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Physik-Nobelpreis an ehemaligen Göttinger

11.10.2000 - (idw) Georg-August-Universität Göttingen


Herbert Krömer Gestern gab die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften die Nobelpreisträger für Physik bekannt. Gemeinsam mit zwei Wissenschaftlern aus den USA und Russland erhält der 1928 in Weimar geborene Halbleiter-Spezialist Prof. Dr. Herbert Krömer diese höchste wissenschaftliche Auszeichnung. Krömer studierte ab 1948 u.a. gemeinsam mit Manfred Schroeder an der Universität Göttingen Physik und beendete seine Ausbildung 1951 mit dem Diplom, dem sich ein Jahr später die Promotion bei Prof. Richard Becker, dem Lehrstuhlnachfolger Max Borns, zum Thema "Zur Theorie des Germaniumgleichrichters und des Transistors" anschloß. Als junger Absolvent der Georgia Augusta forschte Krömer bei der Fernmeldetechnischen Zentrale in Darmstadt, anschließend arbeitete er vor allem in den USA. Bei der Firma Varian, einem Pionier der Mikrowellenanwendung, entwickelte er in den 50er Jahren wegweisende theoretische Grundlagen, ohne die das Mondprogramm der NASA, aber auch die heutige Medientechnik mit Richtfunkstrecken und Handys nicht denkbar wären. Als Professor an der Universität von Kalifornien in Santa Barbara beschäftigte er sich später, wie schon als junger Forscher in Göttingen, mit dem Ladungstransport in Halbleitern und nahm wesentlichen Einfluß auf die Entwicklung etwa der Lasertechnologie.

Herbert Krömer steht als Physiker in der ruhmvollen Tradition der Göttinger Physik und kann - wie der jetzige Leiter des Instituts für Halbleiterphysik und enger Fachkollege von Krömer, Prof. Dr. Rainer Ulbrich, heute formulierte - als "Enkel von Max Born und Werner Heisenberg" bezeichnet werden, der die Quantenmechanik in praktische Anwendungen umsetzte. Gerade im jetzigen Jahr der Physik, das die Universität Göttingen in den nächsten Wochen mit Veranstaltungen zum 75jährigen Jubiläum der in Göttingen von Heisenberg und Born formulierten Quantentheorie begeht, ist die Freude groß, das neue Jahrtausend mit einem Göttinger Nobelpreisträger zu beginnen. Herbert Krömer ist für die Göttinger Physik bereits der 23. Nobelpreisträger - insgesamt kann die Georg-August Universität Göttingen auf nunmehr 44 Nobelpreisträger als sichtbares Zeichen ihrer akademischen Qualität in Forschung und Lehre verweisen.
Prof. Dr. Horst Kern, Präsident der Universität Göttingen: "Wir sind natürlich besonders stolz, das Prof. Krömer den Grundstein für seine wissenschaftliche Karriere mit einer Ausbildung und ersten Forschungen in Göttingen gelegt hat. Auch heute sind wir davon überzeugt, daß wir insbesondere im Fach Physik den Studierenden eine besonders fundierte und breite Ausbildung bieten können. Der gerade begonnene Neubau der Physik im Nordbereich der Universität, der optimale Arbeitsbedingungen bieten wird, und diese höchste Auszeichnung eines Absolventen der Georgia Augusta sollten mehr junge Menschen dazu motivieren, ein Physikstudium hier in Göttingen aufzunehmen."
Am 18. Dezember wird die Fakultät für Physik das Lebenswerk von Prof. Herbert Krömer mit einem von Prof. Ulbrich geleiteten Kolloqium ehren.
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