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Die UN zwischen Anspruch und Wirklichkeit

02.08.2004 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Politikwissenschaftler der Universität Jena gibt Reden und Beiträge von UN-Generalsekretär Kofi Annan heraus


Jena (02.08.04) Die Charta der Vereinten Nationen verleiht Kofi Annan einen politisch-ethischen Führungsanspruch. Klassische Machtmittel stehen dem UN-Generalsekretär jedoch nicht zur Verfügung. Ähnlich wie beim deutschen Bundespräsidenten sind Worte die Instrumente, derer er sich am häufigsten bedient. So hat denn Annan, der 2001 den Friedensnobelpreis verliehen bekam, seit seinem Amtsantritt über 3.000 Statements, Reden, Vorlesungen, Pressekonferenzen gegeben. Aus dieser Menge hat der Politikwissenschaftler Dr. Manuel Fröhlich von der Universität Jena die aussagekräftigsten und repräsentativsten Texte ausgewählt und in einem Buch herausgegeben. Die neue Publikation "Die Vereinten Nationen im 21. Jahrhundert. Reden und Beiträge von Kofi Annan 1997-2003" ist jetzt im VS Verlag für Sozialwissenschaften erschienen.

"Da ich mich unter anderem mit den Möglichkeiten von Sprache als Instrument politischer Führung, gleichzeitig aber auch mit den Vereinten Nationen beschäftigt habe, lag die Idee zu solch einer Edition nahe", berichtet Dr. Fröhlich. Als im Umfeld des Irak-Krieges die Vereinten Nationen oft als irrelevant oder unwichtig wahrgenommen wurden, nahm er dies als weiteren Impuls für sein Buchprojekt. Sich mit dem Generalsekretär zu beschäftigen ist für den Jenaer Politologen ein Weg, die Weltorganisation mit ihren Möglichkeiten und Grenzen besser zu verstehen. "Die deutsche Edition bietet einem breiten Publikum die Gelegenheit, sich selbst ein Bild zu Anspruch und Wirklichkeit der UN zu machen", so Fröhlich, der auch Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen ist.

Kofi Annan hat immer wieder auf drängende Fragen hingewiesen und alternative Entwicklungswege aufgezeigt: im Kampf gegen den internationalen Terrorismus, im Dialog der Zivilisationen sowie bei der Gestaltung und Zähmung der Marktkräfte einer globalisierten Welt, die gleichwohl Massenarmut und Elend kennt. "Als ich mich mit Annans Reden beschäftigte, fiel mir auf, dass einige, etwa zur staatlichen Souveränität, der Rolle von Demokratie in der internationalen Politik oder dem Dialog der Zivilisationen vom Informationsgehalt durchaus mit fachwissenschaftlichen Beiträgen zu vergleichen sind und zugleich als Äußerungen des Generalsekretärs politische Relevanz haben", erläutert Fröhlich. Wer sie liest, erhält eine aufschlussreiche Perspektive auf globale Fragen.

Da viele Äußerungen nur in englischer Sprache vorlagen, wurde eine Reihe von Texten eigens für die Edition ins Deutsche übersetzt. Den ausgewählten Reden des Generalsekretärs hat der Herausgeber Hintergrundinformationen zu Prägungen, Erfahrungen und Schwerpunkten der Amtszeit Kofi Annans zur Seite gestellt. Das Spektrum reicht dabei von der Reform der UN-Friedenssicherung bis hin zu konkreten Initiativen wie dem Globalen Pakt zur Einbindung multinationaler Unternehmen. Fröhlich bilanziert Erfolg und Scheitern der UN unter ihrem siebten Generalsekretär und erhellt so die aktuelle Diskussion zur Reform der Weltorganisation.

Angaben zum Buch:

"Die Vereinten Nationen im 21. Jahrhundert. Reden und Beiträge von Kofi Annan 1997-2003", Hrsg. Manuel Fröhlich, VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden (2004), 298 S., 24,90 Eur, ISBN: 3-531-13872-3

Kontakt:
Dr. Manuel Fröhlich
Institut für Politikwissenschaft der Universität Jena
Ernst-Abbe-Platz 8, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 945433
E-Mail: Manuel.Froehlich@uni-jena.de

Ansprechpartnerin im Verlag:
Sonja Vollmer
Tel.: 0611 / 7878394
E-Mail: sonja.vollmer@gwv-fachverlag.de
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