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RUB-Studie zu Auslandskorrespondenten in Polen

04.01.2001 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Täglich finden wir in den Medien zahlreiche Berichte über andere Länder. Doch über die, die dahinter stehen, erfährt man normalerweise wenig. Einen Beitrag, die Auslandskorrespondenten als "unbekannte Wesen" der Kommunikationsforschung in den Mittelpunkt zu stellen, leistet Annette Siemes, M. A. (Sektion für Publizistik und Kommunikation der RUB) mit ihrer kürzlich erschienenen Studie "Auslandskorrespondenten in Polen: Nachbarschaftsvermittler zwischen Rollenverständnis und Arbeitsrealität."

Bochum, 04.01.2001
Nr. 5


Nachbarschaftsvermittler unter der Lupe
Auslandskorrespondenten in Polen
Kommunikationsforschung Aktuell, Band 2 erschienen


Täglich finden wir in den Medien zahlreiche Berichte über andere Länder. Doch über die, die dahinter stehen, erfährt man normalerweise wenig. Einen Beitrag, die Auslandskorrespondenten als "unbekannte Wesen" der Kommunikationsforschung in den Mittelpunkt zu stellen, leistet Annette Siemes, M. A. (Sektion für Publizistik und Kommunikation der RUB) mit ihrer kürzlich erschienenen Studie "Auslandskorrespondenten in Polen: Nachbarschaftsvermittler zwischen Rollenverständnis und Arbeitsrealität." Die Untersuchung setzt die neue Publikationsreihe "Kommunkationsforschung Aktuell" fort, die Prof. Dr. Franz R. Stuke (Lehrstuhl für Medienpädagogik und Medienpraxis) im Bochumer Universitätsverlag herausgibt.

EU-Beitrittskandidat Polen

Die Inhalte internationaler Berichterstattung sind relativ gut erforscht. Auslandskorrespondenten gelten jedoch nach wie vor als 'unbekannte Wesen' in der Kommunikatorforschung, die sich mit Journalisten und ihrem Berufsverständnis befasst. Die Position der Auslandsberichterstatter legt die Vermutung nahe, dass sie wesentlich entscheiden, welche Bilder anderer Länder die Medien vermitteln. Aber der Prozess, in dem mediale Aussagen über diese Länder zustande kommen, ist von zahlreichen Faktoren geprägt. Wie die Rolle, die Auslandskorrespondenten in ihrem Beruf spielen, mit ihrer Arbeitsrealität zu vereinbaren ist, beleuchtet Annette Siemes in ihrer Studie am Beispiel unseres Nachbarlands und EU-Beitrittskandidaten Polen.

Auslandskorrespondenten befragt

Das Buch bietet zur Einführung einen kurzen Überblick zur Forschung über Auslandsberichterstattung und Auslandskorrespondenten und erläutert, welche theoretischen und methodischen Überlegungen hinter der Studie stecken. Dies bildet die Grundlage für eine teilstandardisierte Befragung (quantitativ-qualitativer Methodenmix) der Korrespondenten über ihre Ansichten zu Aufgaben und Zielen der eigenen Arbeit. Sie wurden zudem befragt über ihre Kontakte zu den Abnehmerredaktionen in Deutschland - denn die Korrespondenten entscheiden schließlich nicht allein, welche Berichte über Polen in die Medien gelangen.

Pragmatismus statt Kulturvermittlung

Die Mehrheit der Korrespondenten lehnt sich zwar an das gegenwärtig favorisierte Bild von Auslandskorrespondenten als "Kulturdolmetscher" an. Doch sehen die meisten nur geringe Chancen, diese Rolle im Geflecht eines Mediensystems zu erfüllen, in dem z. B. Aktualität und Platzmangel die Auswahl und Bearbeitung von Nachrichten mitbestimmen. Und auch die Interessen der Abnehmerredaktionen in Deutschland werden vielfach von pragmatischeren Anforderungen gelenkt als dem hehren Ziel von Nachbarschafts- oder Kulturvermittlung: So erhöht etwa der Bezug eines Themas zu Deutschland deutlich die Chance auf Veröffentlichung. Und auch wenn die Nachrichtenagenturen ein Thema aufgreifen, nehmen die Redaktionen es bevorzugt an.

Hinter die Kulissen schauen

Die Rolle der Korrespondenten in diesem Geflecht ist nicht so machtvoll, wie der erste Blick glauben lässt. Sie kennen aber die Spielregeln, nach denen Auslandsberichte entstehen, und können versuchen, in ihrem Interesse darauf einzuwirken. Die Studie kann helfen, Berichterstattung über andere Länder als medial geschaffene Realität zu begreifen, die unter Einfluss bestimmter Gesetzmäßigkeiten zustande kommt. Annette Siemes bietet damit Einblicke hinter die Kulissen sowie Denkanstöße für diejenigen, die sich mit Medienberichten über andere Länder beschäftigen.

Titelaufnahme

Siemes, Annette: Auslandskorrespondenten in Polen: Nachbarschaftsvermittler zwischen Rollenverständnis und Arbeitsrealität. Kommunikationsforschung Aktuell, Band 2. Bochumer Universitätsverlag 2000, 200 S., ISBN 3-934453-06-6, DM 29,00.

Weitere Informationen

Annette Siemes, M. A., Sektion für Publizistik und Kommunikation, Fakultät für Philosophie, Pädagogik und Publizistik der RUB, GA 1/36, Tel.: 0234/32-24545, Fax: 0234/32-14431, eMail: annette.siemes@ruhr-uni-bochum.de

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