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Würzburger Mediziner für Forschung über Bluthochdruck und Arteriosklerose ausgezeichnet

30.09.2002 - (idw) Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Dreifacher Erfolg für die Mediziner von der Universität Würzburg: Prof. Dr. Jan Galle, Dr. Thomas Quaschning und Dr. Susanne Schwedler werden am heutigen Montag, 30. September, bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie in Düsseldorf ausgezeichnet. Alle drei sind in der Nephrologischen Abteilung der Medizinischen Klinik tätig, wo sie sich mit Erkrankungen der Niere, Bluthochdruck und Arteriosklerose beschäftigen.


Ausgezeichnet: Die Würzburger Mediziner Jan Galle, Thomas Quaschning und Susanne Schwedler (von links) erhalten bei der Jahrestagung der Nephrologen Preise und ein Stipendium. Foto: Emmerich Susanne Schwedler erhält von der Deutschen Nierenstiftung ein mit 25.000 Euro dotiertes Forschungsstipendium. Die junge Würzburger Assistenzärztin untersucht, welche Rolle das so genannte C-Reaktive Protein (CRP), ein Entzündungseiweiß, bei der Arteriosklerose spielt.

Je mehr von diesem Protein sich im Blut befindet, umso größer ist das Risiko für einen Herzinfarkt, einen Schlaganfall oder einen Gefäßverschluss in den Beinen. Das ist aus vielen klinischen Studien bekannt. Das Protein kommt zudem direkt in den Wänden von gesunden und kranken Blutgefäßen vor. Bislang ist nicht geklärt, ob es die Gefäße im Zusammenhang mit der Arteriosklerose schützt oder schädigt.

Das will Dr. Schwedler nun herausfinden. Dazu verwendet sie genetisch veränderte Mäuse, die einen erhöhten Cholesterinspiegel haben und darum eine Arteriosklerose entwickeln. Sie wird zuerst testen, ob die Verabreichung des Proteins die Arteriosklerose stoppen kann. Danach wird sie prüfen, ob CRP die Wirkung von cholesterinsenkenden Mitteln steigern kann.

Thomas Quaschning erhält stellvertretend für die Mitautoren den Nils-Alwall-Preis 2002 der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für klinische Nephrologie für eine kürzlich veröffentlichte experimentelle Arbeit mit dem Arzneimittel Omapatrilat, das für die Behandlung des Bluthochdrucks sehr vielversprechend erscheint und für das sich die Wissenschaft deshalb zurzeit stark interessiert. Der mit 10.000 Euro dotierte Nils-Alwall-Preis zeichnet eine wissenschaftliche Studie aus, in der das Arzneimittel Omapatrilat aus der Substanzklasse der so genannten Vasopeptidase-Hemmer mit einer anderen blutdrucksenkenden Substanz (ACE-Hemmer) verglichen wird. Unter anderem fanden die beteiligten Wissenschafter heraus, dass Omapatrilat eine stärkere gefäßschützende Wirkung besitzt. Damit haben sie dazu beigetragen, dass der Nutzen dieser innovativen und Erfolg versprechenden Therapiemöglichkeit bei Bluthochdruck noch besser eingeschätzt werden kann. Dr. Quaschnings preisgekrönte Arbeit ist 2001 im "Journal of the American Society of Nephrology" 12, Seiten 2280 - 2287 erschienen.

Für seine langjährigen experimentellen Arbeiten auf dem Gebiet der Blutgefäß-Physiologie und der Arteriosklerose-Forschung erhält heute Jan Galle den mit 5.200 Euro dotierten Franz-Volhard-Preis der Gesellschaft für Nephrologie und des Deutschen Stifterverbandes für Nierenforschung. Der Franz-Volhard-Preis geht an Wissenschaftler, die auf dem Gebiet der Nieren- und Hochdruckkrankheiten Hervorragendes geleistet haben.

Jan Galle arbeitet in der Grundlagenforschung; seine Arbeiten sind eng mit dem Sonderforschungsbereich 355 "Pathophysiologie der Herzinsuffizienz" und dem Interdisziplinären Zentrum für Klinische Forschung der Uni Würzburg verzahnt.

Der Professor analysiert vor allem die stets negativen Effekte der Blutfette auf die Funktion der Gefäße und auf das Zellwachstum in Arterien und Nierenkörperchen. Blutfette lösen im Blutgefäßsystem so genannten oxidativen Stress aus: Das führt zu Entzündungen und Fehlfunktionen der Gefäße, unter anderem entstehen auf diese Weise Gefäßkrämpfe. Diese und weitere Erkenntnisse sind den Studien von Jan Galle zu verdanken, die zahlreich in international renommierten Journalen publiziert wurden.

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