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Workshop zu bundesweitem Biotopverbund

09.10.2000 - (idw) Bundesamt für Naturschutz

Vogtmann: Biologische Vielfalt kann nicht dauerhaft allein in isolierten Schutzgebieten erhalten werden.

Bonn, 9. Oktober 2000: Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) führt ab heute einen Workshop mit Vertretern von Bund, Ländern, Verbänden und Wissenschaftler im Amt durch. Zwei Tage soll über die Möglichkeiten und Umsetzung einer bundesweiten Vernetzung von Lebensräumen (Biotopverbund) gesprochen werden.

Der anhaltende Verlust naturnaher Lebensräume führt bis heute nicht nur zu einer direkten Bedrohung wild lebender Pflanzen und Tiere, sondern bewirkt auch die Zerstörung von Land-schaften mit ihren Vernetzungsbeziehungen und vielfältigen ökologischen Funktionen für die einheimische Pflanzen- und Tierwelt. "Die biologische Vielfalt kann aber nicht allein in isolierten Schutzgebieten erhalten werden. Ökologisch, gesellschaftlich und ökonomisch integrierte Ansätze sind wahrscheinlich erfolgreicher. Schutzgebiete müssen im Zusammenhang mit der sie umgebenden Landschaft betrachtet werden. Das betrifft die Vernetzung der Gebiete untereinander und die Verknüpfung mit der jeweiligen sie umgebenden Landschaftsnutzung," sagte BfN Präsident Prof. Hartmut Vogtmann.

Bereits vor über zehn Jahren hatte der Rat der Sachverständigen für Umweltfragen (SRU) darauf aufmerksam gemacht, dass durch bestehende Schutzgebiete nur 30 bis 40 Prozent der heimischen Arten erhalten werden können. Deshalb hat der SRU in seinem Jahresgutachten 2000 darauf hingewiesen, dass der Vernetzung von Kerngebieten des Naturschutzes zu einem Biotopverbundsystem eine prioritäre Bedeutung für die Erhaltung der noch vorhandenen biologischen Vielfalt zukommt. Der wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) schlägt u.a. eine Verbindung von Schutzgebieten durch Korridore vor. Diese Korridore sollen die Bewegungsfähigkeit und den genetischen Austausch bestimmter Arten und somit ihre Überlebenswahrscheinlichkeit verbessern. Im Umfeld bestehender Schutzgebiete sollte - laut WBGU - der Aufbau von Pufferzonen mit geeigneten Bewirt-schaftungskonzepten gefördert werden.

Die Bundesregierung will diesen Erfordernissen bei der Novellierung des Bundesnaturschutzgesetzes Rechnung tragen. Darin soll die Einrichtung eines bundesweiten Biotopverbundsystems auf mindestens 10% der Landesfläche vorgesehen werden. Das Bundesamt für Naturschutz erarbeitet hierzu ein umfangreiches fachliches Konzept. In diesem Zusammenhang hat das Bundesumweltministerium gemeinsam mit dem Bundesamt für Naturschutz zu einem Workshop eingeladen. Auf dieser Veranstaltung sollen fachliche Anforderungen an den geplanten neuen § 3 (Biotopverbund) des Naturschutzgesetzes diskutiert sowie Umsetzungsaspekte erörtert werden. Hierzu hat das Bundesamt für Naturschutz ein Thesenpapier vorgelegt, in dem die naturschutzfachlichen Ziele und mögliche Schritte zur rechtlichen und planerischen Umsetzung eines Biotopverbundsystems aufgeführt werden.
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