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Alles was Recht ist - Prof. Dr. Ruth Schmidt-Wiegand wird 75

29.12.2000 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster


Prof. Dr. Ruth Schmidt-Wiegand Prof. Dr. Dr. h.c. Ruth Schmidt-Wiegand, emeritierte Hochschullehrerin am Institut für Deutsche Philologie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, wird am 1. Januar 75 Jahre alt. Die Germanistin hat sich auch international einen Namen gemacht durch Forschungsarbeiten insbesondere zur Rechtssprache.

Geboren in Berlin, studierte Ruth Schmidt-Wiegand ab 1946 an der Universität Greifswald Geschichte, Germanistik, Philosophie und Evangelische Theologie und wurde 1951 promoviert. Anschließend arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Lehrbeauftragte am Institut für Deutsche Philologie in Greifswald. Ab 1961 war sie Assistentin und Lehrbeauftragte am Germanistischen Seminar der Universität Bonn, dann Stipendiatin der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Als Akademische Rätin kam Schmidt-Wiegand 1970 an die Abteilung "Deutsche Literatur des Mittelalters und Deutsche Sprache" im damaligen Fachbereich Germanistik der Westfälischen Wilhelms-Universität. Im gleichen Jahr habilitierte sie sich in Münster mit "Studien zur historischen Rechtswortgeographie". Seit 1971 ist sie Professorin an der Universität Münster, seit 1972 Mitglied des ehemaligen Sonderforschungsbereiches "Mittelalterforschung", darin zeitweise Leiterin des Teilprojektes "Historisch-philologische Bezeichnungsforschung" und erste Sprecherin.

Prof. Schmidt-Wiegand wirkte am "Handwörterbuch der deutschen Rechtsgeschichte" mit und ist Mitherausgeberin der "Frühmittelalterlichen Studien", der "Münsterischen Mittelalter-Schriften" sowie der "Arbeiten zur Frühmittelalterforschung" und Herausgeberin der Reihe "Germanistische Arbeiten zur Sprach- und Kulturgeschichte". 1986 bis Ende 1998 war sie im Sonderforschungsbereich "Träger, Felder und Formen pragmatischer Schriftlichkeit im Mittelalter" als Projektleiterin für "Rechtsbücher als Ausdruck pragmatischer Schriftlichkeit" tätig.


In der Erforschung der Rechtssprache und durch die Herausgabe der Wolfenbütteler (1993) und Oldenburger (1995) Bilderhandschrift des Sachsenspiegels hat sich die Wissenschaftlerin einen international anerkannten Namen gemacht. Der Fachbereich Rechtswissenschaften der Universität Marburg verlieh ihr 1985 die Ehrendoktorwürde in Anerkennung ihrer Verdienste um die Erforschung des Spannungsverhältnisses von Recht und Sprache. 1989 wurde ihr als erster Frau in Marburg der vom Land Hessen gestiftete "Brüder-Grimm-Preis" verliehen. In diesem Jahr erhielt sie von der Stadt Magdeburg und der Universität Magdeburg den "Eike-von-Repgow-Preis".

Das wissenschaftliche Werk von Prof. Schmidt-Wiegand umfasst mehr als 500 Publikationen, darunter über 20 selbstständige Schriften und Herausgeberschaften, zahlreiche Aufsätze und Zeitschriften und Sammelwerke sowie Artikel in Wörterbüchern und Lexika und eine stattliche Reihe von Rezensionen. 1986 wurde ihr eine mehrbändige Festschrift mit dem Titel "Sprache und Recht. Beiträge zur Kulturgeschichte des Mittelalters" überreicht. 1991 erhielt sie als Festgabe unter dem Titel "Stammesrecht und Volkssprache" einen Sammelband eigener Abhandlungen zu einem ihrer Forschungsschwerpunkte; 1996 folgte die im wesentlichen aus rechtshistorischen und germanistischen Beiträgen bestehende Festschrift "Alles was Recht war. Rechtsliteratur und literarisches Recht".
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