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Weniger ist mehr

02.03.2001 - (idw) Universität zu Köln

Das umfangreiche Warenangebot der Kölner Innenstadt übt eine große Anziehungskraft auf Besucher aus. Aufgrund der zahlreichen Filialen und dem damit einhergehenden Defizit an Fach- und Spezialgeschäften besteht jedoch die Gefahr, daß diese Anziehungskraft auf Dauer nicht aufrechterhalten werden kann. Außerdem fehlen der Kölner Innenstadt als einem hochverdichteten Raum Plätze mit Cafés und Ruhezonen. Zu diesem Ergebnis gelangt eine Untersuchung, die Volker Hahnfeldt am Wirtschafts- und Sozialgeographischen Seminar der Universität zu Köln erstellt hat.

28/2001

Weniger ist mehr
Der Kölner City fehlen Fachgeschäfte und Flair

Das umfangreiche Warenangebot der Kölner Innenstadt übt eine große Anziehungskraft auf Besucher aus. Aufgrund der zahlreichen Filialen und dem damit einhergehenden Defizit an Fach- und Spezialgeschäften besteht jedoch die Gefahr, daß diese Anziehungskraft auf Dauer nicht aufrechterhalten werden kann. Außerdem fehlen der Kölner Innenstadt als einem hochverdichteten Raum Plätze mit Cafés und Ruhezonen. Zu diesem Ergebnis gelangt eine Untersuchung, die Volker Hahnfeldt am Wirtschafts- und Sozialgeographischen Seminar der Universität zu Köln erstellt hat.

Die Studie basiert auf einer Passantenbefragung, die im vorigen Jahr in der Kölner Innenstadt durchgeführt worden ist. Dabei stellte sich heraus, daß den Besuchern der Kölner City an erster Stelle (29 Prozent) Natur fehlt. Neben den vielen Bauten und Häusern wünschen sie sich Blumen, Bäume und Grün in der Stadt. An zweiter Stelle wird das Fehlen von Cafés, Restaurants und Kneipen beklagt (24 Prozent). Etwa 21 Prozent vermissen Fach- und Spezialgeschäfte in ausreichender Zahl, was insbesondere von den Frauen (28 Prozent, gegenüber nur 14 Prozent bei den Männern) moniert wird. Vor allem Frauen ab 35 wünschen sich verstärkt Fach- und Spezialgeschäfte und ein Warenangebot, das ihre Zielgruppe anspricht.

Auf große Zustimmung bei den Passanten in der Kölner Innenstadt treffen die guten Einkaufsmöglichkeiten und das umfangreiche Warenangebot (ca. 50 Prozent). Dies trifft insbesondere für jüngere Passanten zu. Fast zwei Drittel der bis zu 24-jährigen Passanten finden die Einkaufsmöglichkeiten und das Warenangebot in der Kölner City ideal. Die Kirchen und Kulturgüter, wie zum Beispiel der Dom, gefallen fast 27 Prozent der Befragten. Ganz hinten auf der Beliebtheitsskala rangiert die Gastronomie mit ca. 4 Prozent, deutlich hinter dem Kulturangebot mit ca. 12 Prozent.

Offenbar immer noch ein Problem der Kölner City ist die mangelnde Sauberkeit. Mit 21 Prozent der abgegebenen Stimmen nimmt dieser Punkt einen unrühmlichen Spitzenplatz ein. Überfüllte Mülleimer, unsaubere Straßen und Hundekot auf den Bürgersteigen sind die meist genannten Mißstände. An zweiter Stelle steht mit ca. 22 Prozent die Verkehrssituation, wobei auffällt, daß diese mehr von den Kölnern als von den Nichtkölnern beklagt wird; denn der überwiegende Teil der Kölner Kunden mit öffentlichen Verkehrsmitteln die Innenstadt erreicht (50 Prozent). Außerdem erscheint den befragten Passanten Köln als eine sehr hektische und überfüllte City; denn 22 Prozent führen darüber Klage.

Fast 19 Prozent nennen einzelne Straßen und Plätze, die ihnen nicht besonders gefallen. Darunter wird sehr häufig die Hohe Straße benannt, welche einige der Passanten als niveaulos und ohne jegliches Flair bezeichnen. Ältere Menschen bemängeln den Verlust des Niveaus der Hohe Straße im Vergleich zu früher und die Ansiedlung einer Vielzahl von "Billig- und Ramschläden". Auch der Neumarkt wird öfters als trostloser Platz mit zuviel Autoverkehr bezeichnet. Weitere Kritikpunkte sind die uneinheitlichen Fassaden sowie der triste Architekturstil der sechziger Jahre. Hier sind sich Kölner und Nichtkölner einig.

Verantwortlich: Dr. Wolfgang Mathias

Für Rückfragen steht Ihnen Volker Hahnfeldt unter den Telefonnummern 0221/245738 (privat) und 0221/9014446 (dienstl.) und unter der Email-Adresse vhahnfeldt@gmx.de zur Verfügung.

Unsere Presseinformationen finden Sie auch im World Wide Web (http://www.uni-koeln.de/organe/presse/pi/index.html).

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