Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenMittwoch, 26. April 2017 

VW-Stiftung fördert Reformprojekt zur Personalentwicklung mit 700.000 Mark

02.11.2000 - (idw) Universität Mannheim

Qualifizierung für Mitarbeiter der Universität Mannheim aller Hierarchie-Ebenen. Trainee-Programm für Wissenschaftliche Assistenten. Personalmanagement als Erfolgsfaktor.

Die VW-Stiftung fördert im Rahmen ihres Programmes "Leistungsfähigkeit durch Eigenverantwortung" ein Reformprojekt zur Personalentwicklung an der Universität Mannheim. Das Vorhaben "Personalentwicklung im Reformprozess - durch eigenverantwortliches Handeln zur lernenden Universität" ist für den Zeitraum von drei Jahren angesetzt. Die VW-Stiftung stellt hierfür 700.000 Mark zur Verfügung. Im Rahmen des Projektes sind gezielte Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen für praktisch alle Berufsgruppen der Hochschule geplant - für Mitglieder der Universitätsleitung genauso wie für Dekane, Professoren und Wissenschaftliche Mitarbeiter oder für Führungskräfte und Sachbearbeiter in der Verwaltung.

"Mit dem Vorhaben investieren wir in das wichtigste Kapital, das unsere Hochschule hat", erklärt Rektor Prof. Dr. Dr. h.c. Peter Frankenberg. "Wir investieren in unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in allen Bereichen der Universität. Personalentwicklung ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren einer Hochschule - nicht nur temporär bei Berufungen auf neu zu besetzende Lehrstühle sondern jederzeit und auf allen Hierarchieebenen."

Das neue Projekt ist wichtiger Bestandteil des Reformprozesses an der Universität Mannheim. Seit Beginn der 90er Jahre hat sie mehr als 50 Reformprojekte umgesetzt. Sie ist zudem neben der Universität Dortmund die einzige Universität Deutschlands, deren Reformprojekte sowohl von der VW-Stiftung als auch vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft in großem Umfang gefördert werden. Die Neuerungen bezogen sich dabei in erster Linie auf Organisationsformen, die in Orientierung an den "Kunden" der Hochschule optimiert wurden. Das Modellvorhaben zur Personalentwicklung setzt nun bei den handelnden Personen an.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden für neue Anforderungen qualifiziert, die beispielsweise aus bisherigen Reformprojekten oder aus geänderten technischen Möglichkeiten resultieren. Ziel ist es, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu qualifzieren und damit ihr eigenverantwortliches Handeln zu stärken.

"Die Universität Mannheim begreift sich als lernende Institution", erläutert Prorektor Prof. Dr. Walter Oechsler, Wissenschaftlicher Leiter des Projektes. Prof. Oechsler ist Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Personalwesen und Arbeitswissenschaft. Er ist ein international renommierter Experte für Personalmanagement. "Mit diesem Projekt leiten wir einen ganzheitlichen Prozess der Personalentwicklung ein und geben den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das Werkzeug in die Hand, um im vorhandenen Rahmen eigenverantwortlich handeln zu können", sagt Prof. Oechsler. "Nur so haben wir die Chance, die Potentiale der bisherigen organisatorischen Reformen voll auszuschöpfen. Unser Ziel ist es, Reformprozesse nicht auf bestehende Strukturen aufzusetzen, sondern die Struktur mitzuentwickeln und so den Mitarbeitern auch intern die Möglichkeit zu geben, sich den neuen Bedingungen anzupassen."

Der Leitgedanke des Projektes ist die Abkehr von bürokratisch geprägten Organisationsabläufen hin zu ressourcen- und kundenorientierten Abläufen. So dient beispielsweise jetzt schon die Praxis der Jobrotation und der Austausch mit anderen Institutionen der Erfahrungssicherung und der Innovationsförderung in der Uni-Verwaltung. Neu entwickelt werden im Rahmen des Projektes zahlreiche Qualifizierungsmaßnahmen, sowohl für die Verwaltung als auch für den Bereich von Forschung und Lehre.

So haben sich beispielsweise die Anforderungen an einen Dekan - den Leiter einer Fakultät - in den vergangenen Jahren durch den Zugewinn an Entscheidungskompetenz erheblich geändert. Spezielle Trainings sollen die Dekane auf diese Management-Aufgaben besser vorbereiten. Ebenfalls geplant: Ein dreimonatiges Trainee-Programm für Wissenschaftliche Mitarbeiter, das sich vorwiegend an Fakultätsassistenten sowie Assistenten an Instituten und Lehrstühlen wendet. Für das Traineeprogramm werden Qualifizierungselemente, Praxisstationen in den Fachdezernaten sowie ein Coaching-Modell entwickelt. Die Assistenten werden damit in Bereichen wie Forschungsförderung, Gremienbetreuung, Haushalt oder Personalführung qualifiziert. Neben diesen strategischen und führungsbezogenen Angeboten sind auch Qualifizierungen für Sekretärinnen und Sachbearbeiter geplant.

Das Projekt Personalentwicklung wird nach Ablauf der Förderung von der Universität Mannheim weiter geführt. "Mit der Qualifizierung legen wir den Grundstein für ein umfassendes Personalmanagement", betont Prof. Oechsler. Dies solle beispielsweise auch Aufgaben wie systematische Laufbahnplanung, Personalbeurteilung, Vertragsmanagement oder Personalmarketing umfassen.

"Einige wichtige Instrumente des Personalmanagements wie die Vereinbarung von Leistungszulagen können wir im Moment aus rechtlichen Gründen noch nicht einsetzen", sagt Frankenberg. "Das hindert uns jedoch nicht daran, die übrigen Möglichkeiten bereits heute zu nutzen. Damit verschaffen wir uns eine gute Startposition für die Zeit, in der die Hochschulen unabhängig von engen Bundesbesoldungsrichtlinien nach modernen Grundsätzen der Personalwirtschaft handeln können."

uniprotokolle > Nachrichten > VW-Stiftung fördert Reformprojekt zur Personalentwicklung mit 700.000 Mark

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenDruckansicht

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/64747/">VW-Stiftung fördert Reformprojekt zur Personalentwicklung mit 700.000 Mark </a>