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Erdwärme vor dem Durchbruch: 6. Geothermische Fachtagung Trends - Perspektiven - Herausforderungen

29.08.2000 - (idw) Geothermische Vereinigung e.V.

Herne: Um aktuelle Entwicklungen bei dem Einsatz der Erdwärme zur Energieversorgung geht es vom 18. -19.10.00 in der Akademie Mont Cenis in Herne. Vielfach unterschätzt und häufig ignoriert, wurde in den vergangenen beiden Jahren immer deutlicher, welche enormen Möglichkeiten in diesem unerschöpflichen Energieträger stecken. Neue oder optimierte Technologien und interessante Forschungsarbeiten haben gezeigt, dass sich die Nutzung der Geothermie an praktisch jede geologischen Verhältnisse anpassen lässt. Kontinuierliche Fortschritte im Europäischen Hot-Dry-Rock-Forschungsprojekt in Soultz-sous-Forêts und die Weiterentwicklung von speziellen Turbinen, haben unter anderem die technischen Voraussetzungen dafür geschaffen, dass auch in Deutschland erste geothermische Kraftwerke gebaut werden können. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wurden durch die Aufnahme der Geothermie in das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) bereitgestellt. Inzwischen gibt es eine Reihe Arbeitsgruppen, z. B. in Bad Urach oder am GeoForschungsZentrum Potsdam, die sich mit der Realisierung von geothermischen Stromversorgungen befassen.

Erdwärme vor dem Durchbruch:
6. Geothermische Fachtagung Trends - Perspektiven - Herausforderungen

Herne: Um aktuelle Entwicklungen bei dem Einsatz der Erdwärme zur Energieversorgung geht es vom 18. -19.10.00 in der Akademie Mont Cenis in Herne. Vielfach unterschätzt und häufig ignoriert, wurde in den vergangenen beiden Jahren immer deutlicher, welche enormen Möglichkeiten in diesem unerschöpflichen Energieträger stecken. Neue oder optimierte Technologien und interessante Forschungsarbeiten haben gezeigt, dass sich die Nutzung der Geothermie an praktisch jede geologischen Verhältnisse anpassen lässt. Kontinuierliche Fortschritte im Europäischen Hot-Dry-Rock-Forschungsprojekt in Soultz-sous-Forêts und die Weiterentwicklung von speziellen Turbinen, haben unter anderem die technischen Voraussetzungen dafür geschaffen, dass auch in Deutschland erste geothermische Kraftwerke gebaut werden können. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wurden durch die Aufnahme der Geothermie in das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) bereitgestellt. Inzwischen gibt es eine Reihe Arbeitsgruppen, z. B. in Bad Urach oder am GeoForschungsZentrum Potsdam, die sich mit der Realisierung von geothermischen Stromversorgungen befassen.

Der erste geothermische Strom nördlich der Alpen wird jedoch noch in diesem Jahr im oberösterreichischen Altheim produziert werden. Auf der griechischen Insel Milos wird im Herbst mit den Arbeiten an einer Pilotanlage begonnen, die mit Mitteln der Geothermie Strom und Wärme für den Betrieb einer Meerwasserentsalzungsanlage liefern soll. Auch daran sind deutsche Unternehmen maßgeblich beteiligt.

Eröffnet wird die Veranstaltung von Nordrhein-Westfalens Minister für Wirtschaft und Mittelstand, Energie und Verkehr, Ernst Schwanhold. Die Konferenz wird gemeinsam von der Geothermischen Vereinigung und der Landesinitiative Zukunftsenergien NRW durchgeführt.

Der Tagung ist auch dieses Mal wieder das Statusseminar des Bundes angegliedert, in dem die aktuellen Ergebnisse der laufenden Forschungsprojekte vorgestellt und diskutiert werden. Besonders gespannt erwartet werden die ersten Resultate aus einem breit angelegten Verbundvorhaben zu sogenannten klüftig-porösen Speichern, das das Ziel verfolgt, die Möglichkeiten zum Einsatz der hydrothermalen Geothermie (Thermalwassergeothermie) bedeutend zu erweitern.

Die stärkere Unterstützung durch den Bund (Förderung aus dem Marktanreizprogramm des Wirtschaftsministeriums, Aufnahme in das EEG) schufen Voraussetzungen, die den neuen Ideen und Technologien eine Chance zur Durchsetzung ermöglichten. Mittlerweile hat sich so etwas wie ein kleiner Boom entwickelt. In 2000 wurden mehr größere geothermische Anlagen angegangen als in den zehn Jahren davor.

Neben den nordrhein-westfälischen Vorhaben stehen Fernwärmeprojekte in Sachsen-Anhalt (Arendsee) und Bayern (Unterschleißheim, Schrobenhausen) an. An der bayerisch-österreichischen Grenze wurden die Bohrarbeiten für die grenzüberschreitende Wärmeversorgung Simbach-Braunau erfolgreich abgeschlossen. Derzeit werden dort die Fernwärmenetze verlegt. Diese Anlage wurde von der EU, dem Freistaat Bayern, dem Land Oberösterreich und der Republik Österreich gefördert.

Im Bereich der oberflächennahen Geothermie machte sich einerseits der Wegfall der Bundesförderung und der Ausfall von Fördermaßnahmen einzelner Energieversorger für erdgekoppelte Wärmepumpen negativ bemerkbar. Andererseits sorgen sinkende Strompreise für einen gewissen wirtschaftlichen Ausgleich. Mit zwei wegweisenden Großprojekten in Nordrhein-Westfalen konnten zudem neue Zeichen gesetzt werden. Positiv verläuft die Entwicklung beim Einsatz der Technologie der Erdberührten Betonbauteile ("Energiepfähle"), die nun auch in Deutschland Fuß zu fassen scheint.

Gastgeber der Konferenz ist dieses Mal das Land Nordrhein-Westfalen, das neben dem Bundeswirtschaftsministerium die Veranstaltung ebenfalls mit einem finanziellen Beitrag unterstützt. Nordhrein-Westfalen hatte in diesem Jahr bereits mehrfach deutlich gemacht, die Erdwärme stärker nutzen zu wollen. Im Februar wurde die Branchen- und Technologie-Initiative Geothermie ins Leben gerufen, an der sich Unternehmen, Hochschulen, Ministerien und Fachbehörden beteiligen. Das Geologische Landesamt untersucht derzeit in einer breit angelegten Studie die geothermischen Potentiale des Nordrhein-Westfalens. In einem weiteren vom Land unterstützten Forschungsprojekt , in das neben der DMT, Essen und der Rheinisch-Westfälischen Universität Aachen weitere Unternehmen eingebunden sind, werden die Möglichkeiten der wärmetechnischen Nachnutzung von Explorationsbohrungen aus dem Kohlebergbau untersucht.

Gefördert wurden vom Land auch die jüngsten Großprojekte, die die Einsatzmöglichkeiten der Geothermie eindrucksvoll demonstrieren: Die beiden größten deutschen Erdwärmesondensiedlungen in Werne-Fürstenhof (mehr als 120 Wohneinheiten) und Dortmund-Mengende (90 Wohneinheiten) sowie die innovativen Vorhaben in Hamm-Bockum-Hövel (250 Wohneinheiten) und Iserlohn Hennen (400 Wohneinheiten), bei denen Tiefe Erdwärmesonden zum Einsatz kommen sollen. In Iserlohn-Hennen werden die Bauarbeiten offiziell am 8. September gestartet.

Tiefe Erdwärmesonden benötigen kein Thermalwasser im Untergrund. Sie werden in Tiefen von rund 2500 m abgebohrt und liefern dann Wärme, die direkt in die Versorgungsnetze der Siedlungen eingespeist werden kann. Solche Anlagen garantieren den zukünftigen Bewohnern nicht nur saubere Luft sondern auch über viele Jahre stabile Wärmepreise.

Weitere Informationen zur Geothermie allgemein und zur Fachtagung gibt es bei der Geothermischen Vereinigung:

Gartenstr. 36, D-49744 Geeste, Tel.: 0 5907 545, Fax.: 0 5907 7379
e-mail Geothermische-Vereinigung@t-online.de,
oder im Internet: www.geothermie.de.
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