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Trilaterales Treffen der Bergbauregionen Leipzig, Lille und Kattowitz

11.12.2000 - (idw) Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle GmbH

Grenzüberschreitende Kooperation von Wissenschaft, Wirtschaft und Behörden vereinbart

Eine 14köpfige Delegation aus Leipzig nahm vom 11. bis 14. November an einem Seminar im nordfranzösischen Lille teil, bei der die Gründung eines trilateralen Netz-werkes zwischen den europäischen Bergbauregionen Leipzig (Deutschland), Lille (Frankreich) und Kattowitz (Polen) vereinbart wurde. Teilnehmer der deutschen Delegation waren der Leiter der Umweltabteilung im Regierungspräsidium Leipzig Leo Artmann, die Leiterin der Planungsabteilung im Grünflächenamt der Stadt Leipzig,Karmen Seidel, 7 Wissenschaftler des Umweltforschungszentrums sowie 5 Vertreter von Umweltfirmen, unter anderem der LMBV.

Ziel der Kooperation ist es, Erfahrungen im Umgang mit Bergbaufolgelandschaften und der Sanierung von belasteten Standorten in den drei Regionen auszutauschen. Gemeinsam will man zu sowohl volkswirtschaftlich als auch betriebswirtschaftlich tragbaren Managementkonzepten kommen, die auch auf die künftigen Beitrittsländer der EU im östlichen Mitteleuropa anwendbar sind.

Das Treffen mündete in die Formulierung von 6 Entwürfen für anwendungsbezogene trilaterale Projekte. Neben Projekten im Bereich der Sanierung von Böden und Gewässern ist vorgesehen, ein Konzept für das Management von Industrie- und Bergbaubrachen auf lokaler Ebene zu entwickeln, an dem neben dem UFZ auch das Regierungspräsidium und die Stadt Leipzig sowie die LMBV als Eigentümerin derartiger Liegenschaften sehr interessiert sind. Es soll die Möglichkeiten einer kostengünstigen Sanierung belasteter Flächen ebenso beinhalten wie die organisatorischen und finanziellen Aspekte der Verwertung solcher Areale bis hin zu Fragen der Bürgerbeteiligung und der sozialen Probleme. Eine Verankerung des Netzwerkes auf europäischer Ebene wird im Rahmen des INTERREG-Programms angestrebt.

Die Initiative zur Gründung des trilateralen Netzwerkes geht auf Kontakte zurück, die das Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle mit Partnerinstituten in der französischen Region Nord/Pas-de-Calais unterhält und die nun auf den Raum Kattowitz ausgedehnt werden. Diese Zusammenarbeit erscheint ideal, da es in allen drei Regionen Institutionen gibt, die sich mit der Entwicklung von Bergbaufolgelandschaften beschäftigen und es zudem gelungen ist eine Netzwerkstruktur zu etablieren, die nicht nur Wissenschaft, sondern auch Wirtschaft, Flächeneingentümer und Verwaltung zusammenführt. Finanziell unterstützt wurde die Anbahnungsreise vom Internationalen Büro des BMBF, dem französischen Wirtschaftsminsterium sowie ADEME, der französischen Agentur für Umweltschutz und Energie. Die Tatsache, dass es bisher kaum vergleichbare trilaterale Kooperationen zwischen Deutschland, Frankreich und Polen gibt, lässt dieser Zusammenarbeit von Politik, Wis-senschaft und Wirtschaft einen Vorbildcharakter zukommen, die den Standort Leipzig auf europäischer Ebene stärkt.
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