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Behandlung und Forschung unter einem Dach

07.09.2000 - (idw) Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Neubau der Universitaetsklinik fuer Epileptologie Bonn wird eingeweiht

Was haben Julius Caesar, Isaac Newton und Vincent van Gogh gemeinsam? Mediziner vermuten, dass alle drei Epilepsie hatten. Das Risiko, einmal in seinem Leben einen epileptischen Anfall zu erleiden, ist hoch: Jeder zehnte der heute 80-jaehrigen hat im Laufe des Lebens einen epileptischen Anfall erlitten. Von Epilepsie spricht man jedoch erst, wenn Anfaelle wiederholt auftreten. In Deutschland leben etwa 800.000 Betroffene, 40.000 Personen erkranken jedes Jahr neu. Eines der modernsten Zentren, in denen diese Erkrankung des zentralen Nervensystems behandelt und gleichzeitig intensiv erforscht wird, ist die Klinik fuer Epileptologie der Universitaet Bonn unter Leitung von Prof. Dr. Christian E. Elger. Nach siebenjaehriger Planungs- und zweijaehriger Bauzeit oeffnet der Neubau der Klinik am kommenden Mittwoch, 13. September, seine Pforten. Auch die Landesministerin fuer Schule, Wissenschaft und Forschung, Gabriele Behler, wird an der festlichen Einweihung, die um 13 Uhr beginnt, teilnehmen.


Wir laden alle interessierten Journalisten ein, bei einem


Pressegespraech mit Klinikdirektor Prof. Christian E. Elger


am Mittwoch, 13. September 2000, um 11:30 Uhr

im Konferenzraum der neuen Klinik fuer Epileptologie,

Sigmund-Freud-Strasse 25 (Bonn - Venusberg)


und bei einem anschliessenden Presserundgang die neue Klinik kennenzulernen.


In der Ambulanz der Klinik versorgen mehrere erfahrene Fachaerzte in der Woche rund 80 Patienten aus dem In- und Ausland. Bei etwa 70 Prozent aller Patienten kann die Krankheit mit Medikamenten unter Kontrolle gebracht werden. Wenn Medikamente nicht zum Erfolg fuehren, kann in vielen Faellen die Epilepsiechirurgie helfen: Dabei wird durch eine aufwendige Diagnostik der Anfallsherd im Gehirn exakt lokalisiert und - wenn alle Voraussetzungen erfuellt sind - operativ entfernt. Gemeinsam mit der Klinik fuer Neurochirurgie Bonn wurde in den vergangenen Jahren eines der weltweit groessten epilepsiechirurgischen Zentren aufgebaut. Jedes Jahr unterziehen sich hier etwa 150 Patienten einem solchen Eingriff. Die neue Klinik fuer Epileptologie verfuegt ueber 33 Betten, davon sieben fuer Kinder.

Die Klinik ist zugleich eines der fuehrenden Zentren der Hirnforschung. Klinikdirektor Professor Christian E. Elger: "Die Epilepsie eroeffnet einzigartige Einblicke in die Funktionsweise des menschlichen Gehirns. Tatsaechlich verdanken wir einen grossen Teil unseres heutigen Wissens ueber die menschlichen Hirnfunktionen der Kooperation und Aufgeschlossenheit von Patienten mit Epilepsie." So wird die Zeit, in der ein Patient auf seinen naechsten Anfall wartet, mit Zustimmung des Patienten dazu genutzt, wissenschaftliche Fragen zu bearbeiten. Gedaechtnisleistungen und die Verarbeitung von Emotionen stehen dabei im Vordergrund. Die Ergebnisse tragen wesentlich zu einem verbesserten Verstaendnis der Epilepsie und anderer Hirnerkrankungen, wie zum Beispiel Depression und Gedaechtnisstoerungen, bei.


Das Klinikkonzept einer moeglichst engen Zusammenarbeit von Spitzenforschung und optimaler Krankenversorgung wird auch durch die Architektur des vom Land Nordrhein-Westfalen errichteten, 30 Millionen Mark teuren Neubaus gefoerdert: Patienten sehen den Forschern bei der Arbeit ueber die Schulter und die Forscher begegnen immer wieder den Patienten. Die Helligkeit des Gebaeudes traegt zum Wohlbefinden der Patienten bei. Im uebertragenen Sinne steht sie auch fuer das Bestreben, Licht in das Raetsel der Epilepsie und in die Geheimnisse des menschlichen Gehirns zu bringen.


Weitere Informationen ueber die Klinik fuer Epileptologie finden Sie im Internet unter http://www.meb.uni-bonn.de/epileptologie.

Ansprechpartner: Christian Hoppe, Telefon: 0228/287-6172,
Telefax: 0228/287-4328, E-Mail christian.hoppe@meb.uni-bonn.de.
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