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Fortschritte in Forschung und Lehre

14.02.2001 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

Auf dem Weg zu einem Spitzenplatz im Kreis der europäischen Hochschulen ist die Universität Münster im vergangenen Jahr ein gutes Stück vorangekommen. In seinem Jahresbericht wies Rektor Prof. Dr. Jürgen Schmidt am Mittwoch, 14. Februar 2001, auf "beachtliche Fortschritte" in Forschung und Lehre hin. Sorgen bereiten der Universität am Jahresanfang dagegen gesetzliche Änderungen aus Düsseldorf: die Neuordnung der Hochschulmedizin und die Umstrukturierung der Bau- und Liegenschaftsverwaltung des Landes.

Zu den positiven Bilanzpunkten zählte der Rektor neben der "absoluten Spitzenbewertung" der Medizinischen Fakultät durch den Wissenschaftsrat vor allem die Eröffnung von fünf neuen Sonderforschungsbereichen, eine nicht nur für Münster beispiellose Häufung innerhalb eines Jahres. Insgesamt arbeiten damit an der Universität Münster jetzt acht von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) jedes Jahr mit rund 14 Millionen Mark geförderte Sonderforschungsbereiche. Hinzu kommt die Bewilligung von zwei weiteren Graduiertenkollegs, von denen eines im Bereich Chemie als europäisches Kolleg in einer grenzüberschreitenden Kooperation mit den Niederlanden verbunden ist und am 1. April seine Arbeit aufnehmen wird. Insgesamt verfügt die Universität dann über sieben Graduiertenkollegs.

Die Universität Münster ist zuversichtlich, dass sich die günstige Entwicklung im Bereich der Forschung im laufenden Jahr fortsetzt. Nach der Zusage des Landes, 25 Millionen DM bereit zu stellen, ist die Hoffnung auf Ansiedlung eines Max-Planck-Instituts für Vaskuläre Biologie in Münster weiter gestiegen. Die endgültige Entscheidung für Münster im Senat der Max-Planck-Gesellschaft steht allerdings noch aus. Nachdem der Wissenschaftsrat bereits zum zweiten Mal ein positives Votum abgegeben hat, haben sich auch die Aussichten des Instituts für Arterioskleroseforschung an der Universität Münster auf Aufnahme in die sogenannte "Blaue Liste" und die damit verbundene gemeinsame Förderung von Bund und Land weiter verbessert. Zum Bau eines interdisziplinären
"Centrums für Nanotechnologie" (CeNTech) in Münster für insgesamt 14, 5 Millionen Mark liegen bereits Zusagen der Stadt Münster und des Landes NRW vor. Die Entscheidung der Universität durch einen Senatsbeschluss steht noch aus.

Mit Recht stolz ist die Universität Münster auf die positive Entwicklung der Drittmittel von 87 Millionen Mark im Jahr 1999 auf knapp 100 Millionen Mark im vergangenen Haushaltsjahr. Bemerkenswert ist vor allem der Anstieg um rund 24 Prozent auf 55 Millionen Mark im nichtmedizinischen Bereich der Universität. Für Rektor Prof. Schmidt eine rasante und vor allem erfreuliche Entwicklung, die zeige, "wie sehr sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in allen Fachbereichen unserer Universität engagiert und erfolgreich am Wettbewerb um öffentliche und private Forschungsmittel beteiligen".

Mit 43.860 Studierenden im Wintersemester 2000/2001, darunter etwas mehr als die Hälfe Studentinnen, ist die Universität Münster nach wie vor eine der drei größten Hochschulen in Deutschland, hinter Köln und etwa gleichauf mit München. Bemerkenswerter als die Größen-Rangliste ist für das Rektorat eine Untersuchung zur durchschnittlichen Studiendauer der münsterschen Studierenden: In einem entsprechenden Landesvergleich in NRW lag die Universität Münster hier in 14 von 33 Fächern auf Platz 1, fünfmal auf Platz 2 und zehnmal auf Platz 3.

Mit der Einführung von neuen Studiengängen, wie etwa der Biotechnologie im vergangenen Jahr oder der Informatik in diesem Jahr, berücksichtigt die Universität Münster Erwartungen der Gesellschaft und neue Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt. Mit der Besetzung einer weiteren Stiftungsprofessur, diesmal für "Unternehmensgründung und Entrepreneurship", konnte der innovative Ansatz im Bereich der Lehre auch mit tatkräftiger Unterstützung von außen vorangetrieben werden. Dazu gehört auch die Einbeziehung neuer Medien: Als beispielhaften Erfolg des abgelaufenen Jahres nannte der Rektor hier die Bewilligung von gut fünf Millionen Mark für Multimedia-Projekte an verschiedenen Fachbereichen der Universität durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Auch im Baubereich, seit Jahren ein Sorgenkind der Universität Münster, gab und gibt es einige gute Nachrichten: Die rund acht Millionen Mark teuere Sanierung des Hörsaalgebäudes am Hindenburgplatz steht kurz vor dem erfolgreichen Abschluss. Die Übergabe an die Universität ist termingerecht für den 1. März vorgesehen. Nahezu abgeschlossen ist nach sechs Jahren auch die rund 72 Millionen Mark teuere Umwandlung der ehemaligen Reiter-Kasernen Straße in den "Leonardo-Campus" für Universität, Fachhochschule und Kunstakademie Münster. Für die zukünftige Entwicklung der Naturwissenschaften in Münster sehr wichtig ist der nun bewilligte Neubau für die Anorganische und Physikalische Chemie, der mit knapp 30 Millionen Mark zu Buche schlagen wird. Zur Sanierung und Renovierung ihrer zahlreichen Gebäude mit insgesamt 443.000 Quadratmeter Hauptnutzfläche hat die Universität Münster im vergangenen Jahr aus eigenen Mitteln rund zehn Millionen Mark aufgewendet.

Der Rektor erinnerte in seinem Rückblick auf 2000 auch an weniger positive Nachrichten und negative Entwicklungen, von denen die Arbeit der Hochschulgremien und der Universitäts-verwaltung in den kommenden Monaten stark belastet werde. Dazu zählt Prof. Schmidt die Neuordnung der Hochschulmedizin in Nordrhein-Westfalen. Die Universität habe sich von Anfang an entschieden, letztlich aber ohne Erfolg gegen die Umwandlung ihrer Medizinischen Einrichtungen in eine rechtlich unabhängige Anstalt öffentlichen Rechts gewandt. Nun müsse man sich mit der eingetretenen Lage arrangieren und in einer Kooperations-vereinbarung zwischen der Universität und dem neuen "Universitätsklinikum Münster" (UKM) die Grundzüge der Zusammenarbeit regeln, um so die sich abzeichnenden kleineren und größeren Probleme flexibel und sachgerecht zu lösen.

Große Sorgen bereitet der Universität Münster auch die in Düsseldorf per Gesetz zum Jahreswechsel eingeleitete Umstrukturierung der Bau- und Liegenschaftsverwaltung des Landes. Hierdurch sind alle Landesimmobilien, also auch die von der Universität genutzten Flächen und Gebäude, in das Eigentum eines neu gegründeten "Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW" (BLB) übergegangen. Die Universität ist seit Jahresanfang nur noch Mieter ihrer Gebäude. Vergeblich hätten die Hochschulen des Landes immer wieder auf ihre besondere Situation hingewiesen und deutlich gemacht, dass Bau- und Liegenschaftsangelegen-heiten sich unmittelbar auf Forschung und Lehre auswirken können, zum Beispiel bei Berufungs- und Bleibeverhandlungen mit Professoren. Ihrer Forderung, von dem einheitlichen Liegen-schaftsmanagement des Landes ausgenommen zu werden, sei der Landtag zwar im Gesetz nicht gefolgt, er habe aber in einer Entschließung immerhin das verfassungsrechtlich geschützte Selbstverwaltungsrecht der Hochschulen ausdrücklich anerkannt. Die Universität Münster werde in den anstehenden Verhandlungen mit dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW und seinen beiden Niederlassungen in Münster nachdrücklich auf der Berücksichtigung dieser Landtagsentschließung pochen.

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