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Cottbuser Max Grünebaum Stiftung zeichnet erstmals

28.09.2000 - (idw) Brandenburgische Technische Universität Cottbus

Stiftung fördert junge Menschen von Universität und Staatstheater

Presseinformation
100/00
28. September 2000


Sperrfrist: Sonntag, 1. Oktober, 13 Uhr

Cottbuser Max Grünebaum Stiftung zeichnet erstmals
BTU-Projekte mit 30.000 Mark aus
Stiftung fördert junge Menschen von Universität und Staatstheater


Drei Projekte der Universität Cottbus werden am Sonntag, 1. Oktober, erstmals mit dem Max-Grünebaum-Preis ausgezeichnet. Wie schon in früheren Jahren werden auch Künstler des Staatstheaters Cottbus durch die Grünebaum-Stiftung geehrt. Die Stiftung wurde 1997 von vier Nachfahren des Cottbuser Textilfabrikanten Max Grü-nebaum ins Leben gerufen, zunächst zur alleinigen Förderung des Staatstheaters seit 1999 wurde der Stiftungszweck um die Unterstützung der Universität erweitert.
Bei den ausgezeichneten BTU-Projekten handelt es sich um Arbeiten aus den Berei-chen Physik, Architektur und Baugeschichte/Denkmalpflege. Am Lehrstuhl von Prof. Dieter Schmeißer, Lehrstuhl Angewandte Physik/Sensorik, hat der aus Griechenland stammende Alexandros Yfantis eine hervorragende Doktorarbeit geschrieben. Yfan-tis hat mit seiner Arbeit einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung von Korrosions-schutzschichten für Aluminium- und Magnesium-Bleche beitragen können. Eine Ent-wicklung, die insbesondere für die Automobil-, Luft- und Raumfahrtindustrie von großer Bedeutung ist.
Prof. Helena Muda, Gastprofessorin an der BTU, hat sich mit einer Studentengruppe um das Cottbuser Dieselkraftwerk verdient gemacht. Gemeinsam haben sie Konzep-te entwickelt, wie das Kraftwerk als Museumsbau genutzt werden könnte, da die Brandenburgischen Kunstsammlungen in der Spremberger Strasse zu beengt unter-gebracht sind. Mit den studentischen Entwürfen wurde in der Stadt eine Diskussion in Gang gesetzt, die noch nicht abgeschlossen ist und die hoffen lässt, dass eventu-ell mit der finanziellen Unterstützung des Landes die Kunstsammlungen in das Die-selkraftwerk umziehen könnten.
Prof. Leo Schmidt, Lehrstuhl Denkmalpflege arbeitet seit 1999 zusammen mit Archi-tektur-Studenten an der Erforschung der Baugeschichte des englischen Landsitzes Holkham Hall. Bei der einer zweiten Bauaufnahme vor Ort im Frühjahr 2000 kamen sie zu verblüffenden Ergebnissen, da der perfekt anmutende Bau bei genauerer Un-tersuchung offenbar während des Baugeschehens an die Gegebenheiten angepasst und gegenüber den ursprünglichen Plänen verändert wurde.

Zur Stiftung
Max Grünebaum wurde am 6. November 1851 in Lippstadt in Westfalen geboren, machte später eine Lehre in einem Tuchwarengeschäft, besuchte dann die Web-schule und arbeitete ein Jahr in der Aachener Tuchindustrie. Mit 20 Jahren kam er nach Cottbus und gründete wenige Jahre später gemeinsam mit Julius Kaufmann die Firma Grünebaum & Kaufmann, die sich der hauptsächlichen Erzeugung und Herstellung von feinen Kammgarn-Herrenstoffen englischer Art widmete.
Max Grünebaum war ein äusserst sozial engagierter Bürger, der sich auch politisch für das Gemeinwohl einsetzte. Er wurde aufgrund seines persönlichen Einsatzes mit dem Titel Kommerzienrat und später mit der Auszeichnung als Ehrenbürger der Stadt Cottbus geehrt.
Max Grünebaum heiratete 1884 Caroline Beer aus Warendorf, und sie hatten zwei Töchter Carla und Licie. Aus der Ehe von Carla Grünebaum mit Max Frank stammen die Zwillinge Ellen Gumbel und Marion Frank, zwei der Stifter der Max Grünebaum-Stiftung.
Aus der Ehe von Licie mit Karl Neumann gingen zwei Kinder, Ursula Hulme und Karl Max Newman, hervor, die zusammen mit ihren beiden Zwillings-Cousinen die Stif-tung gründeten.
Die Kinder des 1925 verstorbenen Max Grünebaum flohen 1938 während der natio-nalsozialistischen Herrschaft aus Deutschland und konnten sich in England wieder eine Existenz aufbauen. Große Dankbarkeit gegenüber ihrer neuen Heimat England empfinden daher die Enkel von Max Grünebaum. Als sie nach der Wende in Deutschland eine Entschädigung für ihr unter den Nationalsozialisten enteigentes Vermögen erhielten, entstand die Idee, eine Stiftung zu gründen. Aus dem Anfangs-kapital von 300.000 Mark sind mittlerweile 2 Millionen Stiftungskapital geworden, mit dem die Stifter ausschließlich Cottbuser Projekte von Staatstheater und Universität fördern wollen. Die Grünebaum Enkel sind heute vor allem an grenzüberschreiten-den Projekten, an kulturellen und zukunftsweisenden Projekten junger Menschen interessiert. Ihr Hauptinteresse liegt auf der Förderung der Jugend.

Die vier Stifter leben heute in England und sind englische Staatsbürger und haben es zu hohem gesellschaftlichem und staatlicher Anerkennung gebracht. So ist Karl Max Newman C.B. Träger eines der höchsten englischen Orden (Bath Orden). Er war über zehn Jahre lang Rechtsberater der englischen Regierung für Europarecht.
Bei der Preisverleihung im Staatstheater wird Karl M. Newman C.B. aus gesundheit-lichen Gründen von seiner Tocher Caroline vertreten. Seine Schwester Ursula Hulme wird anwesend sein können. Die Brandenburgische Technische Universität Cottbus vergibt zum ersten Mal die Ehrenmitgliedschaft der Universität. In diesem Fall an Max Newman C.B. und Ursula Hulme.
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