TA-Akademie sieht jahrelange Forderung nach mehr Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft bestätigt11.01.2001 - (idw) Akademie für Technikfolgenabschätzung in Baden-Württemberg
Agrarsubventionen künftig nach Öko-Leistungen vergeben In Zeiten der BSE-Krise ist Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft wichtiger denn je. "Es geht darum, die Produktion von Nahrungs- und Futtermitteln umwelt- und verbrauchergerecht zu gestalten und gleich-zeitig den Landwirten ein angemessenes Einkommen zu er-möglichen", so Holger Flaig, einer der Autoren der Studie "Nach-haltige Land- und Forstwirtschaft"*, in der die Akademie für Technikfolgenabschätzung in Baden-Württemberg bereits 1997 Wege aus diesem Dilemma aufgezeigt hat. "Der ökologische Landbau hat seine Meriten, trägt aber derzeit noch nicht sehr weit, vor allem weil die Mehrheit der Verbraucher nicht bereit ist, die notwendigen höheren Preise für umweltgerecht produzierte Lebensmittel zu bezahlen", so der wissenschaftliche Mitarbeiter der TA-Akademie. Da bislang immer noch nur knapp drei Prozent der Agrarfläche nach den Richtlinien des ökologi-schen Landbaus bewirtschaftet werden, müsse man sich Lösungen für die restlichen 97 Prozent überlegen. Wichtigste Maßnahme sei es, die sogenannten Agrarsubventionen weitgehend an ökologische Leistungen der Landwirtschaft zu binden. Weniger Nitrat und Pflanzenschutzmittel im Grundwasser, weniger Ammoniak in der Luft, größere Artenvielfalt, aber auch die Offenhaltung von Land-schaften, deren Bewirtschaftung sich eigentlich nicht mehr lohnt - dies wären dann Dienstleistungen der Landwirte, die die Gesell-schaft vergütet. Baden-Württemberg hat nach Ansicht von Flaig mit der Weiter-entwicklung des Marktentlastungs- und Kulturlandschaftsaus-gleichsprogramms (MEKA II) eine Vorlage geliefert, auf der sich eine umfassende Förderung nach ökologischen Kriterien aufbauen lässt. Um Subventionswildwuchs unter ökologischen Vorzeichen zu verhindern, müssten allerdings ordnungsrechtliche Vorgaben einen klaren Rahmen setzen. So fordert die Studie der TA-Akademie die Einbeziehung von definierten, maximal erlaubten Nährstoffbilanz-Überschüssen in die bundesweit gültige Dünge-verordnung. "Es muss jedem klar sein", betont Holger Flaig, "dass umweltge-recht erzeugte Qualitätsprodukte nicht zu Schnäppchenpreisen zu haben sind". Ansprechpartner: Dr. Holger Flaig, Tel.: 0711/9063-131 E-Mail: holger.flaig@ta-akademie.de * Linckh, G., Sprich, H., Flaig, H., Mohr, H.: Voraussetzungen ei-ner nachhaltigen Land- und Forstwirtschaft. Stuttgart 1997, im In-ternet abrufbar; http://www.ta-akademie.de/publikationen.asp
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