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Charité verbessert die Medizinerausbildung durch multimediale Lernsysteme

01.03.2001 - (idw) Charité-Universitätsmedizin Berlin

Forschungsministerium bewilligt 13 Millionen Mark

AUS DER MEDIZIN FÜR DIE MEDIEN 9-2001

Bereits im Dezember 2000 wurde an der Charité ein "Kompetenzzentrum Multimediale Lehre" eingerichtet, das sich zunächst die Katalogisierung von bereits vorhandenen Lernhilfen auf CD-Rom oder im Internet zur Aufgabe gemacht hat. Nun tut die medizinische Fakultät der Humboldt Universität den zweiten Schritt: Bereits vorhandene und noch zu erstellende multimediale Lerneinheiten sollen zu Systemen zusammengestellt und nachhaltig in die tägliche Lehre integriert werden. Diese Entwicklung wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit insgesamt 390 Millionen Mark für die schulische, berufliche und universitäre Bildung gefördert. 460 Projekte wurden von den deutschen Hochschulen beantragt. Die Charité erhält rund 13 Millionen Mark für zwei ihrer zur Förderung eingereichte Programme und für die Teilnahme an mehreren externen Projekten.
Das charitéeigene Projekt Meduc@se widmet sich der Entwicklung von Lernprogrammen, die vor allem das sogenannte "Problemorientierte Lernen" (POL) unterstützen, wie es in dem an der Charité seit dem Wintersemester 1999/2000 eingerichteten "Reformstudiengang Medizin" praktiziert wird. Gemeint ist damit das Erarbeiten eines Themas ausgehend von einem virtuellen Krankheitsfall, etwa einem Beinbruch. Die für diesen Fall notwendigen Wissensinhalte werden aus den einzelnen Fächern, etwa der Anatomie, der Physiologie, der Unfallheilkunde oder der Rehabilitation zusammengefügt. POL steht damit im Gegensatz zum sogenannten enzyklopädischen Lernen, bei dem das Wissen nach Fächern getrennt im Laufe der Jahre erworben wird. Die Lernsoftware Meduc@se soll aber nicht nur den rund 60 Studenten des Reformstudienganges zugänglich sein, sondern auch zum Selbststudium der Mehrheit der Medizinstudenten an der Charité verfügbar gemacht werden, die am sogenannten Regelstudium teilnehmen. Meduc@se kann auf die bereits entwickelte Benutzeroberfläche D.O.K.T.O.R. (Digitale Online Klinisch-Tutoriales Oberfläche mit Realtimetest) zurückgreifen, die auch erlaubt, das Internet einzubeziehen und theoretisches Wissen durch Umschalten auf den virtuellen "Hörsaal" zu erweitern. Zunächst werden Fälle aus den Bereichen Infektiologie und Gynäkologie sowie aus der Zahnmedizin erarbeitet. Zugeschaltet werden entsprechende Module aus theoretischen Fächern, etwa aus der Pathologie und der Mikrobiologie. Einbezogen wird auch der sogenannte "Eagle Simulator", eine elektronisch gesteuerten Puppe, an der diagnostische und therapeutische Handlungen simuliert weden können. (siehe auch: www.charite.de "Medizin für die Medien" 10-1999). Der Leiter von Meduc@se, Privatdozent Dr. Ralf Schumann, Institut für Mikrobiologie und Hygiene der Charité, erwartet, dass die Lernmotivation der Studenten durch das Arbeiten am klinischen Fall erheblich gestärkt wird.
Ebenfalls vom Bundesministerium wird an der Charité das Projekt SYMPOL (Systematisches multimediales und problem-orientiertes Lernen) gefördert, das nichts Geringeres als die internetbasierte Multimedialisierung sämtlicher Hauptvorlesungen zum Gegenstand hat. Dies geschieht exemplarisch zunächst für die Stoffgebiete der Anatomie, der Pathologie, der Rechtsmedizin und der Radiologie. Entwickelt wird ein Netz didaktisch und multimedial optimierter klassischer Lehreinheiten, auf das Module der fallorientierten (POL) Wissensvermittlung aufgesetzt werden wie Spinnen auf ihr Netz. Über das entstehende dreidimensionale Lernsystem ist für die Studenten somit sowohl die klassisch-systematische Erarbeitung des Stoffes als auch die fallorientiert-vernetzte Wissensaneignung möglich. Gleichzeitig werden Praxisbezug und Verfügbarkeit der Lerninhalte erhöht und die Lerngeschwindigkeit durch den Studenten bestimmt. Das System kann im Rahmen existierender Vorlesungen oder im Selbststudium zum Einsatz kommen. Geleitet wird dieses Vorhaben von dem Radiologen Professor Dr. Jörg-W. Oestmann aus der Strahlenklinik der Charité.
Silvia Schattenfroh
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Charité

Medizinische Fakultät der
Humboldt Universität zu Berlin

Dekanat
Pressereferat-Forschung
Dr. med. Silvia Schattenfroh
Augustenburger Platz 1
13353 Berlin

FON: (030) 450-70 400
FAX: (030) 450-70-940

e-mail: silvia.schattenfroh@charite.de
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