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Pressetermin: "Einen Blick in die Forschung der Fachhochschule werfen"

07.11.2000 - (idw) Fachhochschule Jena

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir möchten Sie einladen, sich mit eigenen Augen ein Bild von der Lehre und Forschung der Fachhochschule Jena zu machen. Dabei sollen spezielle Fachgebiete ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt werden. Beginnen möchten wir mit der Vorstellung der Arbeitsgruppe "Biosignalanalyse/Medizinische Informatik".
Die AG unter Leitung des Dekans des Fachbereiches Medizintechnik, Professor Dr.-Ing. Andreas Voss, trifft sich am Montag, 13. November, um 13 Uhr im Labor Medizinische Infosysteme, 1. OG Haus 3 der Fachhochschule Jena(Carl-Zeiss-Promenade 2).

Folgende Themenschwerpunkte erwarten Sie:

1. Übergabe des Diploms an Torsten Kallert, der im Rahmen einer wissenschaftlichen Kooperation zwischen der AG von Professor Voss und der international renommierten Forschungsabteilung Heart Research der University of Rochester (USA) ein Projekt bearbeitet hat, das im Zusammenhang mit der Untersuchung genetischer Ursachen für die Entwicklung lebensbedrohlicher Rhythmusstörungen steht.
2. Kurzvortrag
"Verbesserte Risikostratifizierung nach Herzinfarkt"
3. Kurzvortrag
Früherkennung von lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen in implantierten Defibrillatoren
4. Kurzvortrag
Früherkennung von Risikoschwangerschaften
5. Demonstrationen der Projekte
Virtuelle medizinische Datenbanken für die Kommunikation von Kliniken und Arztpraxen
Nichtinvasive Blutdruckmessung und Blutdruckanalyse, Biosignalanalyse in der Medizin
6. Diskussion der Projektbearbeitungen und Beantworten von Journalistenfragen

Die Vorträge dauern jeweils ca. 5 Minuten, so dass wir Ihre Zeit sicher nicht über Gebühr beanspruchen.
Eine Kurzbeschreibung der Projekte finden Sie im Anhang dieser Einladung.

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie diesen Termin wahrnehmen könnten, der Ihnen Gelegenheit gibt, mit Professor Voss, Doktoranden, wissenschaftlichen Mitarbeitern und Studierenden der Fachhochschule ins Gespräch zu kommen.

Mit freundlichen Grüßen

Annette Sell

Für fachliche Rücksprachen steht Ihnen Professor Voss unter der Rufnummer 0 36 41 / 205-600 zur Verfügung.

Kurzbeschreibung der Projekte

Nichtlineare Analysen von multivariaten Daten zur verbesserten
Risikostratifizierung bei Herzpatienten

Allein in Deutschland versterben ca. 100.000 Menschen pro Jahr am plötzlichen Herztod, der meist nach durchlebtem Herzinfarkt auftritt. Patienten, die an einem solchen plötzlichen Herztod versterben sind nur etwa in 30% der Fälle vorher identifizierbar. Der überwiegende Anteil verstirbt ohne irgendeine Vorwarnung.
Ziel diese Projektes ist es, insbesondere mit nichtlinearen Methoden der EKG-, Blutdruck- und Atmungsanalyse eine verbesserte Vorhersagegenauigkeit zu erzielen, um damit die gefährdeten Patienten (z.B. durch Einsatz eines implantierten Defibrillators) vor diesem Schicksal zu bewahren.

Zusammenarbeit in Form eines Verbundprojektes mit:
Universität Würzburg, Humboldt-Universität Berlin, TU München, FSU Jena,
Industrie: Biotronik Deutschland (größter deutscher Hersteller von Herzschrittmachern und implantierbaren Defibrillatoren
Verbundprojekt gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF


Entwicklung und Validierung einer Methodik zur Früherkennung von ventrikulären Tachyarrhythmien aus Herzfrequenzdaten implantierter
Kardiodefibrillatoren

Eine akkurate und verläßliche Erkennung von lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen (Tachyarrhythmien) ist in implantierbaren Kardioverter-Defibrillatoren (ICD) von größter Wichtigkeit. Eine Vorwarnung (also Früherkennung) würde die Erkennungssicherheit steigern, es könnten vorbeugende Maßnahmen zur Abwendung dieser lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen gestartet und der Patient auf das drohende Ereignis aufmerksam gemacht werden.
Ziel dieses Projektes ist es daher, mittels innovativer linearer und nichtlinearer Methoden frühzeitige Veränderungen vor Ausbruch einer ventrikulären Tachykardie oder Herzkammerflattern/flimmern bei Patienten mit implantierten Kardioverter-Defibrillatoren zu detektieren, um damit eine Vorhersage bzw. eine optimierte Therapie zu ermöglichen.

Kooperationen:
Humboldt-Universität Berlin, Universität Potsdam, regionale Kliniken Brandenburg und Berlin (Verbundforschung)
Industrie: Biotronik Deutschland (größter deutscher Hersteller von Herzschrittmachern und implantierbaren Defibrillatoren
gefördert durch Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG

Blutdruck- und Frequenzvariabilität in der Schwangerschaft zur Früherkennung von Präeklampsie

Etwa zehn Prozent aller Schwangeren entwickeln in der zweiten Schwangerschaftshälfte eine Präeklampsie, also eine Hypertonie mit Proteinurie. Bei der Schwangeren kann es im weiteren Verlauf zu Eklampsie (plötzlich einsetzende, schwere Krampfanfälle), zerebralen Blutungen, Lungenödem und Nierenversagen kommen. Beim Kind ist mit einer intrauterinen Wachstumsretardierung aufgrund von fetouteroplazentaren Durchblutungsstörungen sowie mit Schädigungen aufgrund einer zu frühen Geburt zu rechnen.

Ziel diese Projektes ist es, eine Früherkennung von derartigen Risikoschwangerschaften mittels nicht-invasiver Uunblutiger) Methoden der Herzfrequenzvariabilität (HRV), Blutdruckvariabilität (BPV) und Baroreflexsensitivität (BRS) zu ermöglichen, um solch fatale Schädigungen von Mutter und Kind abzuwenden.

Kooperationen:
Universität Leipzig, Freie Universität Berlin, TU Ilmenau
gefördert durch Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG.
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