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Kunststoffe und Umwelt-Herausforderung, Potentiale, Strategien

18.10.2000 - (idw) Technische Universität Clausthal

"Im Grunde genommen existieren für das Recyclingproblem von Kunststoffen eine ganze Reihe von Lösungen" so Prof. Dr.-Ing. G. Ziegmann vom Institut für Polymerwerkstoffe und Kunststofftechnik. Die Sinnhaftigkeit von Lösungswegen ist allerdings für jede Anwendung sorgsam abzuwägen und wertfrei mit Politikern, Wissenschaftlern, Produzenten und Verbrauchern zu diskutieren". Deshalb haben Clausthaler Wissenschaftler, die Clausthaler Umwelttechnik-Institut GmbH, das Institut für Umweltwissenschaften der Universität und das Institut für Polymerwerkstoffe und Kunststofftechnik am Freitag, den 20. Oktober die Akteure in Politik und Wirtschaft eingeladen, um den Fragen "Kunststoffe und Umwelt-Herausforderung, Potentiale, Strategien" in einer ganztägigen Seminarveranstaltung nachzugehen.

Kunststoffe begegnen uns heute auf Schritt und Tritt, sei es in der bequemen, wärmenden, wasserdichten Kleidung, oder in Dingen des täglichen Lebens; sei es in der Verpackung oder im technischen Bereich vom Automobil bis zum Flugzeug. Eine ganzheitliche Betrachtungsweise der Kunststoffanwendungen schließt selbstverständlich die Problematik geschlossener Stoffkreisläufe - also auch das Recycling und die Verwertung - ein.


Professor Dr.-Ing. Otto Carlowitz, Geschäftsführer des CUTEC-Institutes, erklärt: " Die Kreislauf- und Abfallwirtschaft ist heute ein wesentliches operatives Geschäftsfeld der CUTEC-Institut GmbH. In diesem Zusammenhang kommt auch der Frage des Kunststoffrecyclings besondere Bedeutung zu. Ich freue mich daher außerordentlich, daß diese gemeinsam mit der Arbeitsgruppe "Forum Clausthal" der TU Clausthal, der Deutschen Gesellschaft Club of Rome e.V. und der Deutschen Gesellschaft für Kunststoffrecycling getragene Veranstaltung hier bei der CUTEC stattfindet. Kunststoffe befinden sich derzeit in der gesellschaftspolitischen Diskussion, wobei Herr Professor Ziegmann vom Institut für Polymerwerkstoffe und Kunststofftechnik der TU Clausthal zunächst im Rahmen seines Vortrages die Frage nach der technisch und ökonomischen Machbarkeit des Recyclings stellt und die ökologische Seite einbezieht. Für derartige Denkansätze muss immer der gesamte Zusammenhang betrachtet werden. So wird Herr Professor Jischa, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Gesellschaft Club of Rome, die Kreislaufwirtschaft im Spannungsfeld der Globalisierung erörtern. Dr. Gerhard Voss vom Institut der Deutschen Wirtschaft und Mitglied des Arbeitskreises Umwelt/Presse sowie Vorstandsmitglied der Wissenschaftspressekonferenz wird dann im Zusammenhang mit Kunststoffen, Einweg-/Mehrwegverpackungen, der Möglichkeit der Verbrennung und zugehöriger Alternativen die Kommunikation und Diskussion zwischen Politik, Umweltschutz, Medien und Wirtschaft aufgreifen. Es ist landläufig bekannt, daß bestimmte Themen in den Medien Konjunkturen haben, sie kommen, sie gehen. Fast wäre man versucht zu sagen, unser öffentlicher Realitätsbezug wäre sporadisch und sprunghaft. Anschließend befasst sich Herr Dr.-Ing. Dietrich Ruchay, Ministerialdirektor und Leiter der Abteilung Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft, Bodenschutz und Altlasten im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit auf der Basis langjähriger Insider-Erfahrungen mit dem Verhältnis von Politik, Macht und Kommunikation am Beispiel des Kunststoffrecyclings. Am Ende des Vortragsteils wird schließlich Herr Dr.-Ing. Wolfgang Lindner, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Kunststoffrecycling mbH, Köln, aus Sicht der Wirtschaft eine Antwort auf die Herausforderung, ein Szenario für das Kunststoff-Recycling zu entwerfen, geben. Von der folgenden Podiums/Plenumsdiskussion verspreche ich mir, neben kontroversen Denkansätzen, die Schärfung der unterschiedlichen Standpunkte."

Prof. Ziegmann zu den grundsätzlichen Fragestellungen des Seminars: "Die Gesellschaft, jeder von uns als Konsument, wird täglich mit dem Verbrauch von endlichen Ressourcen und der Kreislauffähigkeit konfrontiert. Die Auswirkungen dieser Gedankenstruktur begegnen uns schließlich regelmäßig im sogenannten "Gelben Sack" des DSD. Aber "so Ziegmann, "die Thematik muß viel weiter gefaßt werden. Sie beinhaltet den gesamten Lebenszyklus von technischen und Verbrauchsgütern und den damit verbundenen Energieaufwendungen. So bewirkt eine Gewichtsreduzierung bei bewegten Gütern wie Automobil, Eisenbahnwaggon oder Flugzeug eine wesentlich stärkere Reduktion des Ressourcenverbrauchs als ein werkstoffliches Recycling bei Kunststoffen. Vielmehr kann im Umgang mit dem täglichen Kunststoffabfall ein Werkstoffrecycling kontraproduktiv sein, während z.B. die Müllverbrennung energetisch wesentlich günstiger zu bewerten ist." Selbstverständlich muß bei dem Weg der Nutzung des Energieinhaltes auf höchste Maßstäbe der Luftreinhaltung Wert gelegt werden. Das ist heute technisch möglich.

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