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Grüdungskolloquium: Kompetenznetz Verfahrenstechnik

29.09.2000 - (idw) Universität Stuttgart

Das Know-how von Universitäten, Forschungseinrichtungen und Industrie auf dem Gebiet der Verfahrenstechnik und des Chemieingenieurwesens bündeln soll das "Kompetenznetz Verfahrenstechnik Pro 3". Partner sind die Universitäten Stuttgart und Karlsruhe, die Unternehmen BASF, Degussa-Hüls, Lurgi und Siemens sowie das Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme in Magdeburg. "Pro 3" steht für die drei Kernbereiche der Verfahrenstechnik, Produktgestaltung, Prozeßgestaltung und Prozeßführung, sowie für die Förderung von Lehre, Forschung und industrieller Anwendung. Ziele, Konzept und Fachgremien dieses als Verein organisierten Netzwerks soll nun am 10. Oktober an der Universität Stuttgart bei einem Gründungskolloquium der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Vertreter/innen der Medien sind dazu herzlich eingeladen.

Zeit: 10. Oktober, 9.30 bis 16.00 Uhr
Ort: Vaihingen, Pfaffenwaldring 47, Hörsaal 47.03

Nach Grußworten des neuen Rektors der Universität Stuttgart, Prof. Dr.-Ing. Dieter Fritsch, des Prorektors der Universität Karlsruhe, Prof. Dr. Fritz Fimmel, und Dr. Heribert Knorr (Wissenschaftsministerium Baden-Württemberg) wird der Vizepräsident der Max-Planck-Gesellschaft, Prof. Dr. Gerhard Wegener, in seinem Festvortrag das Thema "Welche Forschung braucht die Gesellschaft?" diskutieren (10.00 Uhr). Anschließend (ab 11.15 Uhr) stellt Dr.-Ing. Carl Voigt (Vorstandsmitglied der Degussa Hüls AG) die "Chemische Industrie im Wandel" vor, Prof. Dr.-Ing. Klaus Wintermantel (BASF AG) informiert über "Ziele und Perspektiven des Kompetenznetzes Verfahrenstechnik" und Prof. Dr.-Ing. Helmar Schubert (Uni Karlsruhe) berichtet über das "Gestalten von Produkten am Beispiel von Emulsionen.

Die Verfahrenstechnik, die sich mit chemisch-physikalischen, biologischen und energetischen Stoffumwandlungsprozessen beschäftigt, muß als ingenieurwissenschaftliche Disziplin zukunftsfähig bleiben. Notwendig ist daher ein verstärkter Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, das frühe Ausloten der Potentiale von Forschungsthemen und ein effektiver Mitteleinsatz. Das Kompetenznetz Pro3 soll dabei als eine Art Katalysator wirken. Und es soll dazu beitragen, den Forschungsstandort Deutschland vermehrt auf die technische und produktbezogene Umsetzung der Forschung auszurichten. Die beteiligten Unternehmen fördern den Verbund mit 2,5 Millionen Mark, das Land Baden-Württemberg gibt über drei Jahre 450.000 DM dazu.

"Die Hochschulen haben Neuland beschritten", hob Wissenschaftsminister Klaus von Trotha bei der Gründung des Vereins im Februar in Karlsruhe hervor. Der neue Kooperationsansatz werde dazu beitragen, die Defizite bei der Umsetzung von Forschungsergebnissen in die unternehmerische Praxis abzubauen. "Die Universitäten zeigen mit diesem Verbund, daß es möglich ist, Forschungskompetenz über die Grenzen von Hochschulen hinaus zu konzentrieren und zu vernetzen", sagte der Wissenschaftsminister; für die Zukunft sieht er darin auch einen zusätzlichen Anreiz, Verfahrenstechnik zu studieren.

Attraktive Ingenieurdisziplin
Auf mehr Interesse von seiten der Studierenden "für diese wichtige Schlüsseltechnologie der Zukunft" hofft auch Prof. Dr. Ernst Dieter Gilles vom Max-Planck-Institut Magdeburg, der an der Universität Stuttgart den Lehrstuhl für Systemdynamik und Regelungstechnik inne hat. Die attraktive Ingenieurdisziplin Verfahrenstechnik biete ein breites berufliches Spektrum. Zudem trägt sie dazu bei, die natürlichen Ressourcen zu schonen und Umweltbelastungen zu reduzieren.
Zunächst hat das Kompetenznetz zehn Forschungsschwerpunkte ausgewählt. Darunter finden sich die Hochtemperatur-Reaktionstechnik, Brennstoffzellensysteme, Bioverfahrenstechnik und integrierte Prozesse sowie die Modellierung, Stimulation und Führung verfahrenstechnischer Prozesse. Die Vernetzung von Grundlagenforschung, angewandter Forschung und industrieller Anwendung soll neue Lösungsansätze in der Prozeßtechnologie ermöglichen, und eine zukunftsorientierte Forschung im vorwettbewerblichen Bereich könnte die Grundlagenforschung schneller in die industrielle Anwendung übertragen.

"Premiere, der andere folgen sollten.."
"Was den Unternehmen und Wissenschaftlern mit diesem Projekt in Baden-Württemberg gelungen ist, stellt eine Premiere dar, der andere folgen sollten", hob der Wissenschaftsminister hervor. Hochschullehrer und Studierende werden gleichermaßen profitieren von verbesserter Drittmittelwerbung, von Fortbildungsveranstaltungen, speziellen Arbeitsprogrammen für Doktoranden, fachbezogenen Symposien und Workshops sowie internationalen Stipendienprogrammen. Wenn sich Pro 3 etabliert hat, dann erfahren die Grundlagenforscher unmittelbar, wie ihre Forschung in bezug auf die Anwendbarkeit eingeschätzt wird und die industriellen Anwender werden früher auf Denkrichtungen aufmerksam, die ihr Arbeitsgebiet verändern können.

Ziel des Gründungskolloquiums am 10. Oktober in Stuttgart ist es, das Netzwerk einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen. Pro 3 ist für weitere Mitglieder offen.


Kontakt:
Beate Witteler-Neul, Geschäftsstelle Kompetenznetz Verfahrenstechnik Pro3 e.V., Institut für Systemdynamik und Regelungstechnik, Pfaffenwaldring 9, 70569 Stuttgart, Tel. 0711/685-6297, Fax 0711/685-6371, e-mail: witteler@isr.uni-stuttgart.de sowie www.verfahrenstechnik-pro3.de
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