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Erfolg und Misserfolg der Transformation der russischen Landwirtschaft

27.09.2002 - (idw) Institut für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa

Am IAMO Halle fand vom 22.-24. September eine wissenschaftliche Tagung zur russischen Landwirtschaft statt. Verbunden war die Tagung mit einem agrarpolitischen Forum zu den deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen im Agrarsektor. Außerdem wurde das Lebenswerk von Prof. Dr. Dr. h. c. Peter Tillack, Abteilungsleiter im IAMO, anlässlich seines 65. Geburtstages gewürdigt

Das Institut für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa (IAMO) Halle führte vom 22.-24. September gemeinsam mit dem Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF)Bonn und dem Institut für Länderkunde (IfL) Leipzig eine wissenschaftliche Tagung zum Thema "Erfolg und Misserfolg der Transformation - die russische Landwirtschaft zwischen Niedergang und Wiederaufstieg" durch. Verbunden war die Tagung mit einem agrarpolitischen Forum zu den deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen im Agrarsektor, an dem neben weiteren bekannten Persönlichkeiten der stellvertretende russische Landwirtschaftsminister Dr. Dankwert und der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft Dr. Thalheim teilnahmen. Außerdem wurde auf der Tagung das Lebenswerk von Prof. Dr. Dr. h. c. Peter Tillack, Abteilungsleiter im IAMO, anlässlich seines 65. Geburtstages gewürdigt.
An der Tagung beteiligten sich führende Wissenschaftler aus Russland, den USA, Israel, Japan, den Niederlanden und Deutschland sowie der Food Agricultural Organisation (FAO) der UNO mit Sitz in Rom, darunter auch der Vizepräsident der Russischen Akademie der Landwirtschaftswissenschaften Prof. Dr. Uschatschow. In acht Sitzungen behandelte die Tagung eine Vielzahl von die russische Land- und Ernährungswirtschaft betreffenden Problemen: den makroökonomischen Einfluss, die Ernährungssicherheit, die Effizienz der Landwirtschaftsbetriebe bzw. der Landwirtschaft insgesamt bzw. in den Regionen, das Bodeneigentum, die Entwicklung des ländlichen Raumes, die Herausbildung von Agrarmärkten, der Einfluss des angestrebten WTO-Beitrittes auf die Landwirtschaft, strategische Entwicklungsmöglichkeiten usw. Es wurde deutlich, dass die russische Landwirtschaft trotz nach wie vor schwieriger wirtschaftlicher Bedingungen für viele Landwirtschaftsbetriebe die Talsohle durchschritten hat. Vor allem ist es notwendig, den Ausbau der marktwirtschaftlichen Institutionen intensiv fortzusetzen. Dazu zählt die Schaffung eines Bankensystems für die Landwirtschaft, die Entwicklung von Bodenmärkten sowie die Anwendung des Konkursrechtes. Forschungsarbeiten sollten sich auch verstärkt mit den sich herausbildenden Agrar-Industrie-Holdings befassen. Ist die vertikale Integration in dieser Form tatsächlich der effizienteste Entwicklungspfad für die russische Landwirtschaft? Hinsichtlich der strategischen Entwicklung der russischen Landwirtschaft prallten die Standpunkte zum Teil hart aufeinander. Forderungen westlicher Wissenschaftler, stärker kleinbetriebliche Strukturen zu fördern, wurden von den russischen Fachkollegen unter Hinweis auf die bestehende Infrastruktur in den ländlichen Regionen und die technische Ausstattung zurückgewiesen.
Der Tagung veranschaulichte, dass es noch nicht im ausreichenden Maße gelungen ist, das methodische Know How westlicher und die Landeskenntnis russischer Wissenschaftler zu verknüpfen. Gemeinsame Forschungsarbeiten sind deshalb verstärkt anzustreben.
Im agrarpolitischen Forum wies Herr Dr. Ahrens, KWS Saat AG Einbeck, auf erforderliche Fortschritte beim Schutz des geistigen Eigentums hin. Herr Dürr vom dem in Russland agierenden Unternehmen Ekoniva machte deutlicher, dass die Risiken für Investitionen in Russland denen in anderen Ländern ähnlich sind. Die Märkte sollten jedoch so reguliert werden, dass zu große Preisschwankungen für Agrarprodukte vermieden werden.

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