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20. Fortbildungskongress "Krebsnachsorge"

03.11.2000 - (idw) Deutsche Krebshilfe e. V.

Die Bedürfnisse der Patienten bestimmen den Weg
20. Fortbildungskongress "Krebsnachsorge"

Bonn/Bad Neuenahr - Zum 20. Mal veranstaltet die Deutsche Krebshilfe gemeinsam mit der Friedrich-Thieding-Stiftung des Hartmannbundes den "Fortbildungskongress Krebsnachsorge". Er findet am 3. und 4. November 2000 in Bad Neuenahr statt und bietet Ärzten, Psychologen, Angehörigen medizinischer Komplementärberufe sowie Betroffenen eine Diskussionsplattform für verschiedene Aspekte der Krebsnachsorge. Die seit 1980 durchgeführte Kongressreihe hat erheblich dazu beigetragen, dass Krebsnachsorge heute integraler Bestandteil einer umfassenden onkologischen Gesamtstrategie ist. Schwerpunkte der diesjährigen Tagung sind Krebs im Alter, Schmerztherapie und Sterben in Würde.

Professor Dr. Sabine von Kleist, Vorstandsmitglied der Deutschen Krebshilfe, betonte bei der Pressekonferenz des Kongresses: "Eine runde Zahl bietet sich an, Rückschau zu halten und zu fragen: Hat sich in diesen 20 Jahren in der Krebsnachsorge etwas geändert? Ich meine, wir können diese Frage mit einem klaren "Ja" beantworten, denn in der Auseinandersetzung mit der Krankheit Krebs ist der Stellenwert der Krebsnachsorge neben Prävention, Früherkennung und Therapie unbestritten." Auch Dr. Karl-Heinz Röderer, stellvertretender Vorsitzender des Hartmannbundes, bestätigte: "Krebsnachsorge ist einer der Schwerpunkte unserer ärztlichen Tätigkeit." Röderer, selbst niedergelassener Arzt, forderte: "Eine fortschrittliche Gesundheitspolitik muss sich am kranken Menschen und nicht an finanziellen Grenzen orientieren. Von dieser Stelle aus müssen wir gemeinsam - die betroffenen Patienten und die Ärzte - an die politisch Verantwortlichen, insbesondere an den Bundeskanzler und die Bundesgesundheitsministerin appellieren: Schaffen Sie die Arznei- und Heilmittelbudgets ab."

Der erste Themenkomplex der Tagung widmet sich dem Aspekt, dass Krebserkrankungen bei alten Menschen anders behandelt werden müssen als bei jungen Patienten. Ebenso wichtig ist aber auch die Überlegung, was der schwerkranke alte Mensch selbst möchte und welche Behandlungen er zu tolerieren noch bereit ist.

Für den Alltag und die Lebensqualität von Tumorpatienten ist eine effektive Schmerztherapie wichtige Voraussetzung. Der Kongress stellt neue Entwicklungen auf diesem Gebiet vor und wird der Frage nachgehen, wie aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse umgesetzt werden können.

Um die Frage, wie viel Offenheit ein Patient verträgt, geht es im ersten Beitrag des Kongresses am Samstag. Dazu Frau Professor von Kleist: "Es ist für den verantwortungsbewussten Arzt ein immer neuer Balanceakt, den Weg zwischen dem Anrecht auf Wahrheit und einer vielleicht zerstörerischen Offenheit zu finden. Dies stellt große Anforderungen an das Einfühlungsvermögen und die Erfahrung des Arztes, der es mit schwer- und schwerstkranken Menschen zu tun hat."

Der letzte Themenschwerpunkt befasst sich mit dem berechtigten Wunsch unheilbar Kranker, bis zuletzt in Würde zu leben und zu sterben. "Doch ist dies in unserer oft lieblosen und anonymen Krankenhauswelt nicht selbstverständlich", bedauerte Professor von Kleist im Vorfeld. Die Palliativmedizin hat sich auf die Fahnen geschrieben, jeden Kranken individuell und auf seine ganz persönlichen Bedürfnisse abgestimmt zu behandeln. Dazu gehört auch eine intensive psychologische Betreuung der Patienten und ihrer Angehörigen.

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