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Spannende Themen bei den öffentlichen Montagsvorträgen

02.11.2000 - (idw) Bayerische Akademie der Wissenschaften

Am kommenden Montag, dem 6. November 2000, beginnen die schon traditionellen öffentlichen "Montagsvorträge" in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Ziel dieser stets im Winterhalbjahr stattfindenden Veranstaltungsreihe ist es, einer interessierten Öffentlichkeit aktuelle, von Mitgliedern der Akademie bearbeitete Forschungsgebiete auf allgemein verständliche Art und Weise vorzustellen. Die Auftaktveranstaltung am 6. November wird der Physiker Prof. Dr. Markus Schwoerer von der Universität Bayreuth bestreiten, der 1999 neu in die Akademie gewählt wurde. Sein Thema: Der Kernspin und seine endlosen Erfolge.

Unter "Kernspin" versteht man den Drehimpuls der Atomkerne, der zentralen Bestandteile der Elemente. Er ist die vierte fundamentale Eigenschaft der Atomkerne, neben der Masse, der Größe und der elektrischen Ladung. Wolfgang Pauli hat ihn 1924 erstmals vermutet. Kurze Zeit später wurde er experimentell nachgewiesen, und in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts haben Physiker in Europa und den USA großartige Methoden entwickelt, um mit Hilfe des Kernspins als Sonden die Struktur und die Dynamik der Materie zu analysieren. Dafür wurden allein vier Nobelpreise vergeben. Die bekanntesten dieser Methoden sind die Kernspinresonanz und die Kernspintomographie.
Der Vortrag von Markus Schwoerer in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften wird nach einer grundlegenden Einführung des Drehimpulses und des Kernspins die praktizierten Methoden erläutern und markante Ergebnisse exemplarisch und anschaulich darstellen. Sie besitzen übrigens nicht nur in der medizinischen Technik eine große Bedeutung: Die deutsche Industrie nimmt bei der Entwicklung und Herstellung der komplizierten kommerziellen Apparaturen eine führende Stellung ein.
Darüber hinaus wird Markus Schwoerer zeigen, dass entscheidende technologische Durchbrüche oft auf Ergebnissen von physikalischen Forschungsvorhaben beruhen, deren ursprüngliches Ziel gar nicht die Anwendung war: Die umwälzenden technischen Entwicklungen des 20. Jahrhunderts sind alle aus einer engen Verbindung von Grundlagenforschung und der Entwicklung neuer Methoden entstanden. Der Physiker Schwoerer möchte anhand dieses Zusammenhangs vor einer einseitigen Ausrichtung der naturwissenschaftlichen und insbesondere der physikalischen Forschung auf Technik und Marktorientierung warnen und stattdessen für eine freie Entwicklung der Grundlagenforschung, aber auch für eine verstärkt praktizierte Abschätzung und Verhinderung großer Risiken plädieren.

Die Montagsvorträge beginnen um 19.00 Uhr im Vortragssaal der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Marstallplatz 8 (in der Münchner Residenz am Hofgarten). Der Eintritt ist frei. Insgesamt sind vier Vortragsabende geplant:

· Montag, 6. November 2000: Der Kernspin und seine endlosen Erfolge /
Prof. Dr. Markus Schwoerer, Bayreuth

· Montag, 27. November 2000: Sensorische Systeme - Zur Biologie der Wirklichkeit /
Prof. Dr. Friedrich G. Barth, Wien

· Montag, 8. Januar 2001: Deutsche Pilger unterwegs ins mittelalterliche Rom: der Weg und
das Ziel /
Prof. Dr. Arnold Esch, Rom

· Montag, 5. Februar 2001: Die Dilemmata des Wohlfahrtsstaates /
Prof. Dr. Hans Zacher, München
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