgültig geklärt. Für das Jahr 1997 betrugen die Gesamtaufwendungen für Asthma in der Bundesrepublik Deutschland 4,2 Milliarden DM. Im Durchschnitt berechnen sich danach die Gesamtkosten pro Asthmatiker und Jahr auf 1050 DM - bei einer geschätzten Zahl von 4 Millionen Asthmatikern in Deutschland (Weißbuch Lunge 2000).

Asthma ist eine Erkrankung der Atemwege, die über die Zeit weiter fortschreitet und sich verschlimmert. Im Langzeitverlauf führt dies zu irreparablen Veränderungen der Atemwege. Die dem Asthma zugrunde liegende Entzündung verursacht eine Überempfindlichkeit des Bronchialsystems, d. h. Reize wie kalte Luft oder Allergene (z. B. Pollen) können bei Asthmatikern zu Luftnot führen.

Kindern und Jugendlichen mit Asthma, die an einem Schulungsprogramm teilnehmen möchten, nennt das Asthmazentrum Berchtesgaden Ansprechpartner in der Nähe des Wohnortes.

Ansprechpartner für Journalisten:

Asthmazentrum Berchtesgaden

Dr. Josef Lecheler
Telefon: 08652/6000-0

Glaxo Wellcome BARMER Ersatzkasse
Astrid Forster Frau Susanne Rüsberg-Uhrig
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