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Komplexität - wenn das Ganze mehr ist als seine Teile

28.09.2000 - (idw) Universität Bielefeld

Neue Forschungsgruppe am ZiF nimmt Arbeit auf
The Sciences of Complexity: From Mathematics to Technology to a Sustainable World

Komplexität - wenn das Ganze mehr ist als seine Teile

Die Komplexität unserer alltäglichen Umgebung und die wachsende Geschwindigkeit, mit der unser Wissen zunimmt, gehören zu den größten Herausforderungen des kommenden Millenniums. Jeder Wissenschaftler, genau wie jeder andere auch, sieht diese wachsende Informationsschwemme mit Unbehagen.

Sehen wir uns einige Beispiele an: Unser Immunsystem funktioniert mit Tausenden spezialisierter Zellen, die dank einer Vielzahl von Verbindungen und Funktionen wechselwirken. Ein Flugzeug fliegt, weil eine Armee von Ingenieuren Tausende von Maschinen und Kontrollsystemen entwickelt hat, deren Abläufe so abgestimmt sind, daß das Ganze letztendlich fliegen kann. Unsere Wirtschaft, genau wie die Gesellschaft, von der sie ein Teil ist, folgt einer Entwicklung, die Resultat einer Summe von unzählbaren kleinen Einflüssen ist, die sich zudem gegenseitig beeinflussen.

Trotz all der wesentlichen Unterschiede zwischen diesen Gebieten sind etliche Gesetze entdeckt worden und Phänomene bekannt, die all diesen komplexen Systemen gemeinsam sind. Etwas vereinfachend kann man sagen, daß überraschend simple Tatsachen das reibungslose Funktionieren des Immunsystems, des Flugzeugs, der Wirtschaft als auch vieler anderer Systeme garantierten: Jedes Teilsystem erfüllt seine eigene Aufgabe auf eine autonome Art und Weise, und dank der Wechselwirkungen zwischen den Teilsystemen sind deren Auswirkungen weitaus größer, als es die Kraft eines Teilsystems zulassen würde.

Mit diesen Phänomenen wird sich die neue Forschungsgruppe "Komplexität" befassen, die ihre Arbeit am 6. Oktober im Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld aufnimmt. Ziel der Forschungsgruppe ist es, ein besseres Verständnis davon zu erhalten, wie wohlbekannte Teilsysteme wechselwirken. Sie will entdecken, wie die gemeinsamen Regeln aussehen und dabei Systeme aus unterschiedlichen Bereichen wie Biologie, Physik oder Wirtschaft untersuchen.

Das ZiF führt bis zum 31. August 2001 Wissenschaftler aus verschiedenen Fachrichtungen zusammen, um die oft versteckten Gemeinsamkeiten dieser Gebiete herauszuarbeiten. Heutzutage ist dies nicht lediglich eine intellektuelle Frage, sondern eine Notwendigkeit, um auf effiziente Art und Weise auf Systeme einwirken zu können.

Die wissenschaftliche Leitung des interdisziplinären Projekts haben Philippe Blanchard (Bielefeld), John W. Clark (St. Louis), Ricardo Lima (Marseille), Ludwig Streit (Bielefeld) und Rui Vilela Mendes (Lissabon).

Kontakt und weitere Informationen: Prof. Dr. Philippe Blanchard, Telefon 0521/106-6205, Prof. Dr. Ludwig Streit, Telefon 0521/106-6204; Tagungsbüro des ZiF, Telefon 0521/106 2768. Internet: http://www.uni-bielefeld.de/ZIF/complexity/
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