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FernUniversität verabschiedet ihren Gründungskanzler Ralf Bartz

18.10.2000 - (idw) FernUniversität in Hagen

Mit der Verabschiedung von Ralf Bartz geht an der FernUniversität Hagen eine Ära zu Ende: Ein Vierteljahrhundert lenkte er als Kanzler ganz entscheidend ihre Geschicke mit. So ist ihm insbesondere ihre erfolgreiche Entwicklung vom "Paradiesvogel in der deutschen Hochschullandschaft" hin zu einer Universität der Zukunft mit zu verdanken, so Rektor Prof. Dr.-Ing. Helmut Hoyer.

Als das Gesetz zur Errichtung der Hochschule am 1.12.1974 in Kraft trat, war Ralf Bartz bereits im nordrhein-westfälischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung Mitglied in der von Minister Johannes Rau zwei Monate zuvor eingerichteten "Arbeitsgruppe Fernuniversität". Hier stellte er an zentraler Stelle die Weichen, um die Vision Raus Wirklichkeit werden zu lassen. In den 60er-Jahren hatte Bartz bereits am Aufbau der Ruhr-Universität Bochum mitgewirkt.

Das hochschulpolitische Neuland "FernUniversität" betrat der Technische Diplom-Volkswirt fasziniert von dem Gedanken, etwas in der Bundesrepublik völlig Neues aus dem Nichts heraus aufzubauen. Seine Interessen schlossen einerseits etwa die bildungspolitische Bedeutung des Fernstudiums ein, andererseits z. B. durchaus auch didaktische Einzelheiten. Mit nie nachlassender Energie beschränkte der Kanzler sich keineswegs auf den Verwaltungsbereich im engeren Sinne, sondern nahm an allen Auf- und Ausbauarbeiten der gesamten Hochschule teil - aktiv, konstruktiv und innovativ. Dabei folgte er selbst seiner Empfehlung, "heitere Gelassenheit" zu bewahren. Bei der souveränen Vertretung der FernUni-Interessen nutzten ihm seine vielfältigen persönlichen Beziehungen in Wissenschaft, Verwaltung, Politik und Wirtschaft. U. a. war er stellvertretender Sprecher der deutschen Universitätskanzler.

In seine Amtszeit fielen nicht nur der Ausbau auf sechs Fachbereiche, das Ansteigen der Studierendenzahl auf heute über 58.000, das Anwachsen der Mitarbeiterschaft auf bundesweit über 2.000 oder Baumaßnahmen auf dem Campus sowie in jüngster Vergangenheit die Leitentscheidung hin zur Virtuellen Universität, sondern auch leere öffentliche Kassen oder beengte Raumverhältnisse. Bei der Suche nach pragmatischen Lösungen für die jeweils damit verbundenen Probleme blieb Bartz seiner Linie treu, wurde aber allseits anerkannt und respektiert.

Die Beschäftigten der FernUniversität und ihre Interessenvertretungen hatten in ihm immer einen verständnisvollen Ansprechpartner, der ihre Anregungen ebenso wie Sorgen und Bedenken ernst nahm und Lösungen suchte, die Bedürfnissen und Fähigkeiten entsprachen.

Im Ruhestand - in dem der passionierte Segler noch vieles kennen lernen will - ist der 63-jährige seit dem 1. Oktober. Am 20. Oktober wird sich "seine" FernUniversität mit einer Feier bei ihm bedanken. Kommen werden zahlreiche Gäste aus ganz Deutschland, unter ihnen viele Freunde, Weggefährten und Kollegen aus dem Hochschulbereich in Bund und Ländern.
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