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Fünf Hochschulen starten das Projekt Interaktive Mathematik- und Informatikgrundausbildung

02.03.2001 - (idw) Universität Koblenz-Landau

Fünf Hochschulen wollen gemeinsam computergestützes Lehrmaterial entwickeln, das sich den individuellen Vorkenntnissen der Studierenden anpassen kann. Das auf drei Jahre angelegte Projekt "Interaktive Mathematik- und Informatikgrundausbildung" wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 4,5 Mio. DM unterstützt. Die Koordination der Projektpartner hat die Universität Koblenz-Landau übernommen.

Neue Medien in der Bildung werden gefordert und gefördert, so auch das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 4,5 Mio. DM unterstützte Verbundprojekt "Interaktive Mathematik- und Informatikgrundausbildung" zur Förderung des Einsatzes Neuer Medien in der Hochschullehre. Die Universität Koblenz-Landau koordiniert ein Konsortium bestehend aus den fünf Hochschulen Universität Koblenz-Landau, Universität Paderborn, Humboldt-Universität Berlin, Universität des Saarlandes und Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes. Beteiligt sind an diesem Projekt auch die Unternehmen Springer-Verlag, SciFace Software, Slicing Information Technology, Ergosign und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz Saarbrücken. Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt.

Es hat sich gezeigt, dass die aktive und selbstgesteuerte Aneignung mathematischer Kenntnisse die Lernergebnisse verbessert. Allerdings findet dieses explorative Lernen in der mathematischen Hochschulausbildung bisher kaum statt, obwohl die Servicesysteme existieren. Ziel des von der Universität Koblenz-Landau gestarteten Forschungsprojekts "Interaktive Mathematik- und Informatikgrundausbildung" ist die Unterstützung der Grundkurse Mathematik und Theoretische Informatik im Rahmen von Diplom-, Bachelor- und Master-Studiengängen durch multimediale und interaktive Elemente. Vollständige Kursmaterialien aus den Standard-Bereichen Analysis, lineare Algebra, Logik und Statistik werden so aufbereitet, dass daraus dynamisch neue personalisierte Lehr- und Lernmaterialien erzeugt und Zugänge zu hochentwickelten interaktiven Werkzeugen für das explorative Lernen zur Verfügung gestellt werden können.

Der Lehr- und Lernbetrieb soll nicht schlagartig revolutioniert werden, vielmehr sollen die Möglichkeiten neuer Medien in die bestehende Lehrpraxis bewusst integriert werden. Im Rahmen des Projekts werden Lehrmaterialien entstehen, welche die Möglichkeiten des gedruckten Buches, der CD-ROM und des Internet optimal kombinieren. Durch das Einbinden der Slicing-Book-Technologie können Dokumente zusammengestellt und aktualisiert werden, die genau auf Vorwissen, Kenntnisse und Interessen des Nutzers eingehen. Ein Vorteil ist, dass der Lernende ohne Umwege von seiner aktuellen Wissensbasis aus zu seinen Lernzielen geführt wird. Auch Lehrende profitieren von den Möglichkeiten der Neuen Medien. So kann z. B. Begleitmaterial zu Veranstaltungen, wie Folien oder Arbeitsblätter, zusammengestellt werden, das die individuellen Vorgaben des Lehrenden einbezieht.

An den Stellen, an denen es didaktisch sinnvoll ist, wird ein Zugang zu interaktiven Werkzeugen, z. B. für Visualisierungen, Animationen oder Übungsaufgaben, angeboten. Diese können mit den Vorgaben des Hochschullehrers abgestimmt oder für Demonstrationszwecke im Frontalunterricht verwendet werden. Vor allem können sie für das Selbststudium der Studierenden genutzt werden, da sie sich den individuellen Bedürfnissen anpassen. Ein Anfänger wird anders unterstützt als ein Fortgeschrittener oder ein Experte. Nur sehr wenige Lernsysteme erlauben bisher eine begrenzte Interaktivität bei der Erstellung von Problemlösungen. Im Rahmen des Projekts erhalten die Lernenden einen individuell angepassten Zugang zu modernsten interaktiven mathematischen Systemen wie z. B. Beweisplaner, Computeralgebrasysteme und automatische Beweiser.

Im Unterschied zur Ausrichtung vieler multimedialer Systeme soll nicht auf die Aktivitäten und die fachliche und didaktische Kompetenz der Hochschullehrer verzichtet werden, sondern Hochschullehrern und Studierenden sollen neuartige Möglichkeiten zur Verfügung gestellt werden, mit denen sie vorhandene hochwertige Lehrmaterialien, neue Medien und Werkzeuge leicht an ihre persönlichen Anforderungen anpassen können. An den beteiligten Hochschulen in Koblenz, Paderborn, Saarbrücken und Berlin werden die Neuentwicklungen eingesetzt und erprobt werden.

Kontakt:

Prof. Dr. Ulrich Furbach,
Fachbereich Informatik der Universität Koblenz-Landau,
Tel.: 0261/287-2728
E-Mail: uli@uni-koblenz.de
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