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"Darüber sprach man nicht, so war es eben"

01.11.2000 - (idw) Universität Hannover

Universität Hannover und Volkshochschule Hannover
lassen Zeitzeuginnen über das NS-Regime berichten

Erinnerungen an das KZ-Außenlager der Deutschen Akkumulatorenwerke (die heutige Varta) in Hannover-Marienwerder und an die Pulverfabrik "Eibia" in der Lüneburger Heide, das sind zwei der Themen, über die die Zeitzeuginnen am 7.November ab 19 Uhr im Haus der Volkshochschule (Theodor-Lessing-Platz 1) sprechen werden. Aber auch das alltägliche Leben, persönliche Erfahrungen und deren Verarbeitung werden einbezogen.
Entstanden ist die Veranstaltung, die aus einer Einleitung durch Dr. Raimond Reiter, zwei Zeitzeuginnenberichten und einer Diskussion besteht, aus einem Projekt der Universität Hannover. Reiter, in den letzten Semestern Lehrbeauftragter an den Instituten für Politologie und Erziehungswissenschaften, ließ mehrere Studentengruppen 20 Interviews mit Zeitzeuginnen führen. Ihre Ergebnisse dokumentierten die Studierenden in der 50seitigen Schrift "Frauen im Dritten Reich in Niedersachsen- Darüber sprach man nicht, so war es eben", deren 500 Exemplare umfassende Erstauflage schnell vergriffen war.

Die starke Nachfrage führte zu einer Neuauflage und zur Vertiefung des Themas. Reiter gewann die Volkshochschule (VHS) und die Geschichtswerkstatt Hannover als Veranstalter der nun anstehenden Podiumsdiskussion, während einige Studenten weitere Interviews durchführten. "Durch die Aktualität des Themas Rechtsradikalismus wird die Wichtigkeit eines Projektes, wie wir es durchgeführt haben, besonders deutlich", so Reiter, dem nicht nur die Methodik der Interviews und der damalige Frauenalltag, sondern auch die Art der Vergangenheitsverarbeitung der Befragten wichtig ist. "Die persönlichen Erlebnisse," erklärt er, "zeigen, wie der ganz normale Alltag im Zweiten Weltkrieg mit NS-Verbrechen verwoben war, diese Tatsache hatte natürlich auch psychologische Konsequenzen."

Neben den Erzählungen der Zeitzeuginnen soll vor allem die Diskussion im Mittelpunkt stehen. "Wir wollen niemanden mit Daten erschlagen, im Mittelpunkt stehen die Frauen, ihr Leben und der damalige Alltag," führt Reiter aus, der jedoch auch Studierende zu Wort kommen lassen will. Sie erzählen am 7.11. von Planung, Durchführung und Auswertung ihrer Interviews.
Interessenten werden gebeten, sich wenn möglich bei der VHS unter 168-42076 oder 168- 43918 anzumelden. Der Eintritt ist frei.


Hinweis an die Redaktion
Für inhaltliche Fragen steht Ihnen Dr. Raimond Reiter unter reiter30451@t-online oder Tel. 0511/ 2105692 zur Verfügung (wir bitten, diese Telefonnummer nicht zu veröffentlichen!), Die Druckschrift kann bei der Geschichtswerkstatt Hannover unter 0511- 456252 bestellt werden (DM 2,50 plus Versandkosten)
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