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Magnesium macht Klaviere leichter

07.12.2000 - (idw) Fachhochschule Aalen

Aalener Absolvent erhielt heute Metallguss-Preis

(07.12.00) Der Cartoon stammt von Uli Stein: Die Maus schleppt ein Klavier und sagt zu ihrem Nachbarn mit der Blockflöte: "Ich habe doch nicht umsonst zehn Jahre Klavier gelernt". Deutlicher kann eines der größten Handicaps des Klaviers nicht verdeutlicht werden: Sein hohes Gewicht. Dieses verhindert zwar Diebstähle, macht aber Umzüge und Transporte sehr kompliziert, wie heute (07.12.) Prof. Dr. Friedrich Klein von der Fachhochschule Aalen während des jährlichen Gießerei-Kolloquiums betonte. Erleichterung könnten die Ergebnisse einer Diplomarbeit bringen, die Patrick Georg im FH-Fachbereich Produktionstechnik angefertigt hat. Seine Arbeit "Neue Klavierkonzepte - Einfluss moderner Gusswerkstoffe auf die physikalischen Klangeigenschaften" ist heute mit dem Preis für herausragende Leistungen im Metallguss von der Südwest-Gruppe der Gesellschaft Deutscher Metallgießer (GDM) ausgezeichnet worden. Dem 27-jährigen Diplom-Ingenieur, der inzwischen bei der Gesenkschmiede Firma Hay in Bad Sobernheim arbeitet, wurden die 1.000 Mark von Dipl.-Ing. Friedrich Steinle, dem Geschäftsführer der Firma Metallguss Heilbronn, überreicht.

Patrick Georg hat im Rahmen seiner Diplomarbeit konventionelle Klavierrahmen aus Gusseisen mit Lamellengraphit auf ihre Akustik und die auftretenden mechanischen Belastungen hin untersucht. Diese Ergebnisse flossen in einen Rahmen aus Aluminium ein, den er in einer verkleinerten Variante in den Gießereilabors der FH Aalen abgeformt und gegossen hat. Einen zweiten Klavierrahmen stellte er in einem sehr aufwändigen Verfahren aus Magnesium-Legierungen her. Beide Leichtmetall-Rahmen wurden mit Saiten bespannt und ihre Klangeigenschaften untersucht. "Dabei stellte sich heraus", betonte heute Prof. Klein, "dass die Klangreinheit des Magnesiumrahmens besser war als bei den konventionellen Gusseisenrahmen sowie den Aluminiumrahmen. Die Klangfülle des Klaviers", so Klein weiter, "war in keinster Weise dem des konventionellen Klaviers unterlegen".

Dank Georgs Resultaten soll nun ein Klavier aus Magnesium im Maßstab 1:1 hergestellt werden. Durch weitere Forschungen wollen die Aalener Fertigungstechniker dann Sicherheit erlangen, dass keine klanglichen Veränderungen auftreten. Wenn das - wie erwartet - gelingt, wird der Prototyp der Fachhochschule Aalen zugute kommen, und die Klavierindustrie kann Magnesium als neuen Werkstoff einsetzen. Neben den deutschen Metallgießern wird das auch Möbelpacker und musische Mäuse freuen.


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