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Forschung und Politik müssen Fremdenfreundlichkeit zeigen

02.11.2000 - (idw) Leibniz-Gemeinschaft

Dresden. Am 2.11.2000 feiert die Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz ihr fünfjähriges Bestehen. In seiner Festansprache ruft Präsident Frank Pobell die Angehörigen staatlich geförderter Forschungsinstitute dazu auf, Zeichen der Fremdenfreundlichkeit zu setzen:

"Der Widerstand gegen Ausländerfeindlichkeit muss aus der Mitte der Gesellschaft kommen. Wir Wissenschaftler müssen weiter gehen, denn wir wissen, dass die Forschung keine nationalen Grenzen kennt und die Begegnung mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Ländern eine notwendige und willkommene Bereicherung ist."

Angesichts der schrumpfenden Zahl junger Deutscher und ihres abnehmenden Interesses an Natur- und Ingenieurwissenschaften stellt Frank Pobell fest: "Deutschland braucht dringend den Zustrom junger Ausländer für seine wirtschaftliche und wissenschaftliche Entwicklung. Wir müssen die Tore unseres Landes für junge Naturwissenschaftler, Ingenieure und junge Leute, die sich in Deutschland ausbilden lassen wollen, weit öffnen."

Noch aber stehen dem Zustrom hohe Hürden entgegen. Der Präsident der Leibniz-Gemeinschaft nimmt Politik und Behörden in die Pflicht: "Wenn es uns um die Zuwanderung ernst ist, so muss sich Fremdenfreundlichkeit auch in den Vorschriften für Botschaften und Ausländerämter sowie in den Regeln über den Hochschulzugang für Ausländer und der Arbeitsmöglichkeiten für ausländische Wissenschaftler zeigen. Davon sind wir noch weit entfernt." Vielfach seien die Anforderungen überzogen, die an ausländische Studienbewerber bei den Zulassungsprüfungen zu einem Hochschulstudium sowie beim Erhalt eines Visums und dem damit verbundenen Nachweis des gesicherten Lebensunterhalts gestellt würden. Oftmals müssten Antragsteller tagelang vor deutschen Botschaften anstehen, monatelang auf ein Visum warten und hohe Summen für Übersetzungen und Beglaubigungen aufbringen, die in manchen Ländern ein Monatsgehalt der Eltern übersteigen. Insgesamt seien, so Pobell, die Vorschriften von Überreglementierung und Misstrauen geprägt und schreckten junge ausländische Studienbewerber und Nachwuchswissenschaftler ab.

Zur Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e.V. gehören 78 außeruniversitäre Forschungseinrichtungen. Das Spektrum der Leibniz-Institute ist breit und reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Sozial- und Raumwissenschaften bis hin zu den Geisteswissenschaften und Museen mit angeschlossener Forschungsabteilung. Die Institute arbeiten nachfrageorientiert und interdisziplinär. Sie sind von überregionaler Bedeutung, betreiben Vorhaben im gesamtstaatlichen Interesse und werden deshalb von Bund und Ländern gemeinsam gefördert. Näheres unter: http://www.wgl.de.

Weitere Informationen:
Dr. Frank Stäudner
Tel. 0351/260-3320
Fax. 0351/260-2700
E-Mail: f.staeudner@fz-rossendorf.de

WGL-Geschäftsstelle, Ahrstraße 45, 53175 Bonn, Tel.: 0228/30815-0,
Fax: 0228/30815-55, Email: wgl@wgl.de
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