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"Verlauf und Folgen der italienischen Autarkiepolitik"

05.02.2001 - (idw) Universität Kassel

Mit dem Preis "Dimensione Italia", gestiftet von der Italienischen Handelskammer für Deutschland (Frankfurt), zeichnete die Universität Gesamthochschule Kassel (GhK) die Habilitationsschrift von PD Dr. phil. Rolf Petri aus.

Kassel. Mit dem Preis "Dimensione Italia", gestiftet von der Italienischen Handelskammer für Deutschland (Frankfurt), zeichnete die Universität Gesamthochschule Kassel (GhK) die Habilitationsschrift von PD Dr. phil. Rolf Petri aus.
Der nunmehr zum fünften Male vergebene, bundesweit ausgeschriebene und mit 5.000 DM dotierte Italienpreis "Dimensione Italia" soll die Forschung, das Wissen und die Kenntnisse über das zeitgenössische Italien sowie den kulturellen Austausch zwischen beiden Ländern fördern. Mit der Habilitationsschrift zum Thema "Die italienische Autarkiepolitik von 1935 bis 1943. Verlauf und Folgen", die Petri an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg fertigte, sei auch in diesem Jahre eine Arbeit für den Preis "Dimensione Italia" gefunden worden, die einen besonderen Beitrag zur italienischen Wirtschaftsgeschichte des 20. Jahrhunderts darstellt, so Dr. Giovanni de Zotti, Präsident der Italienischen Handelskammer für Deutschland anlässlich der Preisverleihung am 5. Februar an der GhK.
Als in ihrer "Innovationskraft und Sachkenntnis zu den großen Beiträgen zur italienischen Wirtschaftsgeschichte des 20. Jahrhunderts" zu zählende Arbeit wird die Habilitationsschrift von einem der wissenschaftliche Gutachter, Prof. Dr. Werner Abelshauser, Universität Bielefeld, gelobt. Die Arbeit geht u.a. der Frage nach, welche Wirkungen die Autarkiepolitik hatte und inwiefern sich Elemente in die nachfaschistische Ära zogen: Mit dem interessanten Ergebnis, dass Petri eine Kontinuität der Entwicklung der italienischen Wirtschaft und Gesellschaft feststellt und belegt, dass die Elemente der Autarkiepolitik in die folgende Nachkriegswirtschaft integriert wurden - es also keinen absoluten Bruch in der technischen Entwicklung, der Lenkung der Ressourcen oder der Personalstruktur in der Großindustrie gab.
Auch die vorherrschenden ordnungspolitischen Vorstellungen lassen eher eine Kontinuitätsthese zu; das erklärt auch, warum Petri in seiner Habilitationsschrift den Einfluss sowohl der neoklassisch-wirtschaftsliberalen als auch der keynesianischen Wirtschaftstheorie für die Zeit bis 1963 als gering einschätzt und statt dessen vom Fortleben neo-merkantlistischer Politikansätze spricht. "Damit ordnet sich seine (Petris -d. Red.) Arbeit in ein allgemeine geschichtswissenschaftliche Diskussion um die Aussagekraft der Zäsur des Jahres 1945 ein," so Gutachter Prof. Dr. Heinz-Gerhard Haupt, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. In Analogie zu wissenschaftlichen Ergebnissen, die bereits seit längerem eine deutliche wirtschaftspolitische Kontinuität zwischen dem Frankreich der Vichy-Regierung und der 4. Republik konstruiere, habe Petri auch für Italien belegt, dass die in der politischen Geschichte keineswegs zu unterschätzende Zäsur des Jahres 1945 wirtschaftshistorisch und wirtschaftsstrukturell von weitaus geringerer Bedeutung gewesen sein, so Haupt weiter.

Der Präsident der Universität Gesamthochschule Kassel, Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep übergab die Auszeichnung im Rahmen einer Feierstunde gemeinsam mit dem Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Kassel, Dr. Walter Lohmeier sowie dem Präsidenten der Italienischen Handelskammer für Deutschland, Dr. de Zotti, an den 43jährigen Preisträger, der als Historiker an der Universität in Halle-Wittenberg tätig ist. Den Festvortrag hielt Prof. Dr. phil. Franz Bauer, Universität Regensburg, zum Thema "Roma Capitale - Hauptstadt Berlin, Perspektiven und Probleme eines historischen Vergleichs".

Annette Ulbricht-Hopf/p


Kontakt und weitere Information:
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
PD Dr. phil. Rolf Petri,
Tel. 0345/55-24282, Fax -27042
Email petri@geschichte.uni-halle.de
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