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TU Darmstadt und TU Warschau entwickeln gemeinsam Projekte

01.12.2000 - (idw) Technische Universität Darmstadt

Anässlich der Festveranstaltung zum 20-jährigen Bestehen der Partnerschaft zwischen der TU Darmstadt und der TU Warschau am 27. und 28. November 2000 verabredeten die Partner die Entwicklung gemeinsamer Studien- und Forschungsprojekte.

In zwanzigjähriger intensiver Zusammenarbeit ist viel erreicht worden, aber es bedarf noch erheblicher Anstrengungen, das Modell eines multidisziplinären Schwerpunkts "Nachbarschaft Deutschland - Polen" an beiden Universitäten zu realisieren. Packen wir's an! Das ist der Tenor einer Festveranstaltung anlässlich des zwanzigjährigen Bestehens des Partnerschaftsvertrags zwischen der Technischen Universität Darmstadt und der Technischen Universität Warschau, die am 27. und 28. November 2000 in Darmstadt stattfand.
In einem lebhaften Gesprächsforum, bei dem die Mitglieder der polnischen Delegation unter Leitung des Rektors der TU Warschau, Prof. Dr.-Ing.habil. Jerzy Woznicki, mit ihren wissenschaftlichen Partnern der TU Darmstadt Möglichkeiten und Chancen einer neu strukturierten Zusammenarbeit diskutierten, kam man überein, an beiden Universitäten die Bildung von interdisziplinären Studienmodulen zu fördern, die sich im Blick auf Europa und sein "gemeinsames Kulturerbe" sowohl mit den zentralen Bereichen technischer und naturwissenschaftlicher Kooperation als auch mit Geschichte, Politik, sozialem System, rechtlichen Normen und gesellschaftlichen Bedingungen des Nachbarstaats befassen. Dazu gehört auch der zumindest rezeptive Erwerb sprachlicher Kompetenz als entscheidender Schritt zum Verständnis des Partners über die Kommunikationsmöglichkeit in der "lingua franca" Englisch hinaus.
Als erster Schritt sollen in gemeinsamen Forschungs- und Studienprojekten, die an den Schnittstellen unterschiedlicher Disziplinen angesiedelt sind, konkrete Fragestellungen bearbeitet werden. Als erste gemeinsame Projekte wurden vereinbart:
1. Untersuchungen zur Behandlung des kulturellen Erbes in den westlichen und östlichen Randgebieten Polens nach der Westverschiebung beider Staaten 1945
2. Bearbeitung und Vergleich regionalpolitischer Strukturveränderungen und des Einflusses umweltökologischer Fragestellungen angesichts des bevorstehenden Beitritts Polens zur Europäischen Union
Als weitere Themen könnten etwa die Restrukturierung alter Industriegebiete und Möglichkeiten der Kombination von Ausbildungselementen aus Physik und Mathematik mit Ökonomie folgen.
Zur Finanzierung des Vorhabens sollen alle nationalen, binationalen und europäischen Förderungsmöglichkeiten überprüft und, auf der Grundlage eines gemeinsamen Arbeitsprogramms, geeignete Anträge erarbeitet werden. Fachvertreter beider Universitäten sollen die gegenseitigen Lehrangebote überprüfen mit dem Ziel der gegenseitigen Anerkennung von Studienleistungen, um problemlosen Wechsel von einer zur anderen Hochschule zu ermöglichen und den Weg zu einem Doppeldiplom beider Hochschulen vorzubereiten.
Dem Gedankenaustausch vorangegangen war am 27.11. ein akademischer Festakt, bei dem die Repräsentanten von TU Warschau und TU Darmstadt den mutigen Einsatz und das Engagement der Führungspersönlichkeiten beider Universitäten und vieler ihrer Mitglieder vor allem im politisch schwierigen Klima des ersten Jahrzehnts der Partnerschaft würdigten. Beide Partner waren sich einig, dass die freundschaftliche Zusammenarbeit es wert sei, nicht nur auf bewährte Weise fortgesetzt, sondern, durch neue Strukturen gestärkt zu werden. Die deutsche Seite ist sich dabei bewusst, dass sie aufgrund verhängnisvoller historischer Verfehlungen eine besondere Verantwortung dafür trägt, durch intensivere gegenseitige Kenntnis der Mentalitäten und Traumata ein versöhnliches, friedfertiges Miteinander zu ermöglichen und damit überkommenen Vorurteilen den Boden zu entziehen. Von Prof. Dr. Helmut Böhme, ehemaliger Präsident der TU Darmstadt und als Initiator der Kooperation von TUD-Präsident Prof. Dr.-Ing. Johann Dietrich Wörner beauftragter Tagungsleiter der Veranstaltung, stammt einer der Kernsätze des Ergebnisprotokolls: "Die Herausarbeitung des Gemeinsamen bei Erhaltung der jeweiligen Eigenarten, Erfahrungen des wechselseitigen Beitrags zur europäischen Kultur sind Elemente, auf denen eine neu strukturierte Partnerschaft basieren und in die Öffentlichkeit ausstrahlen kann."

Vf., 1.12.2000

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