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HRK-Plenum stimmt Vorschlägen zur Reform der Juristenausbildung zu

21.02.2001 - (idw) Hochschulrektorenkonferenz (HRK)

Auf seiner Sitzung am 19. und 20. Februar 2001 in Berlin hat das Plenum der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) den Abschlussbericht der Arbeitsgruppe "Juristenausbildungsreform" der HRK zustimmend zur Kenntnis genommen. Diese Arbeitsgruppe ausgewiesener Experten der Juristenausbildung unter Vorsitz von Herrn Professor Dr. Hommelhoff von der Universität Heidelberg hat ihre Vorschläge mit Vertretern des Deutschen Juristen-Fakultätentags abgestimmt.
Zum einen geht es darum, die Betreuung der Studierenden durch ihre Professoren zu intensivieren. Deshalb soll die Juristenausbildung nach Auffassung der Arbeitsgruppe zu einem größeren Anteil im Kleingruppenunterricht stattfinden und um neue Veranstaltungsarten mit maximal 25 Teilnehmern erweitert werden (z.B. Verhandlungsführung, Rhetorik, moot courts). Wenn man den Vorschlag kapazitätsrechtlich umrechnet, ist eine Erhöhung des Curricularnormwerts (CNW) auf 3,0 zwingend. Die Betreuungsrelationen sind gegenwärtig weder international vergleichbar noch wettbewerbsfähig. Der CNW ist die entscheidende Berechnungsgröße für die Betreuungsrelation. Steigt der CNW, kann ein Hochschullehrer sich in kleineren Gruppen gezielter und individueller um die Studierenden kümmern.
Gleichzeitig machen die Experten deutlich, dass endlich Schluss sein muss mit der staatlichen Reglementierung bis in jedes Detail der Ausbildung. Im nationalen und internationalen Wettbewerb brauchen die Universitäten und Fakultäten die Freiheit, fachliche Ausbildungsschwerpunkte selbst definieren und auch abprüfen zu können. Im Unterschied zur gegenwärtigen Situation sollen 40 Prozent der Prüfungsleistungen schon während des Studiums im Rahmen eines Credit-Point-Systems abgeprüft werden.

Die Hochschulen hoffen, dass die Justizminister des Bundes und der Länder und auch die Wissenschaftsminister der Länder diesem Modell zustimmen können. Für den kommenden Monat ist ein Gespräch mit der Bundesjustizministerin vereinbart. Gespräche mit Vertretern der Justizministerkonferenz werden so bald wie möglich stattfinden.

(Text des Abschlussberichts der Arbeitsgruppe im Internet unter www.hrk.de)
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