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Universität Heidelberg verlieh Ehrendoktorwürde an Heinz Sarkowski

15.11.2000 - (idw) Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Prof. Dr. Eike Wolgast in seiner Laudatio: "Gegenwärtig der weitaus beste Kenner der deutschen Buch- und Verlagsgeschichte" - Sarkowskis Oeuvre stellt an Qualität und Quantität "eine sehr beachtliche wissenschaftliche Leistung dar"

"Heinz Sarkowski, Verlagsdirektor im Ruhestand, ist gegenwärtig der weitaus beste Kenner der deutschen Buch- und Verlagsgeschichte", sagte der Heidelberger Historiker Prof. Dr. Eike Wolgast heute bei der Verleihung der Ehrendoktorwürde durch die Philosophisch-Historische Fakultät der Universität Heidelberg während eines Festakts in der Aula der Alten Universität. Die Fakultät ehre einen "homme de livre", dessen Oeuvre an Qualität und Quantität eine sehr beachtliche wissenschaftliche Leistung darstellt. Sarkowski war auch für die Gestaltung der sechsbändigen Festschrift zur 600-Jahrfeier der Universität Heidelberg verantwortlich.

Geboren 1925 in Waren (Mecklenburg) und aufgewachsen in Lübeck, absolvierte Sarkowski nach Kriegsende, nach Kriegsabitur und zweijährigem Militärdienst eine Buchhandelslehre in Lübeck und war anschließend in einer Lübecker Buchdruckerei beschäftigt. Nach buchhändlerischer Tätigkeit in München begann sein Berufsweg als Hersteller bei Hauswedell in Hamburg, danach war er in mehreren renommierten westdeutschen Verlagshäusern beschäftigt: S. Fischer, Insel, Piper, Holtzbrinck-Gruppe, Beck. Von 1976 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 1992 war Sarkowski Leiter der Herstellungsabteilung des Springer-Verlags in Heidelberg und Mitglied des Verlagsdirektoriums. Seit langem ist er Mitarbeiter in der Historischen Kommission des Börsenvereins des deutschen Buchhandels.

"Als Hersteller - das heißt verantwortlich für die Gestaltung des Buches - in literarischen und wissenschaftlichen Verlagen hat Herr Sarkowski jahrzehntelang maßstabsetzend für hohe Qualität des gedruckten Buches, vor allem des Fachbuches, und dessen ästhetische Präsentation gewirkt", sagte Prof. Wolgast. So war er auch für die Gestaltung der sechsbändigen Festschrift zur 600-Jahrfeier der Universität Heidelberg verantwortlich, "die er mit großer Gewissenhaftigkeit und mit Verantwortungsbewusstsein auch für das scheinbar nebensächliche Detail betreut hat".

Während seiner Tätigkeit beim Springer-Verlag hat Heinz Sarkowski das umfangreiche Verlagsarchiv, das zerstreut und unbeachtet gewesen war, in seiner Bedeutung für die Geschichte des Verlags und darüber hinaus für die Buchgeschichte generell wieder entdeckt, das umfangreiche Schriftgut (für die Zeit von 1858 bis 1936 zwei Millionen Dokumente in über 6000 Faszikeln) zusammengeführt und in eine systematische Ordnung gebracht sowie durch ein detailliertes Findbuch erschlossen. Damit ist für Forschungen auf dem Gebiet der Buch- und Wissenschaftsgeschichte, aber auch der Wirtschafts- und Sozialgeschichte ein wichtiges Hilfsmittel bereitgestellt worden.

Großes Ansehen in der Fachwelt

Heinz Sarkowski sind Ehrungen zuteil geworden, die sein großes Ansehen in der Fachwelt bezeugen: Sein 65. Geburtstag wurde durch eine umfangreiche Festschrift gewürdigt: Von Göschen bis Rowohlt. Beiträge zur Geschichte des deutschen Verlagswesens, hrsg. von Monika Estermann und Michael Knoche (Harrassowitz-Wiesbaden 1990). Im gleichen Jahr erhielt Sarkowski die Ehrenurkunde der Maximilian-Gesellschaft. Zum 70. Geburtstag verlieh ihm der Börsenverein des deutschen Buchhandels die Plakette "Dem Förderer des deutschen Buches".

Heinz Sarkowskis wissenschaftliche Leistung als Buch- und Verlagshistoriker des 19. und 20. Jahrhunderts bezeugt sich in mehreren umfangreichen Büchern und in einer großen Zahl von Aufsätzen und Beiträgen zu Einzelfragen. Die Bibliographie umfasst nahezu 170 Titel.

Prof. Wolgast in seiner Laudatio: "Das Werk Heinz Sarkowskis beschäftigt sich mit der Buch- und Verlagsgeschichte Deutschlands des 19. und 20. Jahrhunderts, wobei eine breite Skala von Problemen behandelt wird. Seine besondere Stärke liegt in der umfassenden Information auf der Grundlage ausgedehnter Materialkenntnis. Die Arbeiten enthalten gewichtige Beiträge zur Geistes-, Kultur-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, ebenso zur Wissenschaftsgeschichte, insbesondere zur Geschichte der Naturwissenschaften und der Technik - stets gespiegelt in der Verlags- und Buchgeschichte."

Rückfragen bitte an:

Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
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