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18. Bochumer Workshop Siedlungswasserwirtschaft

24.08.2000 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Neue technische Verfahren und Strategien für die Abwasserbehandlung und -beseitigung stehen im Mittelpunkt des 18. Bochumer Workshops Siedlungswasserwirtschaft am 21. September 2000 an der RUB.

Bochum, 24.08.2000
Nr. 224

Innovationen in der Abwasserbeseitigung
18. Bochumer Workshop Siedlungswasserwirtschaft
Kosten und Gewässerbelastung minimieren


Neue technische Verfahren und Strategien für die Abwasserbehandlung und -beseitigung stehen im Mittelpunkt des 18. Bochumer Workshops Siedlungswasserwirtschaft, den der Lehrstuhl für Siedlungswasserwirtschaft und Umwelttechnik (Prof. Dr.-Ing. Hermann Orth) in Abstimmung mit der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall i. G. veranstaltet. Der Workshop findet am 21. September 2000 im Hörsaal HZO 50 (Hörsaalzentrum Ost der RUB) statt. Neben Vorträgen und Erfahrungsberichten aus Forschung und Praxis erwarten die Besucher auch ein Ausstellerforum und Präsentationen und Demonstrationen von technischen Geräten.

Alte Anlagen besser nutzen

In vier Themenkomplexen soll das Thema Abwasser von allen Seiten beleuchtet werden: Zunächst widmen sich die Experten der besseren Nutzung vorhandener Kläranlagen. Um Kosten zu minimieren und einen weiterreichenden Gewässerschutz zu erreichen können sie Kanalnetze und Kläranlagen verknüpfen. Eine möglichst frühzeitige Betrachtung der zu erwartenden Belastung - etwa durch die Messung der Niederschläge über Radargeräte - hilft dann bei der Steuerung und besseren Auslastung von Kanalnetzen und Kläranlagen. In einem zweiten Themenblock werden dann Möglichkeiten neuer Kläranlagen vorgestellt: Diese Membrankläranlagen nutzen neue Verfahren zur Behandlung des Abwassers, die alternativ zu herkömmlichen Methoden einsetzbar sind. Über Membranen wird der Schlamm vom gereinigten Wasser getrennt, so dass das Nachklärbecken in diesen Anlagen entfällt. Außerdem berichten die Fachleute über eine neue Anlage in Hattingen, die die Stickstoffrückbelastung vermindert, und über eine biologisch wirksame Filtrationsanlage in Herford.

Kostengünstig klären und Reste verwerten

Auch die Sparsamkeit kommt beim Workshop nicht zu kurz: Die Abwasserberatung NRW stellt Pilotprojekte zur Einführung eines integrierten Qualitäts- und Umweltmanagements in kommunalen Abwasserbetrieben vor. Die Kostenoptimierung bei der Abwasserbeseitigung und das Energiemanagement auf Kläranlagen, für das es auch ein Handbuch gibt, sind weitere Themen. Zu guter Letzt kümmern sich die Experten um das, was nach der Behandlung übrigbleibt. Sie entwickelten ein Verwertungskonzept für Kanalsand und Sandfanggut aus Kläranlagen und erläutern, wie der Klärschlamm durch Desintegration vermindert werden kann. Bei diesem Verfahren werden die Zellen des Schlamms technisch zerstört, um den Faulungsprozess zu intensivieren. Dabei entsteht mehr Methan und weniger Schlamm. Ein Berührungspunkt von Wasser- und Abfallwirtschaft ist die Co-Fermentation, bei der Bioabfälle und Klärschlamm in gemeinsamen Faulbehältern zusammen vergärt werden.

Weitere Informationen

Prof. Dr.-Ing. Hermann Orth, Lehrstuhl für Siedlungswasserwirtschaft und Umwelttechnik der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-25891, Fax: 0234/32-14-503, Email: siwawi@ruhr-uni-bochum.de, Internet: http://www.ruhr-uni-bochum.de/siwawi

Programm

9.00 Uhr: Begrüßung und Einführung
9.10 Uhr: Steuerung von Kanalnetz und Kläranlage auf der Basis von Niederschlagsvorhersagen aus Radarmessungen - Dipl.-Ing. H. Grüning, Prof. Dr.-Ing. H. Orth, RUB
9.30 Uhr: Abflusssteuerung unter Verwendung radargemessener Niederschläge beim Lippeverband - Ergebnisse des Pilotprojekts in Gelsenkirchen-Picksmühlenbach - Dr.-Ing. B. Teichgräber, Dipl.-Ing. M. Becker, Dipl.-Ing. E. Holtmeier, Dipl.-Biol. A. Petruck, Emschergenossenschaft/Lippeverband, Essen
9.50 Uhr: Integrale Betrachtungsweise zur Optimierung des Entwässerungssystems der Gemeinde Odenthal - Dipl.-Ing. B. Wille, Dipl.-Ing. v. Erbe, Wupperverband
11.00 Uhr: Kläranlage Kaarst - die größte Membrankläranlage der Welt - Dr.-Ing. W. Firk, Erftverband, Bergheim
11.20 Uhr: Deammonifikation mit Hilfe des Schwebebettverfahrens auf der Kläranlage Hattingen - Dr.-Ing. N. Jardin, Essen
11.40 Uhr: Prozessstabilität und Kosten der Biofiltration am Beispiel der Kläranlage Herford - Dr.-Ing. M. Gassen, Hydro-Ingenieure GmbH, Düsseldorf
14.00 Uhr: Betriebsoptimierung durch Einführung eines integrierten Qualitäts- und Umweltmanagements - Erfahrungen kommunaler Abwasserbetriebe in NRW - Dipl.-Ing. M. Lange, Abwasserberatung NRW e.V., Düsseldorf
14.15 Uhr: Kostenorientierte Optimierung der öffentlichen und der industriellen Abwasserbeseitigung - Prof. Dr.-Ing. H. Witte, Dr.-Ing. J. Strunkheide, IWB - Gemeinnütziges Institut Wasser und Boden e.V. Sankt Augustin

14.30 Uhr: Energiemanagement auf Kläranlagen - Dipl.-Ing. Bauass. A. Kaste, Landesumweltamt NRW, Essen
15.20 Uhr: Sandfanggut- und Kanalsandverwertung am Beispiel des Klärwerks Köln-Stammheim - Dipl.-Ing. O. Schaaf, Amt für Stadtentwässerung, Köln
15.40 Uhr: Klärschlammverminderung durch verschiedene Methoden der Desintegration auf der Kläranlage Schermbeck - Dr.-Ing. K.-G. Schmelz, Emschergenossenschaft/Lippeverband, Essen
16.00 Uhr: Öko-Bilanz der Co-Fermentation von Abfällen in Faulbehältern - Dipl.-Geogr. F. Knappe, ifeu - Institut für Energie- und Umweltforschung, Heidelberg
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