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attempto! 9/2000: Frischzellenkur für alternde Gesellschaften-Einwanderung als Überlebensstrategie?

24.10.2000 - (idw) Eberhard-Karls-Universität Tübingen

Tübinger Hochschulmagazin zur Diskussion über Bevölkerungsentwicklung und Green Card

Das ist neu in attempto!: ein Topthema aus der aktuellen Politik und nicht unmittelbar aus der Welt der Hochschulen. Ausgangspunkt ist die UN-Studie zur Bevölkerungsentwicklung, derzufolge Deutschland eine jährliche Netto-Zuwanderung von 324.000 Menschen bräuchte, um die Bevölkerungszahl bis zum Jahr 2050 konstant zu halten. Aber was sagt diese Zahl wirklich aus? Wie kann eine Gesellschaft damit umgehen, dass die Alterspyramide ihre Form verliert und der Bevölkerungsanteil der über 60-Jährigen stetig ansteigt? Ist Einwanderung das Mittel, um diese Entwicklung zu stoppen? Die Diskussion über diese Fragen ist gerade voll entbrannt, dabei ist die Debatte um Einwanderung und neue Familienpolitik meistens emotional aufgeladen. attempto! bringt die Diskussion auf eine sachliche Ebene zurück. Dazu wurden prominente Wissenschaftler als Gastautoren gewonnen.

Der Journalist und Ausländerbeauftragte des Südwestrundfunks Karl-Heinz Meier-Braun verteidigt die UN-Studie und plädiert für Einwanderung und Integration. Charlotte Höhn vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung in Wiesbaden kritisiert die Ausklammerung wirtschaftlicher Fragestellungen in der UN-Studie. Sie betont, dass eine kontinuierliche Einwanderung allein die Alterung der Gesellschaft allenfalls mildern, nicht aber stoppen könne. Die zunehmende "Alterssklerose" der Gesellschaft will der Politologe Dieter Oberndörfer durch eine innovative Geburtenpolitik aufhalten. Ähnliche Vorstellungen entwickelt Hubert Markl, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft: Er tritt ein für eine kinder- und frauenfreundliche Gesellschaft, damit genügend berufstätige Frauen bereit seien, auch Mutter zu werden.

Warum wir trotz hoher Arbeitslosigkeit über einen bevorstehenden Akademikermangel nachdenken sollten, diese Frage untersucht der Erziehungswissenschaftler Klaus Klemm. Die Wichtigkeit der Integration von Ausländern unterstreicht der Bevölkerungswissenschaftler Rainer Münz, unlängst in die "Einwanderungskommission" der Bundesregierung berufen.

Über das Topthema hinaus bietet attempto! wieder kompakte Informationen über Forschung, Studium und Kultur an der Universität Tübingen: von Korallen im kalten Nordmeer über "Antike Körper Formen" bis hin zu neuen Studiengängen.

Den Medien geht in den nächsten Tagen ein Exemplar zu. Ab 27. Oktober ist Heft 9/2000 auch im Internet zu finden: http://www.uni-tuebingen.de/uni/qvo/at/attempto9/atindex9.html
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