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Presseerklärung:

29.08.2000 - (idw) Klinikum der Universität München

Zu den Berichten über Tierversuche im Institut für Chirurgische Forschung am Klinikum der Universität München

Jedes Jahr werden in der Bundesrepublik ca. 3000 Patienten transplantiert und bekommen auf diesem Wege lebensnotwendige neue Organe. Nach einem Jahr zeigen 50% der Patienten Zeichen einer chronischen Abstoßung der transplantierten Organe, ca. 150 dieser Organe werden so jährlich zerstört. Die Patienten befinden sich dadurch in einem kritischen und oft lebensbedrohlichen Zustand. Um die Sicherheit dieser Patienten zu erhöhen, versuchen Forscher des Instituts für Chirurgische Forschung der LMU, die Ursachen für die körpereigene Abstoßung der transplantierten Organe zu finden.

Vermutet wird, dass die Verminderung oder Unterbrechung der Durchblutung (Ischämie), Durchspülung (Perfusion) und Wiederdurchblutung (Reperfusion) der isolierten und letztendlich wiedertransplantierten Organe ein Grund für die Abstoßungsreaktionen sind. Eine Induktionstherapie mit Anti-Lymphozyten-Antikörpern (ATG´s) könnte diese Schäden reduzieren und dadurch die Zahl der geschädigten Organe drastisch senken.

Die Unterdrückung dieser Abstoßungsreaktion ist das Ziel der Untersuchungen, die an den Affen im September diesen Jahres durchgeführt werden. Da die gegen die menschlichen Antigene gerichteten ATG`s mit Affenantigenen kreuzreagieren, können diese ATG´s nur an Primaten getestet werden. Tests am Menschen oder Computersimulationen sind nicht möglich, da die Ergebnisse für weitere klinische Forschungen nicht aussagekräftig genug wären.

Es werden an den Affen keine schmerzhaften Eingriffe durchgeführt; die Affen sind während des Eingriffes narkotisiert und werden vor Erwachen aus der Narkose eingeschläfert. Während der Versuche werden keine Extremitäten der Tiere abgetrennt, vielmehr wird während des Versuches ein Muskel des Oberschenkels chirurgisch freigelegt und so für die Untersuchung zugänglich gemacht.

Das Interesse an diesen Versuchen ist weltweit groß, da die Forscher hoffen, dadurch auf dem Gebiet der Transplantation einen bedeutenden Schritt weiterzukommen und die Sicherheit und Lebensqualität der Patienten zu erhöhen.

Prof. Dr. Dr. Claus Hammer, der Leiter des Versuchsvorhabens ist derzeit auf einem Kongreß in Rom und kann aus diesem Grund keine persönliche Stellungnahme abgeben. Für Rückfragen steht Ihnen Prof. Hammer ab Montag, den 4. September 2000 zur Verfügung.
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