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Expertentagung über Marburg- und Ebola-Virus

14.09.2000 - (idw) Philipps-Universität Marburg

Führende Wissenschaftler aus aller Welt tauschen vom 1. bis 4. Oktober 2000 in Marburg ihre Erfahrungen über die gefährlichen Filoviren aus

Das Marburg- und das Ebola-Virus stehen im Zentrum eines internationalen Symposiums, das vom 1. bis 4. Oktober 2000 in Marburg stattfindet. Unter der Leitung des Marburger Virologen Professor Hans-Dieter Klenk, Geschäftsführender Direktor des Zentrums für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie der Philipps-Universität, sowie von Dr. Heinz Feldmann, Canadian Science Centre for Human and Animal Health (Winnipeg, Kanada), tauschen die weltweit führenden Forscher auf dem Gebiet der so genannten Filoviren ihre Erkenntnisse aus über die Struktur dieser gefährlichen Erreger, die von ihnen ausgehende Infektionsgefahr, ihre mögliche Verbreitung, das von ihnen hervorgerufene Krankheitsbild, die Therapiemöglichkeiten sowie Sicherheitsaspekte bei der Behandlung im Krankenhaus. Filoviren wie das Marburg- und das Ebola-Virus lösen beim Menschen mit Blutungen (Hämorrhagien) einhergehende schwere Fiebererkrankungen aus, die häufig zum Tod führen.

1967 kam es in Marburg zu einer Serie von mysteriösen Krankheitsfällen, von denen mehr als 20 Beschäftigte der damaligen Behringwerke betroffen waren. Sie waren mit Gewebe und Blut von Grünen Meerkatzen aus Uganda in Berührung gekommen, die im Rahmen der Impfstoffproduktion importiert worden waren. Fünf Mitarbeiter des Pharmaunternehmens starben an den Folgen des schweren "hämorrhagischen Fiebers". Ähnliche Infektionen wurden fast zeitgleich aus Laboratorien in Frankfurt und Belgrad bekannt.

Innerhalb von nur drei Monaten gelang es den Marburger Forschern Professor Werner Slenczka und Rudolf Siegert zusammen mit dem Internisten Gustav Adolf Martini, das verantwortliche und bis dahin unbekannte Virus, das später den Namen "Marburg-Virus" erhielt, zu isolieren - eine beachtliche Leistung angesichts der seinerzeit noch sehr einfachen Methoden in der Virusdiagnostik, wie Professor Klenk aktuell hervorhebt. Professor Slenczka wird denn auch zu Beginn des Symposiums über die Geschichte des von ihm entdeckten ersten Filovirus berichten.

Seit den ersten Infektionsfällen vor über drei Jahrzehnten ist es in verschiedenen Ländern Afrikas immer wieder zu Ausbrüchen von Marburg- bzw. Ebola-Epidemien mit bis zu mehreren hundert Toten gekommen. In Marburg ebenso wie in den USA, in Großbritannien, Kanada, Russland und Südafrika u. a. haben Wissenschaftler inzwischen mit Mitteln der modernen Molekularbiologie viele Detailkenntnisse über die Struktur der Filoviren und die zellulären Mechanismen ihrer Vermehrung erarbeitet. Außerdem wurden neue Diagnosemethoden und Strategien für die Therapie wie die Prophylaxe entwickelt. Alle diese Aspekte sollen während des Marburger Symposiums erstmals zusammengeführt und interdisziplinär diskutiert werden.

Das Symposium findet im Marburger Sorat-Hotel statt (Pilgrimstein 29, in der Nähe des Auditoriengebäudes der Philipps-Universität).

Zu einer Pressekonferenz laden die Veranstalter für Montag, 2. Oktober, 12.30 Uhr, in das Sorat-Hotel ein.

Ansprechpartner:
Professor Hans-Dieter Klenk, Tel.: 06421 / 2866253. E-Mail: Klenk@mailer.uni-marburg.de
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