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Hessischer Kulturpreis 2000 für den Pionier "Computer-generierter Welten"

13.10.2000 - (idw) INI - GraphicsNet Foundation


Prof. Dr.-Ing. José L. Encarnação
Prof. Dr.-Ing. José L. Encarnação Für seine herausragenden Erfolge auf dem Gebiet der Graphischen Datenverarbeitung wurde der in Darmstadt arbeitende Prof. Dr.-Ing. José Encarnação von der Jury mit dem Hessischen Kulturpreis ausgezeichnet. Für den Direktor des Fraunhofer-Instituts für Graphische Datenverarbeitung ist dies eine weitere Ehrung für seine weltweit beachteten wissenschaftlichen Forschungsleistungen auf diesem Gebiet. Der Hessische Ministerpräsident Roland Koch und seine Stellvertreterin Ruth Wagner würdigten die "hervorragende Art und Weise" mit der der Pionier computer-generierter Welten "technische Informationsverarbeitung mit visueller Kreativität verbindet". Die Entscheidung des Kuratoriums wurde am vergangenen Mittwoch in Wiesbaden bekanntgegeben.

Der Professor für Informatik freut sich sehr über die Auszeichnung: "Will man heute modernste Technologie für den Menschen effektiv nutzen, bedarf es auch künstlerischer Erfindungsgabe. Der Computer wird uns in Zukunft überall mit hin begleiten, daher ist es wichtig, die zugrundeliegende Technik unseren Bedürfnissen nach Kommunikation und Interaktion anzupassen, beschreibt Encarnação seine Arbeit.

Bereits 1970 konstruierte der gebürtige Portugiese seine ersten dreidimensionalen Objekte am Rechner. Heute zählt der Wahl-Darmstädter mit seinen Entwicklungen zu den weltweit führenden Experten auf dem Gebiet der Visualisierung digitaler Informationen. Encarnação erschließt mit seinen Arbeiten unter anderem das immense Potenzial der Virtual Reality und Augmented Reality Anwendungen: Intuitive Interaktionsmechanismen wie Sprache, Gestik und Mimik werden zukünftig einen effizienten Umgang mit Daten und Prozessen ermöglichen. Haptische Ausgabegeräte, wie der sogenannte Datenhandschuh, vermitteln dem Nutzer wie sich das computergenerierte Objekt anfühlt. Die innovative Technik der Erweiterten Realität (Augmented Reality) gestattet uns künftig doppelten Durchblick: Über eine Datenbrille oder ein semitransparentes Mini-Display werden dem Betrachter zusätzliche Informationen eingeblendet.
Diese neuen Spitzentechniken lassen Kultur und Neue Medien zusammenwachsen: Künstler zeigen multimediale Inszenierungen, Museen und Galerien präsentieren sich via Internet und die Denkmalpflege nutzt die digitalen Technologien, um Kulturgüter zu erforschen, zu inventarisieren und - unabhängig von Zeit und Ort - dem Betrachter anschaulich zu vermitteln. Historische Kulturschätze, wie die berühmten Höhlen von Dunhuang bleiben somit bewahrt - selbst Zeitreisen ins Mittelalter werden mit dem Projekt "Dom von Siena" realisiert.

Ausgezeichnet werden neben Prof. Encarnação die Frankfurter Filmemacherin Helga Fanderl sowie die Redaktionsfotografin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Barbara Klemm. Die feierliche Preisverleihung findet am 12. November 2000 im Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe in Darmstadt statt.

Mit den letztjährigen Preisträgern, dem Soziologen und Philosophen Jürgen Habermas, dem Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki und dem Verleger Siegfried Unseld stand die Literatur im Mittelpunkt. "Dieses Mal wollen wir, Personen würdigen, deren Schwerpunkt auf der visuellen Kreativität liegt" begründeten Koch und Wagner die Auswahl. Der Preis wird jährlich in den Sparten Wissenschaft, Kunst und Vermittlung vergeben und ist mit jeweils 30.000 DM dotiert.

Weitere Informationen sowie den Lebenslauf von Prof. Dr.-Ing. José Encarnação finden Sie unter der Web-Adresse: http://www.gris.informatik.tu-darmstadt.de/leitung/

Auf Anfrage erhalten Sie gerne weitere Photos.

Ansprechpartner für die Presse:

Bernad Lukacin
INI-GraphicsNet Foundation
Unternehmenskommunikation
Rundeturmstraße 6
64283 Darmstadt
Telefon: 06151 155 146
Telefax: 06151 155 446
e-mail: Bernad.Lukacin@igd.fhg.de


Kurzprofil INI-GraphicsNet

Das internationale Netzwerk der Graphischen Datenverarbeitung (INI-GraphicsNet) besteht aus dem Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung (IGD), dem Zentrum für Graphische Datenverarbeitung (ZGDV) e.V., beide in Darmstadt und Rostock, und dem Fachgebiet Graphisch-Interaktive Systeme (GRIS) der Technischen Universität Darmstadt. Weitere Institutionen des Netzwerkes sind das Fraunhofer-Anwendungszentrum für Computergraphik in der Chemie und Pharmazie (AGC) in Frankfurt, das Fraunhofer Center for Research in Computer Graphics (CRCG) in Providence, Rhode Island (USA), das Fraunhofer Centre for Advanced Media Technology (CAMTech) in Singapur und das Centro de Computação Gráfica (CCG) in Coimbra (Portugal).


Innerhalb des Netzverbundes sind an den sechs Standorten über 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie mehr als 450 wissenschaftliche Hilfskräfte beschäftigt. Bei einem Haushalt von zirka 70 Millionen DM bildet das INI-GraphicsNet weltweit den größten Forschungsverbund auf dem Gebiet der Graphischen Datenverarbeitung.
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