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Wechselvolle und erfolgreiche Geschichte - 100 Jahre Institut für Physikalische Chemie

22.11.2000 - (idw) Universität Fridericiana Karlsruhe (T.H.)

Nr. 133/ 22.11.2000/Holz-ele

Wechselvolle und erfolgreiche Geschichte
100 Jahre Institut für Physikalische Chemie

Festkolloquium
Donnerstag, 30. November, 16.15 Uhr
Hörsaal Neue Chemie (Geb. Nr. 30.46)


Das Institut für Physikalische Chemie an der Universität Karlsruhe, eines der ältesten und renommiertesten Institute dieses Fachs in Deutschland, feiert sein 100-jähriges Bestehen: am Donnerstag, 30. November, findet von 16.15 Uhr an im Hörsaal Neue Chemie (Geb.Nr.: 30.46) der Universität Karlsruhe ein Festkolloquium statt. Das Institut für Physikalische Chemie, die Fakultät Chemie und die "Karlsruher Chemische Gesellschaft" laden dazu auch die Vertreterinnen und Vertreter der Medien herzlich ein.

Das Institut für Physikalische Chemie, das die Entwicklung der Physikalischen Chemie in Deutschland stark mitgeprägt hat, blickt auf eine wechselvolle, aber sehr erfolgreiche Geschichte zurück. Die Anfänge der Physikalischen Chemie als eigener Disziplin liegen in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts in Deutschland. In diesem Grenzgebiet zwischen Physik und Chemie werden in erster Linie die chemischen Prozessen zugrunde liegenden physikalischen Erscheinungen und deren Gesetze erforscht und beschrieben. Die Erkenntnisse werden dann häufig unmittelbar auf technische Probleme angewendet. Daraus ergeben sich die vielfältigen Arbeitsgebiete des Physikochemikers: chemische Analytik, chemische Verfahrenstechnik, makromolekulare Chemie, Elektrochemie, biophysikalische Chemie, Atmosphären-Chemie, Materialwissenschaften, Nanotechnologie, Sensorik, Energietechnik und die "Chemie mit Computern" (Theoretische Chemie).

Die 100-jährige Geschichte der Physikalischen Chemie in Karlsruhe ist mit einer Reihe großer Namen verbunden. Da ist zum Beispiel der Gründer Max Le Blanc zu nennen, ein berühmter Elektrochemiker. Sein Nachfolger Fritz Haber eröffnete mit der Ammoniaksynthese die großtechnische Düngemittelproduktion und erhielt den Nobelpreis, betrieb allerdings auch Großforschung für den Gaseinsatz im Ersten Weltkrieg. Georg Bredig wiederum leistete bedeutende Beiträge zur Elektrochemie und chemischen Katalyse. Der Wiederaufbau des zerstörten Instituts nach dem Zweiten Weltkrieg ist vor allem mit den Namen Paul Günther, Hellmuth Fischer und Ernst Ulrich Franck verbunden.

Heute hat das Institut vier Lehrstühle mit den Professoren Reinhart Ahlrichs (Theoretische Chemie) - er erhielt vor wenigen Monaten den begehrten "Landesforschungspreis des Landes Baden-Württemberg" -, Werner Freyland (Physikalische Chemie kondensierter Materie), Manfred Kappes (Physikalische Chemie mikroskopischer Systeme) und Horst Hippler (Molekulare Physikalische Chemie). Sie decken in der Lehre und mit ihren Forschungsgruppen das weite Gebiet der modernen Physikalischen Chemie ab und führen die Tradition der Karlsruher Physikalischen Chemie durch weltweit anerkannte Forschung erfolgreich weiter.

Die Festvorträge zum Jubiläum des Instituts werden von zwei herausragenden Vertretern der aktuellen Physikalischen Chemie in Deutschland gehalten. Professor Gerhard Ertl (Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft, Berlin) wird über "Heterogene Katalyse - hundert Jahre nach Fritz Haber" sprechen. Der Vortrag von Professor Jürgen Troe (Institut für Physikalische Chemie, Universität Göttingen) hat den Titel "Hochdruckkinetik - ein Schlüssel zum Verständnis chemischer Reaktionen in kondensierter Phase". Zu diesem Festkolloquium haben Mitglieder des Vorstandes der "Deutschen Bunsengesellschaft" für Physikalische Chemie, viele Professoren und leitende Chemiker aus der Industrie, die aus der Physikalischen Chemie in Karlsruhe hervorgegangen sind, sowie Physikochemiker aus den Nachbaruniversitäten ihre Teilnahme angekündigt. Das Festkolloquium soll aber auch Studierenden und sonstigen Interessenten die Gelegenheit geben sich über den Stand heutiger Physikalischer Chemie informieren zu lassen und an der Feier zu einem wichtigen Jubiläum an der Universität Karlsruhe teilzunehmen.




Diese Presseinformation ist im Internet unter folgender Adresse abrufbar:
http://www.uni-karlsruhe.de/~presse/Pressestelle/pi133.html
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