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Kleinplanet "Klaus Tschira" kreist um die Sonne

15.09.2000 - (idw) Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Bonner Astronom benennt Neuentdeckung nach einem Gönner

Was haben der Mitgründer des Software-Riesen SAP Klaus Tschira und "der kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry gemeinsam? Die Antwort ist: Beide besitzen einen Asteroiden! Den im Gegensatz zum Roman-Planeten ganz realen Himmelskörper "KlausTschira" (ohne Leerzeichen!) mit der Nummer 13028, der zwischen Mars und Jupiter seinen Bahnen zieht, hatte Dr. Michael Geffert von der Bonner Universitätssternwarte kürzlich auf Photoplatten der europäischen Südsternwarte entdeckt und vermessen. Das Privileg, als Entdecker den Namen für den Kleinplaneten vorzuschlagen, nutzt Geffert nun, um einem herausragenden Gönner der Bonner Astronomie zu danken. Die Klaus-Tschira-Stiftung unterstützt nämlich den Plan der Bonner Wissenschaftler, mit dem Forschungssatelliten "DIVA" Entfernungen, Helligkeiten, Farben und Bewegungen von rund 35 Millionen Sternen zu messen.

Die 1995 von Dr. h.c. Klaus Tschira gegründete gemeinnützige Stiftung fördert seit Jahren wissenschaftliche Projekte und die internationale Zusammenarbeit von Wissenschaftlern. In diesem Rahmen hat sich die Stiftung in besonderer Weise an der Förderung der DIVA-Mission beteiligt. Unter anderem organisierte sie im Mai ein Benefizkonzert zu Gunsten von DIVA. Damit wurde zum ersten Mal in Deutschland ein astronomisches Weltraumprojekt durch eine private Stiftung unterstützt, was in den USA schon seit langem üblich ist.

Der von deutschen Astronomen entworfene DIVA-Satellit soll Daten liefern, von deren Analyse die Astronomen fundamentale neue Erkenntnisse erwarten, darunter auch, wie groß, wie alt und wie schwer das Weltall ist. Die Entscheidung, ob sich DIVA im Jahr 2004 tatsächlich auf den Weg macht, fällt voraussichtlich Ende September beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bonn.

Bislang sind etwa 15.000 Kleinplaneten bekannt - die größten Exemplare sind Brocken von der Größe der Schweiz. Ihre Gesamtzahl wird aber auf weit über 100.000 geschätzt. Der erste dieser kleinen Planeten, Ceres, wurde bereits 1801 gefunden. Astronomen erhoffen sich von dem Studium der Asteroiden Aufschlüsse über die Entstehung unseres Sonnensystems. Die größten Kleinplaneten besitzen Durchmesser von einigen hundert Kilometern.

Kleinplaneten und Kometen sind die einzigen Himmelskörper, die nach Personen benannt werden können. Während Kometen im Allgemeinen den Namen des Entdeckers tragen, werden die Kleinplaneten von der Internationalen Astronomischen Union auf Vorschlag des Entdeckers benannt.

Weitere Informationen über den Asteroiden und DIVA gibt es im Internet unter http://www.astro.uni-bonn.de/~geffert/aster13028.html

Ansprechpartner: Dr. Michael Geffert, Sternwarte der Universität Bonn, Telefon: 0228/73-3648, Telefax: 0228/73-3672, E-mail: geffert@astro.uni-bonn.de
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